Volcano·Guide
Aschesäule über dem Ätna am 16. Februar 2021, im Vordergrund Flugzeuge auf dem Flugfeld von Sigonella bei Catania

Vulkane › Ätna

Ätna: Ausbruch

16. Februar 2021, vom Flugfeld Sigonella aus: der erste von rund 50 Paroxysmen. Seit diesem Abend ist der Ätna nicht mehr zur Ruhe gekommen – und ein Flughafen liegt in seinem Windschatten.

Foto: U.S. Navy · CC BY 2.0

Stand 25. September 2026Bricht der Ätna aktuell aus – und wann war der letzte Ausbruch?

Ja, in einer Aschephase. Seit dem Morgen des 24. September stoßen die Gipfelkrater wieder anhaltend Asche aus, die Wolke steht rund 4 Kilometer über dem Meer und zieht nach Süden bis Südosten. Es ist keine Lavafontäne und kein Lavastrom: Der Tremor liegt nach INGV nur auf mittel-niedrigen Werten, wie schon bei den Ascheemissionen am 9. und 14./15. September. Der Flug-Farbcode steht auf Rot, der Flughafen Catania fliegt gedrosselt weiter. Der letzte Flankenausbruch mit Lava lief vom 26. Juni bis 21. August 2026. Der Zivilschutz Siziliens hält seit dem 22. August die Phase Preallarme: Kraterzone gesperrt, der übrige Berg offen. Was heute Morgen gemeldet wurde, steht auf Ätna aktuell – diese Seite hier ist die Chronik.

Preallarme
Alarmphase ZivilschutzOperative Phase des Zivilschutzes Sizilien (Attenzione/Preallarme/Allarme) – regelt den Zugang zur Gipfelzone · Avviso Nr. 13 vom 22.08.2026 · seit 22.08.2026 · abgerufen am 25.09.2026 · Dipartimento Regionale della Protezione Civile Sicilia – Avvisi regionali per eventi vulcanici
Rot
Luftfahrt-Farbcode (VONA)Aviation Color Code des INGV (grün/gelb/orange/rot) – gilt dem Flugverkehr, nicht Besuchern · seit 24.09.2026 · abgerufen am 25.09.2026 · INGV Osservatorio Etneo – Comunicati VONA
4km

Aschewolke am 24. September

Höhe über dem Meer laut INGV, Richtung Süd bis Südost. Quelle sind nach dem jüngsten Wochenbulletin der Nordostkrater und die Bocca Nuova; Voragine und Südostkrater zeigen nur Fumarolen. Vier Beben ab Magnitude 2 in der Woche, stärkstes 2,4.

10Landungen je Stunde

Flughafen Catania

Statt 12 im Normalbetrieb. Am 24. September ab 13:30 Uhr erst 5, am Abend 10; die Regelung gilt bis 23 Uhr am 25. September. Abflüge laufen normal. Am 15. September war der Flughafen bis 22 Uhr ganz geschlossen.

1.900Flüge

betroffen im August 2026

Rund 36 Prozent gestrichen, etwa 630 umgeleitet – so die Betreibergesellschaft SAC zur stärksten Phase seit Jahren: neun neue Schlote, ein Lavafeld im Valle del Bove, Aschesäulen bis 7 km, an vier Tagen Phase Allarme.

INGV Osservatorio Etneo, Wochenbulletin Rep. 39/2026 vom 22.09.2026 (Woche 14.–20.09.) und Comunicato vom 24.09.2026 · DRPC Sicilia, Avviso Nr. 13 vom 22.08.2026 · Nucleo di coordinamento operativo Flughafen Catania (ANSA, 25.09.2026) · SAC-Präsidentin Anna Quatrone, zitiert in Il Fatto Quotidiano, 14.08.2026 · abgerufen am 25.09.2026. Die Uhrzeiten und Höhen vom 24.09. stammen aus Presseberichten, die das INGV-Comunicato zitieren.

Seit 16. Februar 2021Die Chronik seit 2021: Paroxysmen, Kollaps, der Sommer 2026

Der Ätna bricht nicht „manchmal“ aus – er ist fast immer tätig. Seit dem 16. Februar 2021 läuft eine Phase, die das INGV in der Summe mit den großen Ausbrüchen der vergangenen 350 Jahre vergleicht: erst rund 50 kurze, heftige Lavafontänen (Paroxysmen) des Südostkraters, dann der Kollaps eines Kegelteils mit pyroklastischem Strom, 2024 die Rückkehr der Voragine, 2025 zwei kleine Flankenausbrüche und der größte pyroklastische Strom seit 1986, 2026 die stärkste Sommerphase seit Jahren. Auffällig: Alle Schlote lagen oberhalb von 1.900 Metern, fast alle im unbewohnten Valle del Bove. Für die Orte war die Lava nie eine Gefahr – die Asche dagegen ständig.

  1. 16. Februar bis 23. Oktober 2021Rund 50 Paroxysmen – der Ätna wächst

    Der Südostkrater liefert anfangs alle ein bis zwei Tage eine Fontäne von über einem Kilometer Höhe mit Aschesäulen von mehreren Kilometern. Aschefall bis Catania, wiederholte Flughafensperren. Bis Juli wächst der Kegel auf 3.357 Meter (±3 m, Pléiades-Satellitendaten) und überflügelt den Nordostkrater, der seit 1981 bei 3.350 Metern stand und bis 2018 auf 3.326 abgesackt war. Nach INGV entspricht die Serie im Magmavolumen einem der größten Ausbrüche der letzten 350 Jahre.

  2. 10. Februar 2022Kollaps und pyroklastischer Strom

    Paroxysmus mit Fontänen bis 1.500 Meter und einer Säule bis 12 Kilometer. Um 21:34 Uhr läuft der erste pyroklastische Strom ab, um 22:26 Uhr bricht die Südflanke des Kegels ein; die Ströme reichen etwa 1,6 Kilometer weit, rund eine Million Kubikmeter. Asche bis zur Tyrrhenischen Küste. Weitere Paroxysmen am 21. Februar, am 29. Mai ein Kollaps mit Lavastrom. Der Strom vom 10. Februar ist die Grundlage der 2025 veröffentlichten Gefahrenkarte der Gipfelzone. Seit dem 1. April 2022 läuft das Frühwarnsystem ETNAS.

  3. 2023Vier Paroxysmen, einer schließt den Flughafen

    21. Mai fast unbemerkt unter Wolken, 13./14. August mit Fontänen ab 18:30 Uhr und Asche nach Süden, 12. November mit einer Säule von 4,5 Kilometern, 1. Dezember mit Fontänen und Überläufen. Am 14. August ist Catania wegen der Sektoren C1 und B3 bis 13 Uhr komplett geschlossen; im November fällt Asche auf Milo und Zafferana, der Flughafen bleibt offen. Der Südostkrater misst am 1. Dezember 3.354 Meter.

