Volcano·Guide
Die Route forestière du Volcan in Kehren über die rotbraune Plaine des Sables auf La Réunion Der Aussichtspunkt am Pas de Bellecombe-Jacob mit Mauer und Besuchern auf dem Rand des Rempart, dahinter der Parkplatz Blick in den Dolomieu-Krater des Piton de la Fournaise: senkrechte, geschichtete Wände, tief unten der graue Kraterboden

Piton de la Fournaise

Die Route du Volcan quert die Plaine des Sables: 25 Kilometer Kehren, rote Asche, kein Baum.

Am Pas de Bellecombe endet die Straße. Unten liegt der Enclos – 13 mal 9 Kilometer Lava.

Sechs Kilometer weiter der Dolomieu: ein Loch, 350 Meter tief, seit dem Einsturz von 2007.

Scrollen –
hinein in den Enclos

Stand 23. September 2026Phase „vigilance“: Der Enclos ist offen – auf zwei Wegen

Der Piton de la Fournaise ist einer der aktivsten Vulkane der Erde: 46 Ausbrüche seit 1998, zuletzt vom 13. Februar bis 12. April 2026, als Lava die Küstenstraße RN2 überquerte und das Meer erreichte. Seit dem 7. Mai 2026 gilt wieder die Phase vigilance des Plan ORSEC: Der obere Enclos ist auf zwei markierten Wegen begehbar, ohne Ticket, ohne Führer. Das Observatorium OVPF misst aber weiter eine Aufblähung des Gipfels – der Berg steht unter Druck, ein Rückfall in „Alerte“ ist jederzeit möglich. Dann ist das Tor zu.

Offen
2Wege

Oberer Enclos: Dolomieu und Cratère Caubet

Freigegeben per arrêté n° 2026-627: Pas de Bellecombe – Formica Léo – Zugangsweg zum Beobachtungsplatz am Nordrand des Dolomieu sowie Formica Léo – Sentier Rivals – Cratère Caubet. Verlassen der weißen Markierungen ist untersagt.

Parkplatz, Tor, Wegekostenlos
Gesperrt
3Sperren

Sentier Kapor, Lavaplattform, Dolomieu-Rundweg

Der Sentier Kapor liegt seit 2026 unter Lava und ist zu. Die neue, 8,5 Hektar große Lavaplattform am Meer ist gesperrt. Um den Dolomieu herumgehen darf man seit dem Einsturz 2007 dauerhaft nicht mehr – die Ränder brechen ab.

Abschnitt Caubet – Belvédère seit Jahren zu
Offen
RN2

Unterer Enclos: Route des Laves, Lavatunnel

Die Küstenstraße RN2 durch den Grand Brûlé ist seit 28. Mai 2026 wieder befahrbar. Die Lavatunnel von 2004 und 2007 und der Nordrand der Lava von 2026 sind über den Sentier des Laves zugänglich.

Tunneltouren kostenpflichtigkostenlos
Quellen: Pressemitteilung der Préfecture de La Réunion vom 07.05.2026 (Rückkehr in die Phase vigilance, arrêté préfectoral n° 2026-627); OVPF-IPGP-Tagesbulletin vom 21.09.2026 (keine Eruption, 34 flache und 6 tiefe Beben, anhaltende Inflation); ONF-Wegekarte; La 1ère vom 07.05.2026. Aktuelle Phase: Pressemitteilungen der Präfektur · Tagesstand des Vulkans: OVPF-Bulletin.
  1. 28.11.2025Vigilance

    Nach zweieinhalb Jahren Ruhe ruft der Präfekt wieder die Phase „vigilance“ aus; Intrusionen am 5. Dezember und 1. Januar bringen jeweils kurz Alerte 1.

  2. 18.–20.01.2026Kurze Eruption

    33 Stunden an der Nordflanke bei Piton Jacob, Alerte 2-1, Enclos gesperrt.

  3. 13.02.–12.04.202660 Tage Eruption

    Ausbruch an der Süd-Südost-Flanke. Am 12. März Alerte 2-2, die RN2 wird gesperrt; am 13. März um 8:02 Uhr überquert die Lava die Straße, am 16. März erreicht sie das Meer. 30–37 Mio. m³ Lava, 8,5 Hektar Neuland.

