Der Poás ist einer der wenigen aktiven Krater der Welt, an dessen Rand man auf einem befestigten Weg spaziert. Genau deshalb ist der Besuch so streng getaktet.
Vom Besucherzentrum sind es wenige hundert Meter, fast eben, durch niedrigen, vom Wind verbogenen Wald. Dann stehst du an einer Brüstung, und der Boden fällt 300 m ab. Der Hauptkrater misst rund 1,5 km im Durchmesser. Am Grund liegt die Laguna Caliente, ein milchig-türkiser See mit pH-Werten nahe null – einer der sauersten der Welt. Vom Ufer steigen Dampf- und Gasfahnen auf, und wenn der Wind dreht, riechst du den Schwefel.
Auf rund 2.700 m ist es windig und deutlich kälter als in San José. Rund um die Uhr messen automatische Sensoren Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff. Die Schutzdächer am Mirador fassen genau 56 Personen – daher die Obergrenze. Nach 20 Minuten ist die nächste Gruppe dran.
Und manchmal siehst du gar nichts: Ab dem späten Vormittag steigt fast täglich Nebel in den Krater, in der Regenzeit von Mai bis November oft schon gegen 10 Uhr. Geld zurück gibt es dafür nicht. Wer das früheste verfügbare Zeitfenster bucht, hat die besten Karten.