  4. Juni bis August 2024Die Voragine legt Catania lahm

    Nach über drei Jahren Ruhe erwacht die Voragine am 14. Juni. Paroxysmen am 4. Juli (ab 18:15 Uhr, Säule 4.500 Meter), 7. und 23. Juli, 4. und 15. August. Am 4./5. Juli fällt Asche über Catania, der Flughafen ist bis 15 Uhr gesperrt, der Bürgermeister verhängt 48 Stunden Zweiradverbot und Tempo 30; am 23. Juli und 14./15. August erneut Sperrungen. Der Voragine-Rand steigt um 107 Meter auf 3.369 und nach der Drohnenvermessung vom 12. September auf 3.403 Meter – der höchste Punkt, der je am Ätna gemessen wurde.

  5. 8. Februar bis 2. März 2025Lava im Schnee an der Südwestflanke

    Eine Spalte in 3.050 Metern am Südfuß der Bocca Nuova schickt einen über vier Kilometer langen Strom nach Südwesten bis etwa 2.480 Meter; am 16. Februar durchtrennt er die Forststraße Altomontana. Tausende Schaulustige im Schnee, Dampfexplosionen an der Front, Mahnungen des Zivilschutzes. Danach vom 15. März bis 19. Juni fünfzehn meist bescheidene Episoden am Südostkrater.

  6. 2. Juni 2025Kollaps des Südostkraters

    Nächtlicher Paroxysmus; ein Teil der Nordflanke des Südostkraters bricht ab und erzeugt einen pyroklastischen Strom ins Valle del Leone, etwa drei Kilometer weit – nach INGV vermutlich der größte dokumentierte seit 1986. Die Wolke steigt bis 6,5 Kilometer. ETNAS hatte vorgewarnt; um 18:28 Uhr erklärt das INGV die Phase für beendet. Videos flüchtender Wanderer gehen um die Welt, Verletzte werden nicht gemeldet, der Flughafen bleibt offen.

  7. 9. bis 20. August 2025Kleiner Flankenausbruch über dem Sapienza

    Spalte in etwa 3.100 Metern zwischen Südostkrater und Bocca Nuova, Lava nur 150 Meter weit; ab 14. August erneut aus 2.980 Metern bis auf rund 2.400 Meter an der Südsüdwestflanke, am 20. August weitere Spalten mit Spattering. Tausende sehen die Ströme aus sicherer Entfernung, keine Schäden. Am 21. August 2025 tritt die neue Abgrenzung der Gipfelzone in Kraft (ZS und ZPP), an der sich seither alle Sperren orientieren.

  8. 24. Dezember 2025 bis Januar 2026Der Nordostkrater kehrt zurück

    Nach fast 28 Jahren wieder Paroxysmen des Nordostkraters: am 27. Dezember morgens Fontänen von 100 bis 150 Metern mit Säule bis 8 Kilometer, nachmittags 400 bis 500 Meter mit Säule über 10 Kilometer; aus der Ostflanke der Voragine ein fast zwei Kilometer langer Lavastrom. Am 1. Januar 2026 öffnet sich in 2.100 Metern über dem Monte Simone am Nordrand des Valle del Bove eine Spalte (rund 5 m³/s). Das Lavafeld wird 3,4 Kilometer lang, die Front steht am 4. Januar in 1.360 Metern bei Rocca Capra; ab 6. Januar lässt es nach. Alles bleibt im unbewohnten Tal.

  9. 26. Juni bis 7. Juli 2026Start der Sommerserie – Warnstufe Gelb

    Ab 10. Juni Asche aus einem Pit-Krater, ab 22. Juni steigt der Tremor; am 26. Juni tritt Lava aus etwa 3.030 Metern ins obere Valle del Leone (1,2 Kilometer, 260.000 m³). Am selben Tag setzt der nationale Zivilschutz die Warnstufe von Grün auf Gelb. Am 5. Juli ab 7:45 Uhr Ascheemission aus der Voragine, Wolke rund 4,5 Kilometer über dem Meer, VONA Rot: Sektor B2 bis 19 Uhr und C1 bis 5 Uhr gesperrt, Ankünfte ausgesetzt; am 6. Juli werden Ankünfte und Abflüge bis 12 Uhr gestrichen, Ausweich Comiso.

  10. 30. Juli bis 2. August 20267-Kilometer-Säule und neue Spalte in 2.700 Metern

    Ab 3:30 Uhr strombolianische Tätigkeit der Voragine, ab 9 Uhr eine etwa 7 Kilometer hohe Aschesäule nach Westen, um 9:59 Uhr ein kleiner pyroklastischer Strom ins Valle del Bove; die Fontäne hält bis 1:40 Uhr des 31. Juli. Um 20:49 Uhr öffnet sich in 2.700 Metern eine Spalte im Valle del Leone: Lavastrom 2,9 Kilometer, 500.000 m³, Front in 1.700 bis 1.750 Metern bei Rocca Capra. Aschefall auf Bronte. Am 2. August bestätigt das INGV das Ende.

  11. 6. bis 21. August 2026Neun Schlote, Monte Rittmann, 1.900 Flüge

    Am Abend des 6. August bis 4 Uhr früh eine heftige Fontäne der Voragine. Am 7. August öffnet sich ein Schlot in 2.750 Metern, am 8. August um 11:30 Uhr einer in 2.360 Metern am Monte Rittmann, dessen Öffnung Hangrutsche und kleine pyroklastische Ströme auslöst; weitere Schlote am 10. (1.900 m) und 11. August (2.090 m). Am 13. August stehen die Lavafronten in etwa 1.340 Metern um die Rocca Capra, Aschesäulen bis 6.000 Meter; am 15. August ein Beben Ml 3,9 an der Pernicana-Störung; am 17. August eine Spalte am Nordostkrater in 3.000 Metern. Der Lavaaustritt aus dem 1.900-Meter-Schlot endet am 21. August, am 26. August setzt das INGV VONA auf Grün. Allein vom 7. bis 17. August 5,6 bis 7,6 Millionen m³ Lava. Der Zivilschutz Siziliens ruft am 13., 16., 17. und 19. August die Phase Allarme aus – Gipfelzone gesperrt, Guardia di Finanza an den Schranken; Milo und Sant’Alfio sperren die Mareneve zum Rifugio Citelli, 200 Meter Mindestabstand zur Lava. Flughafen Catania: Asche auf der Piste ab 10. August, Sperrung bis 6 Uhr des 11. August; am 17./18. August Sektor B1 zu, 10 Landungen je Stunde; nach SAC rund 1.900 betroffene Flüge. Starker Aschefall in Valverde, Viagrande, San Gregorio, San Giovanni la Punta und Catania; Trecastagni und andere Gemeinden verbieten Zweiräder.

  12. Seit 1. September 2026Aschephase ohne Fontänen – bis heute

    1. September VONA Orange, 4. September Rot (schwache Asche nach Südsüdwest), 9. September Aschesäule rund 5 Kilometer nach Ostsüdost, 14. September Landungen bis 16 Uhr ausgesetzt (Sektor C1, Umleitungen nach Palermo), 15. September Flughafen bis 22 Uhr geschlossen (Sektoren C1 und B3, Umleitungen nach Comiso und Palermo), 18. September nachlassende Tätigkeit ohne Wolke (Orange). Nordostkrater und Bocca Nuova wechseln sich mit dem Ascheausstoß ab, in der Nacht 15./16. September schwache strombolianische Tätigkeit am Schlot BN1. Am 24. September ab 5 Uhr erneut Asche bis rund 4 Kilometer, VONA Rot, 5 und dann 10 Landungen je Stunde. Keine Lavaströme, keine Verletzten, Kraterzone gesperrt.