  4. 07.05.2026Zurück in vigilance

    Der Enclos wird teilweise wieder geöffnet: zwei Wege im oberen Teil, Lavatunnel und Sentier des Laves unten. Am 28. Mai ist die RN2 wieder befahrbar.

  5. 23.09.2026Heute

    Keine Eruption, aber fortgesetzte Inflation am Gipfel (OVPF-Bulletin vom 21.09.2026). Die Wege sind offen – solange die Präfektur nicht sperrt.

Wanderer auf der rauen Gratons-Lava im Enclos Fouqué, dahinter der Rempart und ein Wolkenmeer über La Réunion
Im Enclos: sechs Kilometer Lava bis zum Krater, und die Wolken kommen von unten.

Foto: Olaf2 · CC BY-SA 4.0

Das ErlebnisÜber 500 Stufen hinunter in ein Meer aus Lava

Der Parkplatz liegt auf 2.311 Metern am Rand einer Wand. Morgens um sieben hat es hier vier Grad, und unten im Enclos beginnt der Tag: eine Caldera von 13 mal 9 Kilometern, in der fast alles, was dieser Vulkan tut, geschieht – 98 Prozent seiner Ausbrüche bleiben hier drin.

Erst 550 Meter am Rempart entlang, dann das Tor, dann die Treppe: über 500 Stufen die Wand hinunter. Unten steht der Formica Léo, ein roter Doppelkegel, so klein und perfekt, dass er wie hingestellt wirkt. Man geht um ihn herum, nicht hinauf – der Park bittet darum, die Erosion ist zu groß.

Danach gibt es keinen Weg mehr, nur weiße Farbkleckse auf der Lava. Sie führen dorthin, wo bis 2018 die Chapelle de Rosemont stand, ein Lavaunterstand, den ein Strom überdeckt hat. Dann geht es rund dreieinhalb Kilometer gleichmäßig bergauf über Gratons: rau, scharfkantig, hohl klingend. Kein Schatten, kein Wasser, kein Empfang.

Der Beobachtungsplatz am Nordrand des Dolomieu liegt auf 2.483 Metern. Der Krater ist ein Kilometer lang, 750 Meter breit und seit dem Einsturz im April 2007 rund 350 Meter tief; die weißen Sperrlinien am Rand sind ernst gemeint. Wer zu spät dran ist, sieht davon nichts: Gegen Mittag steigt der Passat mit den Wolken vom Meer herauf, und der Enclos ist binnen Minuten im Nebel. Deshalb um sieben Uhr am Parkplatz – und die Treppe kommt am Ende noch einmal, diesmal bergauf.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026. Ein Führer ist auf den freigegebenen Wegen nicht Pflicht. Geführte Wanderungen laufen bei „Alerte“ nicht in den Enclos – vorher beim Anbieter fragen, wohin dann gegangen wird.

Die RegelKein Ticket, kein Führer – aber der Präfekt entscheidet

Der Zugang zum Enclos hängt an den Phasen des Plan ORSEC „Piton de la Fournaise“. Der Préfet de La Réunion löst sie auf Basis der OVPF-Daten aus, das ONF schließt das Tor, Gendarmerie und Bergrettung räumen den Enclos. Vier Phasen muss man kennen.

Jetzt
1

Vigilance

Eruption in Tagen bis Wochen möglich. Zugang zum oberen Enclos nur auf den vom ONF unterhaltenen, markierten Wegen; Verlassen der Markierungen untersagt. Gilt seit 07.05.2026.

Enclos zu
2

Alerte 1

Magma steigt auf, Ausbruch binnen Minuten oder Stunden möglich. Der gesamte Enclos – oberer und unterer Teil, Grandes Pentes – wird gesperrt und geräumt. Zuletzt am 01.01.2026 nach einer seismischen Krise um 4:47 Uhr.

