Volcano·Guide
Die Montanha do Pico von unten: der breite Vulkankegel über gelbgrünen Heideflächen, die Spitze in Wolken Der Aufstiegsweg auf den Pico über der geschlossenen Wolkendecke, ein Markierungspfosten am Rand, darunter das Wolkenmeer Der Piquinho, der Gipfelkegel des Pico: 70 Meter dunkle Lava vor blauem Himmel, Wanderer auf dem Kraterrand

Montanha do Pico

Von unten ein Kegel über den Weiden. 2.351 Meter, der höchste Berg Portugals.

Ab 1.200 Metern nur mit Registrierung und Tracker. Dann steigt man durch die Wolken.

Oben der Piquinho: 70 Meter Lava, dampfende Spalten, 20 Minuten Zeit.

Scrollen –
hinauf durch die Wolken

Stand 22. September 2026Offen – mit Registrierung, Tracker und Tageslimit

Der Trilho PRC4 PIC ist offen, der Vulkan ruht (V0), die Casa da Montanha ist bis Ende September rund um die Uhr besetzt. Was viele Reiseseiten falsch beschreiben: Es gibt keine generelle Führerpflicht. Es gibt eine Registrierungspflicht, einen GPS-Tracker, Gebühren, 320 Plätze am Tag – und eine Rettungspauschale von 1.200 € für alle, die sich nicht daran halten.

Offen
320am Tag

Trilho PRC4 PIC bis zum Piquinho

Der einzige zugelassene Weg, 3,8 km und 1.150 Höhenmeter ab der Casa da Montanha. Höchstens 320 Menschen am Tag, 160 gleichzeitig, 30 auf dem Piquinho. Gesperrt wird bei orangen oder roten IPMA-Wetterwarnungen; bei gelber wird abgeraten.

selbstständig · über Anbieter 5 €15 €
24 h
1.200m

Casa da Montanha

Registrierung, Briefing, Tracker-Ausgabe. Vom 1. Mai bis 30. September rund um die Uhr besetzt, im April und Oktober 8–20 Uhr (Wochenende durchgehend), von November bis März 8–18 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten nur mit anerkanntem Bergführer.

Tel. +351 967 303 519Pflicht
V0
1720letzter Ausbruch

Der Vulkan

CIVISA führt am 22.09.2026 keinen Alarm für den Pico. Unter dem Kanal Faial–Pico gab es 2026 zwei Bebenserien mit V1 (April, Mai bis Sommer); der Bergzugang war davon nie betroffen. Am Piquinho dampfen Spalten – Schwefel, bei Asthma meiden.

civisa.pt/alertasruhend
Quellen: Regulamento de Acesso à Reserva Natural da Montanha do Pico in der Fassung der Portaria n.º 64/2023 vom 27.07.2023 (Art. 4, 7, 8, 11, 13); montanhapico.azores.gov.pt (Öffnungszeiten, Ausrüstung, Kapazitäten); CIVISA-Alarmseite vom 22.09.2026. Die Gebühren stehen so in der Verordnung von 2023 und werden auf der offiziellen Seite im September 2026 unverändert als Pflichtgebühr geführt.
Markierungspfosten Nummer 3 mit rot-gelber Markierung am Aufstiegsweg auf den Pico, der Pfad verschwindet dahinter im Nebel
47 Pfosten bis zum Krater. Wer nach dem letzten eine halbe Stunde keinen nächsten sieht, geht zurück.

Foto: Jules Verne Times Two · CC BY-SA 4.0

Das ErlebnisDurch die Wolken auf das Dach Portugals

Die Casa da Montanha steht auf 1.200 Metern in einer Heide aus Wacholder und Lava. Meist hängt hier die Wolke. Man unterschreibt, bekommt den Tracker um den Arm, hört das Briefing – und dann geht es hinein in das Grau, Pfosten für Pfosten.

Der Weg ist kein Weg, sondern eine Linie aus 47 Holzpfosten über Erde, Fels, Schotter und Lavablöcke. 3,8 Kilometer, 1.150 Höhenmeter, drei bis vier Stunden. Irgendwann, meist zwischen 1.500 und 1.800 Metern, wird es hell: Man tritt oben aus der Wolke, und unter einem liegt ein weißes Meer, aus dem Faial und São Jorge herausragen.