Lavafontäne der Voragine am Ätna in der Nacht des 15. August 2024, gesehen von Adrano, mit glühendem Lavastrom am Kegel
15. August 2024, von Adrano aus: Die Voragine schießt ihre fünfte Fontäne des Sommers. Nach dieser Serie war der Ätna 3.403 Meter hoch – so hoch wie nie gemessen.

Foto: Alessio Bivona 70 · CC BY-SA 4.0

ETNAS: die Vorwarnung

Seit dem 1. April 2022 bewertet das Frühwarnsystem des INGV rund um die Uhr die Wahrscheinlichkeit einer Lavafontäne (Stufen F0, F1, F2) und einer Magma-Intrusion (I0, I1) und alarmiert Zivilschutz und Bergführer automatisch. F1 und F2 kommen typischerweise Minuten bis wenige Stunden vor dem Höhepunkt – so am 2. Juni 2025. Die Alarmphase des Zivilschutzes ist an diese Stufen gekoppelt und wechselt ohne neue Verordnung, im August 2026 mehrfach am selben Tag.

ZS und ZPP: die Zonen

Seit dem 21. August 2025 gilt die Note Nr. 37727 des DRPC Sicilia: Die Zona Sommitale (ZS) umfasst die Gipfelkrater, das obere Valle del Bove bis etwa 1.700 Meter und die Flanken oberhalb rund 2.500 Meter. Darin liegt die Zona a Pericolosità Permanente (ZPP), der Bereich der aktiven Krater, in dem unabhängig von der Phase Führerzwang gilt. Die alte „Zona Gialla“ ist Geschichte, die Grenze wird vor Ort mit Pfosten, Seilen und Schildern markiert.

3.403m

Der neue Gipfel

Ostrand der Voragine nach der INGV-Drohnenvermessung vom 12. September 2024. Zuvor 3.357 Meter am Südostkrater (2021) und 3.350 Meter am Nordostkrater (1981). Die Zahl ändert sich mit jedem Paroxysmus und jedem Kollaps; eine neuere Vermessung ist uns nicht bekannt. Die Zivilschutz-Seite nennt noch rund 3.350 Meter.

INGV Osservatorio Etneo: News 303 (3.357 m, ~50 Paroxysmen 2021), Wochenbulletin 17.09.2024 (Drohnenvermessung), INGVvulcani-Beiträge vom 21.02.2022, 05.03.2025, 03.06.2025 (ETNAS), 28.12.2025, 09.01.2026, 03.08.2026 und 22.08.2026 · AIVulc 2025 · Gazzetta del Sud 26.06.2025 (Studie zum Kollaps) · DRPC Sicilia, Avvisi Nr. 3–13/2026 und Note vom 17.08.2026 · Presse zu Flughafen und Aschefall (ANSA, AGI, Sky TG24, La Sicilia, Il Fatto Quotidiano, LiveUnict). Die Höhe 3.403 m stammt aus Presse und Wikipedia, die sich auf das INGV-Bulletin berufen.

11. März bis 11. Juli 1669Der Ausbruch, der Catania erreichte

Vier Monate, rund 600 Millionen Kubikmeter Lava, ein Lavafeld von 40 Quadratkilometern und 17 Kilometern Länge – der Zivilschutz nennt 1669 die größte Eruption des Ätna in historischer Zeit. Er ist der Maßstab für das Schlimmste, was der Berg Catania antun kann: ein Schlot tief an der Flanke, nahe an den Orten. Und er ist der Grund, warum Lavaströme aus tiefen Flankenschloten das Hauptszenario der Zivilschutzplanung sind – und warum die Gipfelausbrüche der letzten Jahre trotz ihrer Bilder für die Städte harmlos waren.

  1. Ende Februar bis 11. MärzBeben, dann die Spalte bei Nicolosi

    Erdbeben ab Ende Februar; am 10./11. März zerstören sie das Dorf Nicolosi. Am Nachmittag des 11. März öffnet sich an der Südflanke eine Spalte in nur rund 800 Metern Höhe (INGV: zwischen 775 und 850 Metern, östlich des Monte Salazara). Strombolianische Tätigkeit am Schlot baut in wenigen Monaten den Doppelkegel der Monti Rossi auf – Zeitgenossen nennen ihn „monte della ruina“.

  2. März und AprilDorf um Dorf

    Der Strom fließt nach Süden und Südosten und begräbt nacheinander Nicolosi, Mompilieri, Camporotondo, San Pietro und Misterbianco; mehrere Dörfer und ausgedehnte Kulturflächen gehen verloren. Die Lava ist langsam genug, dass die Menschen ausweichen können.

  3. 16. bis 30. AprilDie Stadtmauer bricht

    Am 16. April erreicht die Lava die Stadtmauer von Catania, am 23. April das Meer. Am 30. April gibt unter dem Druck ein 57 Meter langes Mauerstück zwischen den Bastionen Infetti und Tindaro nach, Lava dringt in die Stadt.

  4. Bis 11. Juli und danachNeues Land, keine Toten

    Der Strom schafft über einen Kilometer neues Land vor der Küste, auf dem später neue Stadtviertel entstehen; der Castello Ursino, einst am Meer, liegt seither landeinwärts. Tote fordert der Ausbruch keine. Die „20.000 Toten“, die im Netz kursieren, stammen aus einer Verwechslung mit dem Erdbeben von 1693.

Die großen seit 1669Alle großen Ausbrüche des Ätna: 1843, 1928, 1971, 1983, 1991, 2001, 2002

Der Ätna hat seit 1669 Dutzende Flankenausbrüche geliefert; das INGV zählt in den vergangenen 40 Jahren im Mittel einen alle etwa zwei Jahre. Hier die Ereignisse, die Orte, Menschen oder die Infrastruktur am Berg getroffen haben – kompakter als die Jahre seit 2021, mit den Zahlen, für die es belastbare Quellen gibt.

  1. 25. November 1843Tödliche Explosion bei Bronte

    Heftiger Ausbruch an der Westflanke, der Bronte ernsthaft bedroht. Als die Lavafront auf feuchten Boden trifft, explodiert sie (phreatomagmatisch). Mindestens 36 Tote nach der italienischen Wikipedia, nach anderen Zählungen etwa 60 Forstarbeiter – das schwerste Unglück der Ätna-Geschichte. Die Zahl ist nicht sicher; sicher ist, dass es die Lavafront war, nicht der Krater.

  2. 1892Geburt der Monti Silvestri

    Rund sechs Monate lang fördert eine Spalte in etwa 1.900 Metern an der Südflanke; die Kegel der Monti Silvestri entstehen – die Krater, die heute direkt am Rifugio Sapienza besucht werden, ohne Führer und ohne Ticket. Keine Orte betroffen.