Enclos zu
3

Alerte 2-1 und 2-2

Eruption läuft. 2-1: im Enclos ohne besondere Gefahr, RN2 offen. 2-2: Lava bedroht Infrastruktur – am 12.03.2026 ausgerufen, als der Strom weniger als 700 m vor der RN2 stand; Straße zwischen PR 78 und PK 82 gesperrt, Verbotszone auf See.

Öffnung
4

Sauvegarde

Eruption beendet. Nach Erkundungen durch OVPF und ONF wird der Enclos schrittweise wieder freigegeben – 2026 dauerte das vom 12. April bis 7. Mai.

Was es kostet · Stand 09/2026
Enclos Fouqué, Parkplatz Pas de Bellecombe-Jacob, alle Wegekostenlos
Cité du Volcan in Bourg-Murat, Erwachsene · ermäßigt (Kinder 4–12, Studierende, über 65) 6 € · unter 4 frei9 €
Cité du Volcan, Zuschlag 4D-Kino2 €
Hubschrauber-Rundflug über Enclos, Plaine des Sables und Krater, 25–55 Minuten (Anbieterpreise)205–365 €
Bus Car Jaune S2 Saint-Pierre – Bourg-Murat, Kurzstrecke (Näherung)ca. 2 €
Quellen: Pressemitteilungen der Präfektur vom 02.07.2023, 01.01.2026, 18.01.2026, 12.03.2026 und 07.05.2026 (Definition der Phasen); museesreunion.fr (Cité du Volcan, Preise und Zeiten); Hélilagon, Corail Hélicoptères, Mafate Hélicoptères (Flugpreise 09/2026). Der volle Text des Plan ORSEC war nicht abrufbar; die Stufen „Alerte 2-3“ und „Sauvegarde“ sind nur über Tourismusportale beschrieben. Bußgelder nennt die Präfektur nicht; private Ratgeber sprechen von bis zu 750 € – nicht amtlich belegt.
Der Formica Léo, ein kleiner roter Doppelkegel aus Schlacke, mitten im grauen Lavafeld des Enclos Fouqué, winzige Wanderer am Rand
Formica Léo, 20 Minuten ab Tor: die Kurzvariante – und der Kegel, den man bitte nicht besteigt.

Foto: B.navez · CC BY-SA 3.0

Wege hinaufZum Dolomieu, zum Formica Léo, zum Cratère Caubet – oder in die Luft

Alle Wege beginnen am Parkplatz Pas de Bellecombe-Jacob. Die Zahlen des Parc national sind die verlässlichsten; Tourismusportale rechnen etwas kürzer.

Die Varianten · Stand 09/2026
Ascension du cratère Dolomieu (PR 9, weiße Markierung) – 550 m am Rempart entlang, Tor, Treppe mit über 500 Stufen, Formica Léo, ehemaliger Standort der Chapelle de Rosemont, dann 3,5 km über Gratons-Lava zum Beobachtungsplatz am Nordrand (ca. 2.483 m); Rückweg identisch. Parc national: 12,8 km, 596 Höhenmeter, „assez difficile“6 Stunden · kostenlos
Formica Léo (Kurzvariante) – ab Tor die Treppe hinunter zum roten Schlackenkegel (ca. 2.202 m), rund 1,5 km je Richtung; zurück dieselbe Treppe hinauf. Auch mit kleineren Kindern machbar20 Minuten je Richtung · kostenlos
Sentier Rivals zum Cratère Caubet – ab Formica Léo nach Süden; der Abschnitt Caubet – Belvédère sur Château Fort bleibt gesperrt. Freigegeben laut arrêté n° 2026-627kostenlos
Hubschrauber-Rundflug – ab Pierrefonds (Saint-Pierre) oder Saint-Gilles/L'Éperon über Enclos, Plaine des Sables und in den Dolomieu; bei Eruption nur mit Genehmigung der Präfektur. Hélilagon 45 min 319 €, 55 min 364 €; Corail 45 min 320 €; Mafate Hélicoptères 25–30 min 205 €25–55 Minuten · 205–365 €
Eine dichte Wolkenbank schiebt sich über den Rand des Rempart in den Enclos Fouqué, unten das dunkle Lavafeld
So sieht der Enclos um die Mittagszeit aus. Wer um sieben startet, ist dann schon auf dem Rückweg.