Der Kraterrand auf 2.280 Metern ist ein Ring aus Lava, 500 Meter breit. In seiner Mitte steht der Piquinho, ein Kegel von 70 Metern, den man auf allen vieren hinaufkraxelt. Aus Spalten steigt warmer Schwefeldampf. Oben ist Portugal zu Ende – 2.351 Meter, und nichts mehr darüber als Wind.

Zwanzig Minuten darf man bleiben. Dann kommt der Abstieg, der die Knie kostet, und unten die Abmeldung an der Casa. Wer den Tracker nicht abgibt, wird gesucht – und eine Suche ohne Grund kostet 1.200 €.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026. Mit Anbieter zahlt man an den Park nur 5 € + 5 € statt 15 € + 10 € – der Rest ist der Führer. Ob es oben klar ist, entscheidet der Berg.

Auf dem Gipfel des Pico: Steinmännchen und Lavablöcke, dahinter das Wolkenmeer über dem Atlantik
Über den Wolken: Was auf 1.200 m Nebel war, ist auf 2.300 m eine Decke unter den Füßen.

Foto: Jules Verne Times Two · CC BY-SA 4.0

Die RegelRegistrierung, Tracker, Gebühr – und die Rettungspauschale

Seit 2020 regelt eine Verordnung der Azoren-Regierung den Zugang, 2023 wurde sie verschärft. Sie erlaubt ausdrücklich den selbstständigen Aufstieg – aber nur unter Bedingungen, die man vorher kennen sollte.

1

Online reservieren, persönlich registrieren

Reservierung auf servicos-sraa.azores.gov.pt/gamp, Zahlung binnen 48 Stunden, sonst Storno. Trotzdem muss jeder persönlich in der Casa da Montanha erscheinen – spätestens 2 Stunden nach der gebuchten Startzeit – Formular und Haftungsausschluss unterschreiben und den GPS-Tracker abholen. 90 % der Plätze gehen online, der Rest vor Ort.

2

5 € · 15 € · +10 €

Bis zur Furna Abrigo 5 €, kompletter Aufstieg zum Krater 15 €, Zuschlag Piquinho 10 €, Übernachtung im Krater 10 €. Über einen zugelassenen Anbieter 2 € / 5 € / 5 €. Azoren-Bewohner frei. Optional 30 € Haftungsausschluss für den Tracker, sonst bis 300 € bei Verlust oder Schaden.

3

Kein Führer nötig – außer nachts im Winter

Innerhalb der Öffnungszeiten der Casa da Montanha darf man allein gehen. Ein anerkannter Guia da Montanha do Pico ist Pflicht, wenn die Casa geschlossen ist (nachts von Oktober bis April, an Neujahr und Weihnachten) und für jede kommerzielle Tour: ein Führer je 12 Gäste.

4

Sperrung und Rettung

Bei orangen oder roten IPMA-Warnungen oder Katastrophenschutz-Warnung ist der Berg zu, bei gelber wird abgeraten. Wer trotzdem geht, den Weg verlässt oder grundlos Hilfe ruft und gerettet werden muss, zahlt pauschal 1.200 € – im Juli 2025 erstmals bekannt angewendet. Ermüdung gilt nicht als Rettungsgrund.

Offizielle Gebühren nach Art. 8 der Verordnung · Portaria 64/2023, auf der offiziellen Seite 09/2026 unverändert
Aufstieg bis Furna Abrigo, selbstständig / über zugelassenen Anbieter5 € / 2 €
Kompletter Aufstieg zum Krater, selbstständig / über Anbieter15 € / 5 €
Zuschlag Piquinho (der eigentliche Gipfel), selbstständig / über Anbieter10 € / 5 €
Zuschlag Übernachtung im Krater, selbstständig · Reservierung mindestens 24 Stunden vorher, 32 Personen je Nacht10 €
Optionaler Haftungsausschluss für den GPS-Tracker · ohne: bis 300 € bei Verlust oder Beschädigung30 €
Rettung nach Regelverstoß, nach nicht empfohlenem Aufstieg oder ohne Grund angefordert1.200 €
Azoren-Bewohner (Nachweis Cartão de Cidadão)frei
Fähre Atlânticoline Horta–Madalena, einfach / hin und zurück (Nicht-Residenten)8,20 € / 16,40 €
Quelle: Portaria n.º 64/2023 vom 27.07.2023, Art. 8 (Gebühren), Art. 9 (Zahlung, Erstattung bei Sperrung), Art. 10 (Tracker), Art. 13 (Rettung). Die Unterseite „Pagamentos“ der Reservierungsplattform war ohne Login nicht abrufbar; eine Änderung der Beträge nach 2023 ist nicht bekannt, aber nicht ausgeschlossen. Fährpreis nach Atlânticoline-Tarif über eine private Infoseite.

