Der Bromo ist kein Berg, den man besteigt. Er ist ein rauchender Kegel mitten in einer zehn Kilometer breiten Caldera – und das, wofür Menschen um Mitternacht aufstehen, ist der Blick von oben hinein.
Gegen 3 bis 3:30 Uhr fahren die Jeeps los. Am Aussichtspunkt ist es stockdunkel und einstellig kalt; PVMBG maß am 20. September ein Minimum von 9 °C. Man steht in geliehener Jacke am Geländer und sieht erst einmal nichts. Zwischen 5:15 und 5:45 Uhr geht die Sonne auf, und die Caldera füllt sich mit Formen: vorn der gerippte Kegel des Batok, daneben der flache, offene Krater des Bromo mit seiner Dampffahne, ganz hinten der Semeru. In der Trockenzeit liegt an klaren Morgen oft Nebel über dem Calderaboden – garantieren kann das niemand.
Danach geht es hinunter ins Sandmeer. Grauer Vulkansand bis zum Horizont, Pferde, Jeepspuren, mittendrin der Tempel Pura Luhur Poten. Dreht der Wind, ziehen Asche und Schwefelgeruch über die Ebene; ein Tuch vor Mund und Nase ist hier kein Accessoire. Der Krater raucht über dir – am 20. September stieg der Dampf 50 bis 400 Meter hoch. Am Vormittag bist du zurück.
Wer zwei Nächte in Cemoro Lawang bleibt, kann auf den Jeep verzichten: In rund 1 bis 1,5 Stunden geht man im Dunkeln zu Bukit Kedaluh hinauf und mittags, wenn die Jeeps weg sind, ins Sandmeer. Ein Ticket braucht man trotzdem.