Foto: Auregann · CC BY-SA 4.0

Gut zu wissenAnreise, beste Zeit, Tipps

Anreise

Ohne Auto: Kein Bus fährt zum Pas de Bellecombe. Car Jaune Linie S2 (Saint-Pierre – Les Plaines – Saint-Benoît) hält in Bourg-Murat an der Cité/Maison du Volcan, Fahrzeit ab Gare de Saint-Pierre rund 40–55 Minuten, Fahrpreis rund 2–5 € je nach Strecke; Carsud T12 bedient stündlich (nicht sonntags, 5:30–18:30) Plaine des Cafres und den Beginn der Route forestière. Von Bourg-Murat bleiben 25 km Straße bis zum Parkplatz – nur per Mietwagen, Taxi oder Tour.

Mit dem Auto: Ab RN3 in Bourg-Murat bei der Cité du Volcan auf die Route forestière du Volcan (RF5) abbiegen: 25 km, rund 45 Minuten in engen Kehren über Nez de Bœuf (2.136 m), Pas des Sables (2.350 m) und die Plaine des Sables bis zum Parkplatz Pas de Bellecombe-Jacob (2.311 m; ca. 100–150 Stellplätze, kostenlos, Toiletten, Relais mit Getränken und Snacks). Normaler Pkw genügt; die Piste über die Plaine des Sables ist teils rau. Fahrverbot abseits der Straße (Parkregel: Kfz nur auf klassifizierten Straßen, Parken nur auf ausgewiesenen Plätzen). An Eruptionstagen ist der Andrang enorm – dann Verkehrsregelung durch Gendarmerie und Gemeinde Le Tampon.

  • Ab Saint-Pierre · ca. 1 h 30 (RN3 ca. 40 min laut Busfahrzeit, RF5 ca. 45 min)
    RN3 nach Bourg-Murat (Le Tampon / Plaine des Cafres), dann RF5 Route du Volcan (25 km)
  • Ab Saint-Denis · ca. 2 h 15
    RN2 nach Saint-Benoît, RN3 über Plaine des Palmistes nach Bourg-Murat, dann RF5
  • Ab Saint-Gilles-les-Bains · ca. 2 h
    Route des Tamarins/RN1 nach Saint-Pierre, RN3 nach Bourg-Murat, RF5

Beste Zeit

Trockenzeit Mai bis November (Südwinter): wenig Regen, verlässlicher Passat, aber kalt – Météo-France nennt für Bellecombe-Jacob Tageshöchstwerte um 14 °C und Nachtwerte um 4–5 °C, Frost kommt schon in der Plaine des Cafres vor. Auch in der Trockenzeit regnet es an den Vulkanflanken im Osten viel. Tageszeit entscheidet mehr als der Monat: Der Parc national rät zum Start um 7 Uhr, weil gegen Mittag Wolken, Regen oder bei klarem Himmel Hitze einsetzen; am frühen Morgen ist der Enclos am ehesten frei. Januar bis März ist Regen- und Zyklonzeit, April und Dezember sind Übergangsmonate. Wer Lava sehen will, kann nichts planen – Eruptionen kündigen sich Tage bis Wochen vorher an ('vigilance'), dann ist der Enclos aber genau deshalb zu.