Wege hinaufEin Weg, drei Varianten

Es gibt nur den Trilho PRC4 PIC. Aber man kann ihn kurz gehen, ganz gehen – oder über Nacht bleiben.

Die drei Varianten · Stand 09/2026
Kurzvariante bis Furna Abrigo – 1.000 m Weg ab der Casa da Montanha bis zur Lavahöhle, die als Unterstand dient; die familientaugliche Alternativeca. 45 Minuten · 5 €
Trilho PRC4 PIC Montanha – Casa da Montanha (ca. 1.200 m) über 47 Pfosten zum Kraterrand (ca. 2.280 m) und auf den Piquinho (2.351 m); 3,8 km, 1.150 Höhenmeter, „nicht technisch, aber mittel bis hoch schwierig“; Abstieg spätestens 4 Stunden vor Sonnenuntergang beginnen3–4 Stunden je Richtung · 15 € + 10 €
Übernachtung im Krater (Pernoita) – Start zwischen 16 und 24 Uhr (Juni–September) bzw. 14 und 24 Uhr (Oktober–Mai), Zelt und Schlafsack Pflicht, Abstieg nach 8 Uhr; Sonnenaufgang vom Piquinho; außerhalb der Casa-Öffnungszeiten nur mit Anbieter und Führereine Nacht · 15 € + 10 € (+ 10 € Piquinho)
Der Gipfelkrater des Pico: dunkle Lavawälle umschließen den flachen Kraterboden, am Rand steht der Piquinho
Der Krater auf 2.280 m: 500 Meter breit, 30 Meter tief. Hier steht der 47. Pfosten – und hier wird gezeltet.

Foto: Unukorno · CC BY-SA 3.0

Sonnenaufgang vom Gipfel des Pico: unter der Wolkendecke leuchten die Lichter von Madalena, dahinter die Insel Faial
Von Mai bis September darf man das ohne Führer: Start gegen ein Uhr nachts, Lampe Pflicht, oben, wenn die Sonne kommt.

Foto: Pablosievert · CC BY-SA 4.0

Gut zu wissenAnreise, beste Zeit, Tipps

Anreise

Ohne Auto: Kein Linienbus zur Casa da Montanha. Auf Pico fahren Inselbusse zwischen Madalena, Flughafen und den Hauptorten; zur Casa da Montanha (ca. 15 Fahrminuten von Madalena über die EN3 und den Caminho Florestal 9) nimmt man Taxi, Mietwagen oder den Transfer eines Tourenanbieters.

Mit dem Auto: Von Madalena auf der EN3 Richtung Lajes/São Roque bergauf, Abzweig zur Casa da Montanha ausgeschildert (Candelária, Caminho Florestal n.º 9). Parkplatz an der Casa da Montanha; bei Nachtaufstiegen nichts Sichtbares im Wagen lassen.

  • Ab Madalena (Fährhafen) · ca. 15–20 Minuten
    Taxi oder Mietwagen über die EN3 und den Caminho Florestal 9
  • Ab Horta (Faial) · ca. 1 Stunde
    Fähre Atlânticoline Horta–Madalena (25–30 Minuten, mehrmals täglich, 8,20 € einfach), dann Taxi/Mietwagen
  • Ab Ponta Delgada (São Miguel) · ca. 2 Stunden inkl. Transfer
    Flug SATA Air Açores nach Pico (PIX), ca. 55 Minuten, mehrmals täglich; Flughafen 9 km von Madalena (Taxi 10–20 €)
  • Ab Lissabon · 2,5 Stunden Flug direkt
    Direktflug nach Pico (TAP/Azores Airlines, saisonal) oder via Ponta Delgada/Terceira