  3. 2. bis 20. November 1928Mascali wird ausgelöscht

    Nach Aschetätigkeit am Nordostkrater öffnen sich Spalten in 2.600, 2.100 und – am 4. November – 1.200 Metern Höhe; der unterste Strom läuft durch das Bett des Pietrafucile auf Mascali zu. Am 7. November erreicht er den Ort und zerstört ihn bis auf den Randbezirk Sant’Antonino vollständig; die Circumetnea-Bahn (6. November) und die Bahnlinie Messina–Catania (11. November) werden unterbrochen. Rund 50 Millionen m³ Lava auf 4,38 km². Mascali wird an anderer Stelle neu gebaut. Es ist die einzige Zerstörung eines Ortes am Ätna seit dem 18. Jahrhundert – und die letzte bis heute.

  4. 5. April bis 12. Juni 1971Observatorium verschüttet, Südostkrater geboren

    Spalten vom Gipfel bis ins Valle del Bove. Das alte Vulkanobservatorium nahe dem Torre del Filosofo wird zerstört, Lava nähert sich Fornazzo. Dabei entsteht der Südostkrater – der Krater, der seit 2011 die meisten Paroxysmen liefert.

  5. 12. September 1979Neun Tote am Kraterrand

    Eine 30 Sekunden lange Explosion aus der Bocca Nuova schleudert Gesteinsblöcke bis an den Kraterrand, wo sich etwa 150 Besucher aufhalten. Neun Tote und 23 Verletzte nach dem Global Volcanism Program (die italienische Wikipedia nennt rund 30 Verletzte). Der Auslöser des Führerzwangs in der Kraterzone, der bis heute gilt.

  6. 28. März bis 6. August 1983Erste Sprengung gegen die Lava

    131 Tage an der Südflanke zwischen 2.450 und 2.250 Metern, rund 100 Millionen m³ Lava; Gebäude und Touristeneinrichtungen um das Rifugio Sapienza werden zerstört. Weltweit der erste Versuch, einen Lavastrom mit Sprengstoff umzulenken.

  7. 17. April 1987Zwei Tote am Südostkrater

    Eine phreatische Explosion tötet zwei Menschen aus einer Gruppe von etwa 30 Besuchern, die rund 500 Meter vom Krater entfernt stehen; sieben Verletzte. Seither ist kein Todesfall durch vulkanische Tätigkeit am Ätna belegt.

  8. 14. Dezember 1991 bis 30. März 1993473 Tage – Zafferana in Gefahr

    Der längste Ausbruch des 20. Jahrhunderts: Spalten am Fuß des Südostkraters zwischen 3.100 und 2.200 Metern, Lava ins Valle del Bove und die Val Calanna. Kastanienhaine, Obstgärten, Gehöfte und die Quellen der Wasserversorgung Zafferanas werden verschüttet. Ein 234 Meter langer, 21 Meter hoher Erdwall an der Portella Calanna hält bis zum 8. April 1992; am 12. April ruft der Ministerrat den Notstand aus. Sprengungen im Mai lenken den Strom um; am 31. Mai 1992 steht die Lava rund 700 Meter vor dem Ortsteil Sciara still.

  9. 17. Juli bis 9. August 2001Seilbahn zerstört, Flughafen zu

    24 Tage; Schlote an Süd- und Nordostflanke zwischen 2.950 und 1.030 Metern, ein neuer Krater am Piano del Lago. Die Bergstation der Seilbahn wird zerstört, Stützen beschädigt, das Rifugio Sapienza schwer bedroht, die SP 92 unterbrochen. Der Flughafen Catania schließt am 21. Juli und 1. August, es folgt wochenlanger Aschefall; 25 bis 40 Millionen m³ Lava. Es ist der letzte Ausbruch mit einem Schlot unterhalb von 1.900 Metern.

  10. 27. Oktober 2002 bis 29. Januar 2003Piano Provenzana dem Erdboden gleich

    Nach einer Bebenkrise öffnen sich in der Nacht gleichzeitig Spalten an Nord- und Südflanke: Schlote in 2.750 und 2.800 Metern (Süd) und 1.900 Metern (Nordost). Am Vormittag des 27. Oktober begräbt die Lava die Touristensiedlung Piano Provenzana mit Hotels und Läden; das Rifugio Torre del Filosofo verschwindet endgültig. Ein Beben Md 4,4 am 29. Oktober mit Epizentrum Santa Venerina beschädigt acht Gemeinden, über 3.000 Gebäude werden unbewohnbar erklärt, bis zu 1.120 Menschen leben in Notunterkünften. Asche bis Libyen und Griechenland, der Flughafen Catania mehrfach tageweise geschlossen; rund 160 Millionen m³ Material. Das Rifugio Sapienza bleibt stehen – Erdwälle des Militärs halten die Lava ab.

  11. 13. Mai 2008 bis 6. Juli 200914 Monate Lava ins Valle del Bove

    417 Tage, der längste Flankenausbruch seit 1991–93. Nach über 230 Beben in sechs Stunden (stärkstes M 3,9) öffnet sich eine Spalte in 2.800 Metern östlich des Nordostkraters. Lavaströme bis fünf Kilometer weit ins unbewohnte Tal, Aschefall bis Milazzo, keine Schäden in Orten.

  12. 2011 bis 2013Paroxysmen bauen den Neuen Südostkrater

    Rund 50 kurze, heftige Fontänen-Episoden aus einem Schlot an der Ostflanke des Südostkraters, der zum „Nuovo Cratere di Sud-Est“ heranwächst; Fontänen oft über einen Kilometer hoch, der explosivste Paroxysmus am 23. November 2013. Wiederholte Sperrungen des Flughafens Catania. Die erste große Paroxysmen-Serie – die Blaupause für 2021.

  13. 3. bis 5. Dezember 2015Der stärkste Paroxysmus seit zwanzig Jahren

    In der Nacht zum 3. Dezember (etwa 02:20 bis 03:10 UTC) schießt die Voragine eine Fontäne deutlich über einen Kilometer hoch, einzelne Auswürfe bis drei Kilometer; die Eruptionssäule steigt nach Satellitenauswertung auf etwa 15 Kilometer. Aschefall bis Reggio Calabria (70 Kilometer), Flughafen Catania geschlossen. Weitere Paroxysmen am 4. und 5. Dezember.

  14. 24. bis 26. Dezember 2018Flankenausbruch an Weihnachten, Beben in Fleri

    Am 24. Dezember über 130 Beben in gut drei Stunden, dann öffnet sich eine Spalte am Fuß des Südostkraters; Aschesäule, Luftraum über Catania ab 14 Uhr geschlossen. Am 26. Dezember um 02:19 UTC folgt ein Beben Mw 4,9 an der Fiandaca-Verwerfung zwischen Fleri und Pennisi – das stärkste je instrumentell am Ätna gemessene, mit acht Kilometern Oberflächenrissen. Schwere Schäden in Fleri, Pennisi, Fiandaca, Santa Maria La Stella und Aci Platani; keine Toten, zahlreiche Obdachlose. Die Lehre: Am Ätna richten die flachen Beben der Ostflanke mehr Schaden an als die Lava.