Für wen es passt

Kinder
Bis Formica Léo (20 Minuten ab Tor) auch für kleinere Kinder machbar, allerdings über 500 Stufen zurück nach oben. Die volle Dolomieu-Runde (12,8 km, 6 h, 600 Hm, keine Schattenstelle) ist erst für geübte Schulkinder geeignet; der Parc national mahnt ausdrücklich warme Kleidung für Kinder an.
Mindestalter
keines vorgeschrieben; Hubschrauber: Kleinkinder unter 2 Jahren bei Hélilagon frei
Kondition
Parc national: 'assez difficile' – lange, aber technisch einfache Wanderung auf rauer Gratons-Lava; die Treppe am Rempart ist der steilste Teil, ganz am Ende des Tages bergauf.
Höhe
Zwischen 2.200 und 2.500 m – für Gesunde meist unproblematisch, aber Atem und Tempo anpassen.
Rollstuhl
Aussichtspunkt mit Orientierungstafel am Parkplatz ja; Enclos nein (Treppe).
Hunde
Im Kern des Parc national de La Réunion sind Hunde grundsätzlich erlaubt; Leinenpflicht gilt laut Parkregeln nur im Massiv der Roche Écrite. Eine spezielle Hundregel für den Enclos wurde nicht gefunden; auf der Treppe und der scharfkantigen Lava sind Hunde ohnehin schlecht aufgehoben.
Kleidung
Zwiebelprinzip: morgens am Pas de Bellecombe 4–5 °C, tagsüber im Enclos bei klarem Himmel Hitze und extreme UV-Strahlung, dann Nebel und eisiger Wind. Windjacke, Mütze, Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme, Regenschutz, 1,5–2 Liter Wasser, Stirnlampe, geladenes Handy mit Karte.
Schuhe
Feste Wanderschuhe mit griffiger Sohle; Gratons-Lava ist scharf und rutschig, Turnschuhe reichen nicht.

Tipps, die man vor Ort braucht

  • Abends vorher zwei Seiten prüfen: das OVPF-Tagesbulletin und die Pressemitteilungen der Präfektur (oder die ONF-Wegekarte). Steht 'Alerte', ist das Tor zu – dann Piton Bert oder Route des Laves einplanen.
  • Um 7 Uhr am Parkplatz sein: Der Parc national empfiehlt genau das, weil der Enclos gegen Mittag zunebelt; außerdem sind die 100–150 Stellplätze an Wochenenden früh voll.
  • Weiße Markierungen sind die einzige Orientierung im Lavafeld – keine Abkürzungen, keine Taschentücher liegen lassen (sie sehen aus wie Markierungen), weiße Sperrlinien an den Kraterrändern nicht übertreten.
  • Die Treppe kommt am Ende: Über 500 Stufen bergauf nach 12 km – Kräfte und Wasser dafür aufheben.
  • Vier Jahreszeiten an einem Tag: 4 °C am Morgen, brennende Sonne im Enclos, Nebel und Wind am Nachmittag. Windjacke, Mütze, Sonnenhut, Sonnencreme, Regenschutz.
  • Kein Handyempfang im Enclos einplanen; Karte oder GPX offline, Stirnlampe für den Fall, dass es spät wird. Nachts absteigen wird von Bergrettung und Ratgebern abgeraten.
  • Wer Lava fließen sehen will, braucht Glück und Flexibilität: Bei 'Alerte 2' geht es nur zu den Aussichtspunkten am Rempart (Piton Bert), bei Küstenströmen zu den Sperren der RN2; Drohnen sind dann verboten.
  • Nebeltag? Cité du Volcan in Bourg-Murat (täglich 9–18 Uhr, 9 €) und die Route des Laves an der Ostküste funktionieren bei jedem Wetter.