Beste Zeit

Mai bis September: Casa da Montanha rund um die Uhr besetzt, längste Tage, stabilste Sicht, Nacht- und Sonnenaufgangsaufstiege ohne Führer möglich; Juli/August aber Andrang bis zum Tageslimit – früh buchen und früh starten. April und Oktober sind ruhiger bei oft gutem Wetter, dann Öffnungszeiten beachten. Von November bis März liegt am Gipfel häufig Schnee oder Eis (Steigeisenpflicht), die Casa schließt um 18 Uhr, und Stürme sperren den Berg; dann nur mit Führer und flexibler Planung. Grundregel: Start am frühen Morgen, Abstieg spätestens vier Stunden vor Sonnenuntergang beginnen.

Für wen es passt

Kinder
Zugelassen ab 5 Jahren; 5- bis 16-Jährige nur in Begleitung eines Elternteils oder gesetzlichen Vertreters, der eine Verantwortungserklärung unterschreibt (Art. 11 Abs. 3). Für Kinder unter etwa 10 Jahren ist die Tour mit 1.150 Höhenmetern auf losem Lavagestein sehr anspruchsvoll; die Kurzvariante bis zur Furna Abrigo ist die familientaugliche Alternative.
Mindestalter
5 Jahre (Verordnung Art. 11 Abs. 2 c)
Kondition
Offiziell 'nicht technisch, aber mittel bis hoch schwierig': 3,8 km mit 1.150 m Anstieg, steile Passagen auf Erde, Fels, Schotter und Schlamm, oben Kraxeln über Lavablöcke; Gesamtzeit 6–8 Stunden. Die Verwaltung warnt ausdrücklich vor Knie- und Gelenkproblemen beim Abstieg. Wer regelmäßig Bergtouren mit 1.000+ Höhenmetern geht, kommt gut zurecht.
Höhe
Bei 2.351 m keine echte Höhenkrankheit zu erwarten; Luft merklich dünner, Anstieg schnell von Meereshöhe.
Herz und Atemwege
Die Verwaltung rät, Tempo und Anstrengung an die eigene Fitness anzupassen; Ermüdung gilt ausdrücklich nicht als Rettungsgrund (Art. 13 Abs. 4) – wer nicht mehr kann, muss selbst absteigen. Am Piquinho austretende Schwefeldämpfe bei Asthma meiden.
Rollstuhl
nicht möglich; die Casa da Montanha selbst ist mit dem Auto erreichbar (Aussicht auf Faial)
Hunde
verboten – kein Zugang mit Haustieren (Art. 11 Abs. 2 d)
Kleidung
Pflicht laut Verordnung und Casa da Montanha: Bergkleidung, mindestens 1,5 l Wasser, Verpflegung; nachts Stirnlampe; bei Übernachtung Zelt, Schlafsack, extra warme Kleidung; bei Schnee/Eis Steigeisen. Empfohlen: Regenjacke, Mütze, Handschuhe, Sonnenbrille, Sonnenschutz, Stöcke. Oben ist es im Schnitt 10 °C kälter als am Meer, und es gibt keinen Schatten.
Schuhe
Bergstiefel oder geschlossene Trekkingschuhe mit Grip sind Pflicht; Turnschuhe werden abgewiesen.