Historische Aufnahme von Leo Wehrli: der erkaltete Lavastrom von 1928 in Mascali am Ätna, dahinter ragt die Kirchturmspitze aus der Lava
Mascali, wenige Jahre nach dem November 1928: Aus dem Lavastrom ragt nur noch die Kirchturmspitze. Es ist der letzte Ort, den der Ätna zerstört hat.

Foto: Leo Wehrli / ETH-Bibliothek Zürich · CC BY-SA 4.0

Weitere belegte Ausbrüche (Auswahl aus den Katalogen)
1792–93 · 1852–53 · 1865 · 1879 · 1886Lavafelder an der Südost- und Westflanke, die Zafferana Etnea und Adrano bedrohen · die Monti Centenari im Valle del Bove entstehen, Zafferana bleibt verschont · die Kegelreihe Monti Sartorius oberhalb von Fornazzo, heute ein Wanderweg · Spalten gleichzeitig an Südwest- und Nordostflanke, der Alcantara ist bedroht · 1886 wird Nicolosi geräumt, die Lava bleibt vor dem Ort stehen.
1910 · 1911 · 1923Lava zieht etwa einen Kilometer westlich an Nicolosi vorbei, Belpasso ist bedroht (Monti Riccò) · der Nordostkrater entsteht, im September nähert sich Lava Solicchiata · rund 3 km² Weinberge bei Linguaglossa zerstört, der Bahnhof von Castiglione di Sicilia beschädigt.
1950–51 · 1981372 Tage aus einer Spalte im Valle del Bove (2.820–2.250 m), rund 171 Millionen m³, Milo und Zafferana bedroht · 17.–23. März 1981: Spalte bis hinab auf 1.115 m, außergewöhnlich schnelle Ströme durchschneiden Straßen und die Circumetnea, die Lava stoppt rund 2 km vor Randazzo.
2004–05 · 2006Der „leise Ausbruch“: sieben Monate Lava ins Valle del Bove aus Spalten zwischen 2.850 und 2.350 m, kaum Explosionen, keine Schäden · 2006 zwei Phasen am Südostkrater (14.–25. Juli, 4. September bis 15. Dezember).
16. März 2017Ein Lavastrom des Südostkraters trifft auf Schnee; die Dampfexplosion schleudert Blöcke auf ein BBC-Team, Touristen und einen INGV-Vulkanologen. Zehn Verletzte, keiner schwer – die Erinnerung daran, dass eine Lavafront auf Schnee oder feuchtem Boden jederzeit explodieren kann.
Foto von der Internationalen Raumstation am 30. Oktober 2002: die Aschesäule des Ätna zieht nach Süden, dazu Rauch von Bränden, die die Lava an der Nordflanke entzündet hat
30. Oktober 2002, fotografiert von der ISS: Die Asche zieht über Catania, der Rauch links kommt von Bränden an der Nordflanke – drei Tage nachdem die Lava Piano Provenzana begraben hat.

Foto: NASA, ISS Expedition 5 · Public domain

INGVvulcani (1669, 1928, Neuer Südostkrater) · Dipartimento della Protezione Civile (1669, Notstand 2002–03, 2006, 2008–09) · Behncke, Etna eruptions 1900–1996 (Michigan Tech) und italysvolcanoes.com (Opferzahlen) · Global Volcanism Program, Berichte 1979 und 1987 · Wikipedia it, Eruzioni dell’Etna und Einzelartikel 1928, 1991–93, 2001, 2002 · Corradini u. a. 2018 (2015) · Quaternary International 2021 (Fleri-Beben). Opferzahlen sind, wo die Quellen abweichen, als Spanne genannt.

Die FrageWann bricht der Ätna wieder aus?

Am Ätna stellt sich die Frage anders als am Vesuv: Er ist praktisch dauernd tätig, und gefragt ist eher, wann die nächste Fontäne oder der nächste Flankenschlot kommt. Das INGV veröffentlicht keine Termine, sondern Szenarien. Im Wochenbulletin vom 22. September 2026 erwartet es weiterhin häufige Explosionen an den Gipfelkratern mit Aschewolken und Lavaaustritten im Gipfelbereich – und schließt eine schnelle Verschärfung mit Eruptionssäulen und dem Kollaps von Kraterteilen mit pyroklastischen Strömen ausdrücklich nicht aus. Zahlen wie „x Prozent in den nächsten Jahren“ gibt es nicht. Das INGV hat 2024 eigens klargestellt, dass die Szenarien in den Bulletins das Spektrum möglicher Tätigkeit beschreiben und keine Vorhersage eines Ausbruchs sind.

Minutenbis Stunden

Vorlauf einer Fontäne

ETNAS meldet F1 (hohe Wahrscheinlichkeit) und F2 (sehr hohe) typischerweise Minuten bis wenige Stunden vor dem Höhepunkt. Wer oben ist, erfährt es über die Führer und die Sperren – deshalb gilt in der Kraterzone Führerzwang.

~2Jahre

Abstand der Flankenausbrüche

Im Mittel der letzten 40 Jahre laut INGV. Seit 2000: 2001, 2002–03, 2004–05, 2006, 2008–09, 2018, 2025 und 2026 – je nach Zählung acht bis neun. Flankenausbrüche kündigen sich meist Stunden vorher durch Bebenschwärme und Bodenverformung an: 2018 mit 130 Beben in drei Stunden, 2008 mit 230 in sechs.

< 1.000m

Was einen großen Ausbruch bräuchte

Lava bis in die Orte wie 1669 oder 1928 setzt einen Schlot tief an der Flanke voraus. Seit 2001 lagen alle Schlote oberhalb von etwa 1.000 Metern, 2026 oberhalb von 1.900 Metern im unbewohnten Valle del Bove. Ob und wann das wieder anders wird, sagt niemand voraus.

INGV Osservatorio Etneo, Wochenbulletin Rep. 39/2026 vom 22.09.2026 (erwartetes Szenario) und News 376 vom 05.09.2024 (Klarstellung zu Vorhersagen) · INGVvulcani 03.06.2025 (ETNAS) · INGV, Seite Etna (Flankenausbrüche im Mittel alle ~2 Jahre) · Il Fatto Quotidiano 24.12.2018 · DPC, Ausbruch 2008–2009.
Der Südostkrater des Ätna stößt eine graue Aschesäule in den blauen Himmel, die Flanke aus dunkler Schlacke
Der Südostkrater, 1971 geboren, seit 2011 der fleißigste der vier: Was hier passiert, entscheidet meist, welche Phase am Morgen gilt.

Foto: The Cosmonaut · CC BY-SA 2.5 ca

Für BesucherWas ein Ausbruch für dich bedeutet: Alarmphase, Zonen, Flughafen

„Ausbruch“ heißt am Ätna selten „Berg gesperrt“. Der Zivilschutz Siziliens ruft eine von drei Phasen aus, und die entscheidet, wie weit du hinaufkommst: Bei Attenzione geht die Kraterzone mit Führer, bei Preallarme ist nur sie zu, bei Allarme alles oberhalb von rund 2.500 Metern. Die Phase ist an ETNAS gekoppelt und kann mehrmals am Tag wechseln – im August 2026 war Allarme an vier Tagen, dazwischen immer wieder Preallarme. Markiert ist die Phase, die unser Abruf heute Morgen gemeldet hat.