Kurze Geschichte

  • Das Massiv ist rund 530.000 Jahre alt; der Enclos Fouqué (etwa 13 × 9 km, Wände 100–400 m hoch) entstand durch mehrere Einbrüche, der heutige Kegel vor rund 4.700 Jahren; 98 % der Ausbrüche bleiben im Enclos.
  • 1768: Expedition unter Gouverneur Guillaume Léonard de Bellecombe; der versklavte Jacob steigt als Erster über die Rempart-Wand in den Enclos – gegen sechs Stück Stoff. 1791 bricht der Dolomieu-Krater ein.
  • 1977: Lava läuft durch Piton Sainte-Rose und um die Kirche Notre-Dame-des-Laves; Folge ist die Gründung des Observatoriums OVPF (1979). 1986: Ströme bei Le Tremblet zerstören acht Häuser.
  • 02.04.–01.05.2007: 'Eruption des Jahrhunderts' mit rund 120 Mio. m³ Lava; der Dolomieu-Boden sackt um etwa 330–350 m ab, die RN2 liegt stellenweise unter 60 m Lava und bleibt sieben Monate zu; Tremblet bekommt einen neuen schwarzen Strand.
  • 2007 Nationalpark, 2010 UNESCO-Welterbe 'Pitons, cirques et remparts'. 11.09.2016: Ein neuer Schlackenkegel wird 'Piton Jacob' getauft; 2019 benennt Sainte-Rose den Pass in Pas de Bellecombe-Jacob um (Ratsbeschluss 04.05., Einweihung 28.08.2019).
  • 13.07.2018: Lava überdeckt die Chapelle de Rosemont, der Weg zum Dolomieu wird neu markiert. 10.–22.04.2021: Zwei junge Männer, die die laufende Eruption sehen wollten, werden tot im Enclos gefunden.
  • 02.07.–10.08.2023: Eruption an der Ostflanke; danach zweieinhalb Jahre Ruhe, am 20.06.2025 hebt der Préfet sogar die Phase 'vigilance' auf. 05.08.2025: Felssturz auf der Treppe am Pas de Bellecombe, Enclos bis 13.08.2025 zu.
  • 28.11.2025: erneut 'vigilance'; Intrusionen am 05.12.2025 und 01.01.2026 (jeweils Alerte 1). 18.–20.01.2026: kurze Eruption an der Nordflanke. 13.02.–12.04.2026: 60-tägige Eruption an der Süd-Südost-Flanke, Lava überquert am 13.03. die RN2 und erreicht am 16.03. das Meer; 8,5 ha Neuland. 07.05.2026: Rückkehr in 'vigilance', Enclos teilweise wieder offen; 28.05.2026: RN2 wieder befahrbar.
Die Route des Laves (RN2) im Grand Brûlé: ein Pick-up auf der Straße zwischen schwarzer Lava und jungem Grün am Hang
Die RN2 zwischen Sainte-Rose und Saint-Philippe: siebenmal von Lava überquert, zuletzt im März 2026. Seit 28. Mai wieder offen.

Foto: Thierry Caro · CC BY-SA 3.0

Wenn er ausbrichtLava sehen: nur bei „Alerte“ – und dann nur vom Rand

Wer glühende Lava will, kann nichts planen. Eruptionen kündigen sich Tage bis Wochen vorher an, und genau dann ist der Enclos gesperrt. Zu sehen ist der Ausbruch vom Piton Bert am Rempart, rund eine Stunde Fußweg ab Pas de Bellecombe, oder – wenn Ströme die Küste erreichen – von den Sperren der RN2 im Grand Brûlé. So war es im Februar und März 2026: nachts Glut über der Südflanke, tags Rauch über dem Wald, dann Lava über der Straße und im Meer. Drohnen sind während einer Eruption im ganzen Sektor verboten.

Nachtaufnahme der Eruption des Piton de la Fournaise im Februar 2026: roter Schein über dem Hang, eine glühende Linie fließender Lava, Bäume als Silhouetten
Februar 2026, vom Rand des Enclos: die Glut der Südflanke. Näher heran kam niemand – der Enclos war zu.

Foto: Rémih · CC BY-SA 4.0

Der Lavastrom vom März 2026 als dunkle Schneise durch den Wald des Grand Brûlé, Rauch steigt an mehreren Stellen auf
März 2026: Der Strom durch den Grand Brûlé, kurz bevor er die RN2 erreichte. Erstmals seit 2007 lag die Straße unter Lava.