Tipps, die man vor Ort braucht

  • Online reservieren (servicos-sraa.azores.gov.pt/gamp) und innerhalb von 48 Stunden bezahlen, sonst verfällt die Buchung; in den letzten 48 Stunden vor dem Aufstieg zählt nur die sofortige Zahlung.
  • Trotz Online-Buchung persönlich in der Casa da Montanha erscheinen – spätestens 2 Stunden nach der gebuchten Startzeit, sonst wird der Platz gestrichen.
  • Die 30 € Haftungsausschluss für den Tracker sind eine Abwägung: Bei einem Sturz auf Lava zahlt man sonst bis zu 300 €.
  • Mindestens 1,5 Liter Wasser sind Pflicht; auf dem Berg gibt es keine Quelle und keinen Schatten.
  • Im Nebel gilt die 30-Minuten-Regel: Wer nach einem Holzpfosten eine halbe Stunde keinen nächsten sieht, geht zum letzten zurück. Wer Vegetation unter den Füßen hat, ist vom Weg abgekommen.
  • Am Piquinho gelten 30 Personen gleichzeitig und 20 Minuten Aufenthalt – oben nicht trödeln, das ist eine Ordnungswidrigkeit.
  • Nach dem Abstieg abmelden und Tracker abgeben; sonst wird gesucht – und die Suche ohne Grund kostet 1.200 €.
  • Für Sonnenaufgang ohne Führer: nur Mai bis September (Casa 24 h besetzt), Lampe Pflicht, Start meist gegen 1–2 Uhr; wer im Krater zelten will, reserviert mindestens 24 Stunden vorher (32 Plätze/Tag).

Kurze Geschichte

  • Der Pico ist geologisch sehr jung: Der Gipfelaufbau ist nach Radiokarbondaten weniger als 6.000 Jahre alt; die Insel selbst entstand vor rund 300.000 Jahren auf dem Mittelatlantischen Rücken.
  • 1562–1564: Flankenausbruch mit Lavaströmen bis ins Meer – die 'Mistérios' (Lavafelder) prägen bis heute die Landschaft.
  • 1718 und Dezember 1720: Letzte Ausbrüche, ebenfalls an der Flanke; seither ist der Vulkan ruhig, der Piquinho dampft aber weiter.
  • März 1972 bzw. Decreto Regional 15/82/A (1982): Der Berg oberhalb von 1.200 m wird Naturreservat (rund 1.500 ha); 2008 Eingliederung in den Parque Natural da Ilha do Pico.
  • 1998: Auf dem Gipfel wird ein Observatorium zur Messung atmosphärischer Aerosole über dem Nordatlantik eingerichtet.
  • 2004: Die Weinbaulandschaft am Fuß des Berges wird UNESCO-Welterbe.
  • 11.03.2020: Portaria 25/2020 führt Registrierungspflicht, GPS-Tracker, Gebühren und das Tageslimit von 320 Personen ein; 27.07.2023: Portaria 64/2023 überträgt den Betrieb nach Auflösung der AZORINA an das Umweltressort, setzt die Rettungspauschale von 1.200 € fest und präzisiert Öffnungszeiten und Übernachtungsregeln.
  • Juli 2025: Erste bekannt gewordene Anwendung der 1.200-€-Pauschale gegen einen Touristen, der ohne Registrierung und abseits des Weges per Hubschrauber gerettet werden musste.
  • April–Juli 2026: Bebenserien unter dem Kanal Faial–Pico; CIVISA hebt den Alarm für das Cachorro-System zweimal auf V1, der Bergzugang bleibt offen.
Der Yachthafen von Horta auf Faial mit Segelmasten, dahinter über dem Kanal der Kegel des Pico
Von Horta aus ist der Pico eine halbe Stunde Fähre entfernt – und der Blick von hier ist der klassische.

Foto: Franzfoto · CC BY-SA 3.0

Rund um den BergPico ohne Gipfel: Weinberge, Lavatunnel, Krater über Nacht

Am Fuß des Berges liegt die Weinlandschaft aus schwarzen Lavamauern, seit 2004 Welterbe. Wer den Gipfel nicht will oder nicht kann, hat hier einen Tag – und wer mehr will, bleibt oben über Nacht.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026. Der Korb für Pico ist klein – diese Angebote haben wenige Bewertungen.

Die Weinlandschaft von Criação Velha auf Pico von oben: Reben zwischen schwarzen Lavamauern, dahinter das Meer und die Insel Faial
Currais: Rebstöcke in Kammern aus Lava, seit 2004 UNESCO-Welterbe. Frei zugänglich, drei markierte Wege.