Die Höhen sind nur noch Faustregel

Die Grenzen 2.500, 2.750 und 2.900 Meter stammen aus älteren Verordnungen (Nicolosi 2022: 2.500 m; Südseite 2.700–2.750 m; Nordseite 2.920 m). Seit der Abgrenzung vom 21. August 2025 zählt die vor Ort markierte ZS/ZPP-Grenze, nicht eine feste Höhe. Als Orientierung taugt sie trotzdem: Attenzione – ohne Führer bis zur ZPP-Grenze, grob die Endpunkte der Geländebusse (rund 2.900 m Süd, 2.920 m Nord); Preallarme – ZPP zu, Busse und Wege bis rund 2.900 m offen; Allarme – alles oberhalb rund 2.500 m zu, also auch die Bergstation der Seilbahn und die oberen Wege von Piano Provenzana.

Wer durchgeht, wird angezeigt

Guardia di Finanza und Corpo Forestale besetzen die Schranken an Süd- und Nordseite; Verstöße gegen die Sperren werden nach Artikel 650 des Codice Penale angezeigt. Im Sommer 2026 zeigte die Guardia di Finanza 13 Vulkan- und einen Bergführer an, die Gruppen trotz Sperre hinaufgeführt hatten. Maßgeblich ist immer der jüngste Avviso des DRPC Sicilia; die Bürgermeister setzen ihn mit Verordnungen um, zuletzt Belpasso Nr. 135 vom 10. August 2026. Was das für Seilbahn und Bus heißt: Ätna Seilbahn; welche Wege ohne Führer gehen: Ätna Wanderung.

VONA – der Farbcode des INGV für die Luftfahrt
GrünKeine Aschewolke, Rückkehr zum Vorzustand. Zuletzt am 26. August 2026 nach dem Ende der Sommereruption.
GelbErhöhte Unruhe am Vulkan, keine Asche in der Luft.
OrangeSchwache Ascheemission ohne anhaltende Säule – die Asche bleibt am Gipfel. Zuletzt vom 18. bis 24. September 2026.
RotAsche in Höhen, die Flugrouten gefährden. Es ist eine Meldung an Piloten und Fluglotsen, keine Sperrung: Ob und wie Catania eingeschränkt wird, entscheidet die Unità di Crisi des Flughafens nach Windrichtung und Aschekonzentration. Stand seit 24. September 2026.

Flughafen Catania: Sektoren, Drosselung, Sperre

Der Flughafen Catania-Fontanarossa liegt 30 Kilometer südlich des Gipfels; sein Nucleo di coordinamento operativo (Betreiber SAC mit ENAV und ENAC) entscheidet stundenweise. Je nach Wind werden Luftraumsektoren über dem Vulkan geschlossen (in den Meldungen B1, B2, B3, C1) und die Landungen je Stunde gedrosselt: 12 im Normalbetrieb, bei Asche 10 oder 5, bei Asche auf der Piste null bis zur Reinigung. Abflüge bleiben oft möglich, während Ankünfte nach Palermo oder Comiso umgeleitet werden. Beispiele 2026: 5./6. Juli komplette Sperre bis 12 Uhr; 10./11. August Sperre bis 6 Uhr; 17./18. August Sektor B1 zu, 10 Landungen je Stunde; 15. September Sperre bis 22 Uhr; 24./25. September 5 und dann 10 Landungen je Stunde. Seit 2021 gab es keine Sperre länger als etwa einen Tag am Stück – die Regel ist Drosselung, nicht Schließung. Praktisch: Flugstatus am Reisetag bei der Airline prüfen, vor Rückflügen einen Tag Puffer, Comiso (rund 100 km) und Palermo (rund 200 km) als Ausweich kennen. Den Betriebsstand veröffentlicht die SAC auf aeroporto.catania.it.

Aschefall in Catania: die Regeln

Fällt Asche auf die Stadt, erlassen die Bürgermeister Verordnungen nach einem eingespielten Muster – Catania am 5. Juli 2024, Trecastagni, Aci Catena, Gravina und andere Gemeinden im August 2026: Fahrverbot für Zweiräder und Tempo 30 im ganzen Gemeindegebiet, meist für 48 Stunden; Anwohner füllen die Asche von Höfen und Balkonen in kleine Behälter und stellen sie vor das Haus, die Stadt räumt Straßen und Gullys. Für dich heißt das: Mietwagen langsam fahren, Roller stehen lassen, Scheibenwischer nicht trocken über die Asche ziehen – sie schleift wie Sandpapier. Fenster schließen, bei Atemwegsproblemen FFP2. Das Leitungswasser bleibt sauber. Ob Catania im August 2026 dieselbe Verordnung erließ wie 2024, haben wir nicht im Volltext gesehen.

DRPC Sicilia: Note Nr. 37727 vom 21.08.2025 (ZS/ZPP) und Erläuterung vom 17.08.2026 · Belpasso, Ordinanza Nr. 135/2026 · INGV Osservatorio Etneo, Comunicati VONA · SAC/ENAV/ENAC nach ANSA, AGI, Corriere Etneo, Cataniaoggi, La Sicilia, Sky TG24 (Juli–September 2026) · Catania, Ordinanza Trantino vom 05.07.2024 (La Sicilia) · Cataniatoday (angezeigte Führer). Die Sektorbezeichnungen stammen aus Presse; eine amtliche Sektorkarte haben wir nicht gefunden.
Glühender Lavastrom am Ätna bei Nacht, Januar 2011
Was man sehen darf, wenn der Berg es zeigt: Lava aus sicherer Entfernung, gegen den Wind, und nachts nur mit jemandem, der den Weg kennt.

Foto: gnuckx · CC BY 2.0

ZuschauenVon wo du einen Ausbruch sicher siehst

Bei Preallarme wie heute: Von der Bergstation der Seilbahn (rund 2.500 Meter) und mit dem Geländebus bis etwa 2.900 Meter siehst du die Gipfelkrater aus rund einem Kilometer, tagsüber Aschepuffs, nachts Glut aus der Bocca Nuova oder dem Nordostkrater, wenn dort strombolianische Tätigkeit läuft – im September 2026 zeitweise. Die Krater selbst sind tabu. Bei Attenzione kommen geführte Touren bis an die ZPP-Grenze mit Blick auf die Kraterterrasse dazu. Bei Allarme geht nichts oberhalb von 2.500 Metern – dann schaust du von den Orten am Fuß, von der Mareneve oder von der Küste. Fontänen von 500 Metern und Aschesäulen von 7 Kilometern sieht man aus ganz Ostsizilien und aus Kalabrien; das Problem ist nie die Entfernung, sondern der Wind.

Süden: Sapienza, Silvestri, Schiena dell’Asino

Rifugio Sapienza (1.900 m) und die Crateri Silvestri sind frei zugänglich und liegen mit Blick auf die Gipfelkrater; der Aussichtspunkt an der Schiena dell’Asino öffnet den Blick ins Valle del Bove, wo 2026 die Lava lief. Im Süden fällt die Asche am häufigsten – bei Wind aus Nord lieber die andere Seite.