Foto: Rémih · CC BY-SA 4.0

Von obenHubschrauber und Ausflüge ab der Küste

Der Blick in den Dolomieu ohne 500 Stufen: Rundflüge starten in Saint-Pierre und Saint-Gilles, meist vormittags, wenn die Sicht am besten ist. Wer keinen Mietwagen hat, kommt mit einer Tagestour ab der Westküste bis zum Pas de Bellecombe.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026. Bei Eruption braucht jeder Flug eine Genehmigung der Präfektur; bei Wolken verschieben die Anbieter.

Luftaufnahme des Gipfels des Piton de la Fournaise: der Kegel mit dem eingebrochenen Dolomieu-Krater über einem Wolkenmeer, dahinter der Piton des Neiges
Aus dem Hubschrauber sieht man, was vom Boden verborgen bleibt: den ganzen Dolomieu – und den Piton des Neiges dahinter.

Foto: Pouyot · CC BY-SA 4.0

Veraltet im NetzWas anderswo falsch steht

„Der Enclos ist immer frei zugänglich, man muss nur früh dran sein.“
Der Zugang hängt von der ORSEC-Phase ab. Seit 28.11.2025 gilt fast durchgehend „vigilance“ mit Wegepflicht, und vom 13.02. bis 07.05.2026 war der Enclos komplett gesperrt.
„Zum Dolomieu führen drei Wege, unter anderem der Sentier Kapor.“
Der Sentier Kapor wurde von der Lava 2026 überdeckt und ist seit 07.05.2026 gesperrt. Freigegeben sind nur die zwei Routen über Formica Léo.
„Man kann um den Dolomieu-Krater herumgehen.“
Seit dem Einsturz 2007 endet der Weg am Beobachtungsplatz an der Nordseite. Die Umrundung ist nicht freigegeben, die Ränder brechen ab.
„Die letzte Eruption war 2023.“
Überholt. Vom 13. Februar bis 12. April 2026 floss Lava über die RN2 bis ins Meer; davor gab es eine kurze Eruption vom 18. bis 20. Januar 2026.
„Ein Führer ist Pflicht.“
Nein. Auf den freigegebenen Wegen darf jeder allein gehen. Die Pressemitteilungen der Präfektur nennen keine Führerpflicht; Führer sind freiwillig.
„Die Wanderung dauert drei bis vier Stunden.“
Der Parc national gibt 12,8 km, 596 Höhenmeter und sechs Stunden an, Tourismusportale gut fünf. Kürzere Angaben meinen den Formica Léo – oder Läufer.

Kurz gefragtVor dem Abstieg in den Enclos

Kann man den Piton de la Fournaise auf eigene Faust besteigen?

Ja. In der Phase „vigilance“ sind zwei markierte Wege ab Pas de Bellecombe freigegeben – zum Dolomieu-Aussichtspunkt und zum Cratère Caubet. Es gibt weder Ticket noch Anmeldung noch Führerpflicht. Nur die weißen Markierungen darf man nicht verlassen, und bei „Alerte“ ist der Enclos für alle zu.

Wie lange dauert die Wanderung zum Dolomieu?

Der Parc national rechnet mit sechs Stunden für 12,8 km und 596 Höhenmeter hin und zurück, Tourismusportale mit gut fünf. Die über 500 Treppenstufen am Rempart kommen am Ende des Tages bergauf – Wasser und Kraft dafür aufheben.

Was kostet der Piton de la Fournaise?

Nichts. Parkplatz, Tor und Wege im Enclos sind kostenlos. Geld kosten nur Extras: die Cité du Volcan in Bourg-Murat (9 €), geführte Wanderungen (ab etwa 55 €) oder ein Hubschrauber-Rundflug (205–365 €).

Wo sieht man die Lava, wenn der Vulkan ausbricht?

Nicht im Enclos – der ist dann gesperrt. Bei Ausbrüchen auf der Südflanke ist der Piton Bert am Rempart der klassische Platz, rund eine Stunde Fußweg ab Pas de Bellecombe. Erreichen Ströme die Küste, geht man bis zu den Sperren der RN2 im Grand Brûlé. So war es im März 2026.

Wie kommt man ohne Auto zum Vulkan?