Foto: Manuel Silveira · CC BY-SA 4.0

Veraltet im NetzWas anderswo falsch steht

„Der Pico darf nur mit Bergführer bestiegen werden.“
Die Verordnung erlaubt den selbstständigen Aufstieg mit Registrierung, Gebühr und GPS-Tracker. Führerpflicht gilt nur außerhalb der Öffnungszeiten der Casa da Montanha und für kommerzielle Touren (Art. 3 und 7, Portaria 64/2023).
„Der Aufstieg kostet 10 €.“
Veraltet. 15 € für den selbstständigen Aufstieg zum Krater plus 10 € für den Piquinho – 25 € bis ganz oben. Über einen Anbieter 5 € + 5 €. Nur die Furna Abrigo kostet 5 €.
„Man kann jederzeit spontan hochgehen.“
320 Plätze am Tag, 160 gleichzeitig, 90 % davon online. Im Sommer kann der Berg voll sein. Bei orangen und roten Wetterwarnungen ist er gesperrt.
„Der Weg hat 45 Markierungspfosten.“
Die offizielle Seite nennt 47. Der letzte steht im Krater und zeigt den Weg zum Piquinho.
„Die Rettung ist kostenlos, wie überall in Portugal.“
Auf dem Pico kostet eine Rettung nach Regelverstoß, nicht empfohlenem Aufstieg oder ohne Grund pauschal 1.200 € (Art. 13). Im Juli 2025 musste ein Tourist, der ohne Registrierung abseits des Weges per Hubschrauber geborgen wurde, genau das zahlen.
Der Pico bei Nacht unter einem Sternenhimmel, im Vordergrund Lavafelder mit Flechten, am Himmel die Spur eines Kometen
Nachts gehört der Berg denen, die registriert sind: Mai bis September auch ohne Führer, Stirnlampe Pflicht.

Foto: Pedroemanuelp · CC BY-SA 4.0

Kurz gefragtVor dem Aufstieg

Wie schwer ist die Besteigung des Pico?

Offiziell „nicht technisch, aber mittel bis hoch schwierig“: 3,8 km mit 1.150 Höhenmetern über Erde, Fels, Schotter und Lavablöcke, oben Kraxeln auf den Piquinho, insgesamt 6–8 Stunden. Wer regelmäßig 1.000 Höhenmeter geht, kommt zurecht; der Abstieg geht auf die Knie.

Was ist der Piquinho?

Der 70 Meter hohe Gipfelkegel in der Mitte des Kraters, der eigentliche höchste Punkt auf 2.351 m. Er kostet 10 € Zuschlag, fasst 30 Personen gleichzeitig, und man darf 20 Minuten bleiben. Aus Spalten tritt Schwefeldampf aus.

Was passiert, wenn der Berg gesperrt wird?

Bei Sperrung oder ausdrücklicher Nicht-Empfehlung durch die Casa da Montanha wird die Gebühr voll erstattet (Art. 9 Abs. 4). Ein Datum lässt sich online bis 2 Stunden vor Start kostenlos ändern.

Wie funktioniert der GPS-Tracker?

Man bekommt ihn bei der Registrierung, trägt ihn den ganzen Weg und gibt ihn nach dem Abstieg zurück – an der Casa oder außerhalb deren Zeiten bei den Bombeiros in Madalena. Er zeigt der Rettung die Position. Verlust oder Schaden kosten bis 300 €, ein Haftungsausschluss 30 €.

Wie kommt man nach Pico?

Per Fähre von Horta auf Faial nach Madalena in 25–30 Minuten (8,20 € einfach) oder per Flug von Ponta Delgada (rund 55 Minuten) und saisonal ab Lissabon. Von Madalena zur Casa da Montanha 15–20 Minuten mit Taxi oder Mietwagen; einen Linienbus gibt es nicht.

Gibt es Wasser auf dem Berg?

Nein, keine Quelle und keinen Schatten. Mindestens 1,5 Liter pro Person sind Pflicht; ohne wird man an der Casa da Montanha abgewiesen.

Ist der Pico aktuell offen und ist der Vulkan gefährlich?

Stand 22.09.2026 ist der Trilho offen; die CIVISA-Alarmseite führt für den Pico und den Kanal Faial–Pico keinen Alarm (V0). Der Vulkan ist seit 1720 ruhig. Gefährlich sind eher Wetterumschwünge, Nebel und der steile Abstieg – deshalb Registrierung, GPS-Tracker und Sperrungen bei Unwetterwarnungen.

Braucht man für den Pico einen Bergführer?