Norden: Mareneve und Piano Provenzana

Die Straße Mareneve und Piano Provenzana (1.800 m) liegen den Nordostkrater-Paroxysmen am nächsten – sofern nicht gesperrt: Im August 2026 machten Milo und Sant’Alfio die Mareneve zum Rifugio Citelli dicht, mit 200 Metern Mindestabstand zur Lavafront.

Osten und Westen: Zafferana, Milo, Bronte, Adrano

Zafferana Etnea und Milo schauen direkt ins Valle del Bove, Bronte und Adrano auf die Westflanke – das Foto der Voragine oben entstand in Adrano. Wo genau es am besten ist, hängt an dem Tag davon ab, wohin der Wind die Asche trägt. An Lavaströme laut Verordnungen mindestens 50 Meter (Belpasso, Nicolosi), im Bereich Milo/Citelli 200; nachts nur mit ortskundigem Führer, im Winter nur mit Winterausrüstung.

Der Ätna in der Abenddämmerung, der Gipfel leuchtet rosa über dem Meer bei Augusta
Von Augusta aus, 40 Kilometer südlich: So weit weg sieht man Fontänen und Aschesäulen trotzdem – und atmet keine Asche.

Foto: Andrew Malone · CC BY 2.0

Der Rand eines Gipfelkraters am Ätna: dunkle Schlackenwälle, dahinter dampfende Krater und Wolken
Die Kraterterrasse: In Attenzione mit Führer, in Preallarme für niemanden. Hier starben 1979 neun Menschen – seither gilt die Regel.

Foto: Cayambe · CC BY 4.0

Veraltet im NetzWas anderswo falsch steht

„Der Ätna ist so gefährlich wie der Vesuv.“
Anders gefährlich. Der Vesuv ist seit 1944 verstopft und hat für 700.000 Menschen einen Evakuierungsplan mit 72 Stunden Vorlauf, weil sein nächster Ausbruch explosiv sein dürfte. Der Ätna ist fast ständig offen und tätig; seine Lava fließt langsam genug zum Ausweichen (1669: keine Toten). Gefährlich sind Aschefall, Beben an der Ostflanke und Explosionen direkt am Krater. Eine Rote Zone für Orte gibt es nicht.
„Ausbruch heißt: der ganze Berg ist gesperrt.“
Nein. Bei Preallarme, wie heute, ist nur die Kraterzone zu, Seilbahn und Geländebusse fahren bis rund 2.900 Meter. Erst bei Allarme ist alles oberhalb von rund 2.500 Metern gesperrt – und das galt 2026 an vier Tagen im August.
„Bei jedem Ausbruch schließt der Flughafen Catania.“
Meist nicht. VONA Rot ist eine Meldung an Piloten, keine Sperrung. Der Flughafen drosselt je nach Wind die Landungen von 12 auf 10 oder 5 je Stunde und schließt nur Sektoren – oder bei Asche auf der Piste für Stunden ganz. Am 24./25. September 2026 flog Catania trotz Rot weiter.
„Der Ätna ist 3.350 Meter hoch (oder 3.323, 3.329, 3.340).“
Veraltet. Seit den Voragine-Paroxysmen 2024 misst das INGV 3.403 Meter am Ostrand der Voragine. 3.350 Meter war der Nordostkrater von 1981, der bis 2018 auf 3.326 abgesackt war.
„Ohne Führer darf man bis 2.900 Meter oder bis zum Torre del Filosofo.“
Nur bei Attenzione und nur bis zur ZPP-Grenze. Seit dem 21. August 2025 zählt die vor Ort markierte Zone, nicht eine feste Höhe – und bei Preallarme ist die Kraterzone auch mit Führer zu.
„1669 starben 20.000 Menschen in Catania.“
Der Lavastrom von 1669 forderte keine Toten. Die Zahl stammt vom Erdbeben von 1693.
„Der Ausbruch 2002 zerstörte das Rifugio Sapienza.“
Das Rifugio blieb stehen – Erdwälle des Militärs und der Zivilschutz hielten die Lava im Dezember 2002 ab. Verloren gingen Piano Provenzana auf der Nordseite und das Servicegebäude Nicolosis neben dem Rifugio. 2001 traf es die Seilbahn-Bergstation, 1983 Gebäude um das Rifugio.
„Die vielen Fontänen seit 2021 zeigen, dass ein großer Ausbruch bevorsteht.“
Unbelegt. Das INGV stellte am 5. September 2024 klar, dass die Szenarien im Bulletin das Spektrum möglicher Tätigkeit beschreiben, keine Vorhersage – und dass Tremorschwankungen allein keinen Ausbruchstermin liefern.

Kurz gefragtDie häufigsten Fragen zum Ätna-Ausbruch

Ätna Ausbruch aktuell – wo steht der Tagesstand?

Auf Ätna aktuell: Alarmphase, nationale Warnstufe und Flug-Farbcode rufen wir jeden Morgen um 6 Uhr ab, die Webcam-Bilder alle 30 Minuten. Diese Seite hier ist die Chronik mit festem Datum; die Statuszeilen oben zeigen den Abruf von heute.

Werden Touren bei einem Ausbruch abgesagt?

Selten ganz. Bei Preallarme fallen nur die Krater-Touren aus, Sonnenuntergangs- und 3.000-Meter-Touren laufen weiter. Bei Allarme enden alle Touren unterhalb von rund 2.500 Metern oder werden verschoben. Seilbahntickets werden bei Vulkanalarm nicht erstattet – bei unsicherer Lage erst an der Talstation kaufen.

Wo sieht man den Ausbruch am besten?

Gegen den Wind und aus der Ferne: bei Südwind von Piano Provenzana und der Mareneve im Norden, bei Nordwind vom Rifugio Sapienza und der Schiena dell’Asino im Süden; ins Valle del Bove schauen Zafferana und Milo, auf die Westflanke Bronte und Adrano. Fontänen und Aschesäulen sieht man aus ganz Ostsizilien.

Bricht der Ätna gerade aus (September 2026)?

Ja, in einer Aschephase: Seit dem 24. September 2026 stoßen die Gipfelkrater (vor allem Nordostkrater und Bocca Nuova) Asche bis rund 4 km Höhe aus, der Flug-Farbcode steht auf Rot, der Tremor ist nur mittel-niedrig – keine Lavafontäne, kein Lavastrom. Der Zivilschutz Siziliens hält seit 22.08.2026 die Phase PREALLARME: Kraterzone gesperrt, der übrige Berg offen.

Wann war der letzte Ausbruch des Ätna?

Der letzte Flankenausbruch mit Lavaströmen lief vom 26. Juni bis 21. August 2026 (Valle del Leone, Monte Rittmann, neun Schlote); das INGV setzte den Farbcode am 26. August auf Grün. Seit 1. September folgen Ascheemissionen der Gipfelkrater, zuletzt ab 24. September. Der letzte große Paroxysmus mit Fontänen war am 6./7. August 2026 an der Voragine.