Nein, innerhalb der Öffnungszeiten der Casa da Montanha darf man mit Registrierung, Gebühr und Tracker allein gehen. Ein anerkannter Bergführer ist nur Pflicht, wenn die Casa da Montanha geschlossen ist (z. B. nachts von Oktober bis April) oder wenn man über einen Anbieter geht.

Was kostet der Aufstieg auf den Pico?

Selbstständig 15 € bis zum Krater plus 10 € für den Piquinho, also 25 € bis ganz oben; nur bis zur Furna Abrigo 5 €. Über einen zugelassenen Anbieter zahlt man an den Park nur 5 € + 5 €, dazu kommt der Tourpreis. Azoren-Bewohner sind frei. Optional 30 € Tracker-Haftungsausschluss.

Muss man den Pico vorher reservieren?

Nicht zwingend, aber dringend empfohlen: Es gibt nur 320 Plätze pro Tag, 90 % davon online über servicos-sraa.azores.gov.pt/gamp. Bezahlt werden muss binnen 48 Stunden, und trotz Reservierung muss man persönlich in der Casa da Montanha registrieren und den Tracker abholen.

Wie lange dauert der Aufstieg auf den Pico?

Offiziell je 3–4 Stunden hinauf und hinunter, also 6–8 Stunden für 3,8 km und 1.150 Höhenmeter. Der Abstieg muss spätestens vier Stunden vor Sonnenuntergang beginnen.

Ist der Pico für Kinder geeignet?

Erlaubt ab 5 Jahren, bis 16 nur mit Elternteil oder gesetzlichem Vertreter und Verantwortungserklärung. Realistisch ist der Gipfel etwas für sportliche Kinder ab etwa 10–12 Jahren; für kleinere bietet sich die 45-Minuten-Variante bis zur Furna Abrigo an.

Was muss man anziehen und mitnehmen?

Pflicht: Bergstiefel oder feste Trekkingschuhe, Bergkleidung, mindestens 1,5 l Wasser, Essen; nachts eine Stirnlampe, bei Schnee Steigeisen, bei Übernachtung Zelt und Schlafsack. Oben ist es rund 10 °C kälter als an der Küste, es gibt keinen Schatten – Regenjacke, Mütze, Handschuhe und Sonnenschutz einpacken.

Wie kommt man zur Casa da Montanha?

Mit Taxi oder Mietwagen von Madalena in etwa 15–20 Minuten über die EN3 (Candelária, Caminho Florestal 9). Nach Pico kommt man per Fähre von Horta (25–30 Minuten, 8,20 €) oder per Flug von Ponta Delgada (ca. 55 Minuten) und Lissabon.

Kann man den Pico nachts oder zum Sonnenaufgang besteigen?

Ja. Von Mai bis September ist die Casa da Montanha rund um die Uhr besetzt, dann geht das auch ohne Führer (Lampe Pflicht). In den übrigen Monaten ist die Casa nachts geschlossen; dann dürfen nur zugelassene Anbieter mit Bergführer starten, Reservierung online Pflicht.

Darf man im Krater des Pico übernachten?

Ja, mit Reservierung mindestens 24 Stunden vorher, Zelt und Schlafsack; höchstens 32 Personen pro Nacht, Zuschlag 10 €. Als Übernachtung gilt jeder Aufstieg, der im Sommer zwischen 16 und 24 Uhr beginnt (Winter 14–24 Uhr) und nach 8 Uhr des nächsten Tages endet.

Was passiert, wenn man vom Weg abkommt oder gerettet werden muss?

Der Tracker zeigt der Rettungsmannschaft die Position. Rettungen wegen echter Verletzungen sind kostenlos; wer aber Regeln verletzt hat, trotz Abratens gegangen ist oder grundlos Hilfe ruft, zahlt pauschal 1.200 € – so geschehen im Juli 2025. Ermüdung gilt nicht als Rettungsgrund.

Wie viele Markierungen hat der Weg und was tun bei Nebel?

47 nummerierte Holzpfosten; der letzte steht im Krater und weist zum Piquinho. Bei Nebel gilt: Sieht man 30 Minuten nach einem Pfosten keinen nächsten, zurück zum letzten. Wer auf Pflanzen tritt, hat den Weg verlassen.

Quellen · abgerufen am 22.09.2026