Wann bricht der Ätna das nächste Mal aus?

Niemand nennt ein Datum. Das INGV erwartet weiter häufige Explosionen am Gipfel und schließt eine rasche Verschärfung nicht aus; Flankenausbrüche kamen in den letzten 40 Jahren im Schnitt alle etwa zwei Jahre. Fontänen werden vom Frühwarnsystem ETNAS meist Minuten bis Stunden vorher gemeldet, Flankenausbrüche durch Bebenschwärme.

Ist der Flughafen Catania gesperrt?

Stand 25.09.2026: offen, aber gedrosselt – 10 Landungen je Stunde bis 23 Uhr (normal 12), Abflüge regulär. Bei Asche auf der Piste schließt er für Stunden (zuletzt 15.09.2026 bis 22 Uhr, 10./11.08.2026 bis 6 Uhr). Vor der Fahrt zum Flughafen den Flugstatus bei der Airline prüfen; Ausweichflughäfen sind Comiso und Palermo.

Kann man bei einem Ausbruch auf den Ätna?

Meist ja, nur nicht bis zu den Kratern. Bei PREALLARME (heute) fahren Seilbahn und Geländebusse bis rund 2.900 m, geführte Krater-Touren fallen aus. Nur bei ALLARME – im August 2026 an vier Tagen – ist alles oberhalb rund 2.500 m gesperrt. Maßgeblich ist der jeweils jüngste Avviso des DRPC Sicilia.

Wie nah darf man an die Lava?

An Lavaströme laut Verordnungen mindestens 50 m (Belpasso, Nicolosi), im Bereich Milo/Citelli im August 2026 200 m; an den Fuß des Südostkraters mindestens 300 m, und in der Kraterzone nur mit Führer. Explosionen an Lavafronten sind bei Schnee oder Feuchtigkeit möglich – 2017 verletzten sie zehn Menschen.

Ist ein Ausbruch des Ätna gefährlich?

Für Orte selten: Lava zerstörte zuletzt 1928 einen Ort (Mascali), Catania erreichte sie 1669. Gefährlich sind Explosionen am Krater (1979 neun Tote, 1987 zwei), Erdbeben an der Ostflanke (2018 Fleri, Mw 4,9) und Aschefall für Verkehr, Dächer und Atemwege. Wer die Sperren beachtet, ist am Ätna sicherer als auf einer sizilianischen Landstraße.

Wie oft bricht der Ätna aus?

Praktisch dauernd. In Serienjahren gab es rund 50 Paroxysmen (2011–13, 2021), Flankenausbrüche seit 2000 acht- bis neunmal. Das INGV gibt für die letzten 40 Jahre im Mittel einen Flankenausbruch alle etwa zwei Jahre an.

Wie viele Menschen hat der Ätna getötet?

77 in der aufgezeichneten Geschichte bis 2001 (Behncke), die meisten 1843 bei Bronte, als eine Lavafront explodierte. Seit 1970: neun Tote 1979 an der Bocca Nuova und zwei 1987 am Südostkrater. Seit 1987 ist kein Todesfall durch vulkanische Tätigkeit belegt; Unfälle mit Eis, Schlitten und Stürzen gab es dagegen zuletzt im Januar 2025.

Ist Catania bedroht?

Durch Lava nur bei einem Schlot tief an der Südflanke wie 1669 – seit 2001 lagen alle Schlote oberhalb 1.000 m, 2026 oberhalb 1.900 m im unbewohnten Valle del Bove. Was Catania regelmäßig trifft, ist Asche: Juli 2024 und August 2026 mit Zweiradverbot und Tempo 30, Flughafendrosselung im September 2026.

Was tun bei Aschefall?

Verordnungen der Gemeinden beachten: kein Roller, kein Fahrrad, Tempo 30, Asche in kleine Behälter füllen und vor das Haus stellen. Beim Auto Scheibenwischer nicht trocken laufen lassen, Filter prüfen; Fenster schließen, bei Atemwegsproblemen FFP2 tragen; Vorräte an Wasser nicht nötig, Asche verunreinigt kein Leitungsnetz.

Ätna oder Vesuv – welcher ist gefährlicher?

Der Vesuv – für die Menschen an seinem Fuß: Er ist seit 1944 verstopft, sein nächster Ausbruch dürfte explosiv sein, 700.000 Menschen müssten vorher raus. Der Ätna ist offen und ständig aktiv, seine Ausbrüche sind meist effusiv; für Besucher ist er der spektakulärere, für Anwohner der berechenbarere.

Kann man nachts Lava sehen?

Bei laufender Tätigkeit ja: Glut an der Bocca Nuova oder am Nordostkrater ist von der Bergstation und den Orten aus sichtbar, Fontänen und Lavaströme von ganz Ostsizilien. Im September 2026 gibt es keinen Lavastrom; die strombolianische Tätigkeit der Bocca Nuova war nur nachts vom 15./16.09. sichtbar. Nachts hinauf nur mit Führer.

Wie hoch ist der Ätna jetzt?

3.403 m am Ostrand der Voragine nach der INGV-Drohnenvermessung vom 12. September 2024 – höher als je gemessen. 2021 waren es 3.357 m (Südostkrater), 1981 3.350 m (Nordostkrater). Die Zahl kann sich mit jedem Paroxysmus ändern.

Was bedeutet VONA Rot?

Die höchste von vier Stufen der INGV-Meldung an die Luftfahrt: Asche in Höhen, die Flugrouten gefährden. Es ist eine Information an Piloten und Fluglotsen, keine Sperrung; ob und wie Catania eingeschränkt wird, entscheidet die Unità di Crisi des Flughafens nach Windrichtung.

Was war der schlimmste Ausbruch des Ätna?

1669: Lava aus 800 m Höhe bei Nicolosi begrub mehrere Dörfer, durchbrach am 30. April die Stadtmauer Catanias und schuf neues Land im Meer – 600 Millionen m³ auf 40 km², aber keine Toten. Das größte Unglück war 1843 bei Bronte (mindestens 36 Tote durch eine Explosion an der Lavafront).

Was war 2025 am Ätna los?

Zwei kleine Flankenausbrüche an der Südwestseite (8.2.–2.3. mit Lava bis 2.480 m im Schnee; 9.–20.8.), fünfzehn Episoden am Südostkrater bis Juni, am 2. Juni ein Kollaps des Südostkraters mit einem 3 km langen pyroklastischen Strom, und zu Weihnachten die Rückkehr des Nordostkraters mit einer Säule über 10 km, gefolgt von einer Spalte in 2.100 m am 1. Januar 2026.

Was ist 2026 passiert?

Januar: Lavastrom im Valle del Bove bis 1.360 m. Ab 26. Juni Sommerphase mit drei Episoden, neun neuen Schloten, 7-km-Säulen und rund 1.900 betroffenen Flügen, Warnstufe Gelb seit 26.6., ALLARME an vier Augusttagen. Seit 1. September Aschephase, zuletzt ab 24.9. mit VONA Rot und Drosselung des Flughafens.

Quellen · abgerufen am 25.09.2026