Nur bis Bourg-Murat: Die Buslinie Car Jaune S2 hält an der Cité du Volcan. Von dort bleiben 25 Kilometer Route forestière bis zum Parkplatz – per Taxi oder mit einer Tour. Geführte Wanderungen holen meist am Treffpunkt in Bourg-Murat oder am Parkplatz ab.

Wann war der letzte Ausbruch des Piton de la Fournaise?

Vom 13. Februar bis 12. April 2026 an der Süd-Südost-Flanke: Die Lava überquerte am 13. März die RN2 und erreichte am 16. März das Meer, wo eine 8,5 Hektar große Plattform entstand. Davor gab es vom 18. bis 20. Januar 2026 eine 33-stündige Eruption an der Nordflanke.

Ist der Piton de la Fournaise aktuell offen?

Stand 22.09.2026: ja, eingeschränkt. Seit 07.05.2026 gilt die Phase 'vigilance', der obere Enclos ist auf zwei markierten Wegen ab Pas de Bellecombe (zum Dolomieu-Aussichtspunkt und zum Cratère Caubet) begehbar; Sentier Kapor und die neue Lavaplattform sind gesperrt. Das OVPF meldet im Bulletin vom 21.09.2026 keine Eruption, aber anhaltende Inflation – eine neue Sperrung ist jederzeit möglich.

Braucht man ein Ticket oder eine Anmeldung?

Nein. Parkplatz, Tor und Wege im Enclos sind kostenlos, es gibt keine Kasse und keine Registrierung. Bezahlt wird nur für Extras wie die Cité du Volcan (9 €) oder einen Hubschrauberflug.

Kann man den Vulkan ohne Führer besteigen?

Ja. Auf den vom Préfet freigegebenen, weiß markierten Wegen ist keine Führung vorgeschrieben. Abseits der Markierungen darf man in der Phase 'vigilance' nicht gehen; wer Nacht- oder Spezialtouren will, bucht einen Bergführer.

Wie lang und wie schwer ist die Wanderung zum Dolomieu?

Der Parc national nennt 12,8 km hin und zurück, 596 Höhenmeter und 6 Stunden ('assez difficile'); Tourismusportale rechnen mit gut 5 Stunden. Technisch ist der Weg einfach, aber lang, ohne Schatten, auf scharfer Lava – und am Ende warten über 500 Treppenstufen bergauf.

Was bedeuten die Alarmstufen der Präfektur?

'Vigilance': Ausbruch in Tagen/Wochen möglich, Enclos nur auf markierten Wegen. 'Alerte 1': Ausbruch binnen Stunden, Enclos komplett zu. 'Alerte 2-1': Eruption im Enclos ohne Gefahr nach außen, Enclos zu. 'Alerte 2-2': Lava bedroht die RN2 oder andere Infrastruktur, Straßensperrungen. 'Sauvegarde': Eruption vorbei, schrittweise Wiederöffnung.

Ist der Piton de la Fournaise gefährlich?

Auf den Wegen und außerhalb von Eruptionen liegt die Gefahr eher im Wetter (Nebel, Kälte, UV) und im Gelände (Kraterränder, Lavatunnel unter dünner Kruste) als im Vulkan. 2021 starben zwei junge Männer im Enclos, die eine laufende Eruption sehen wollten; 2025 ging ein Felssturz auf die Treppe nieder. Sperrungen und Markierungen respektieren, dann ist das Risiko gering.

Ist die Tour für Kinder geeignet?

Bis Formica Léo (20 Minuten ab Tor) ja, die volle Dolomieu-Runde nur für geübte, größere Kinder. Der Parc national mahnt ausdrücklich warme Kleidung für Kinder an – morgens hat es 4–5 °C.

Was anziehen und mitnehmen?

Wanderschuhe, Windjacke, Mütze und zugleich Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme, Regenschutz, 1,5–2 Liter Wasser, Proviant, Stirnlampe, geladenes Handy mit Offline-Karte. Es gibt weder Schatten noch Wasser noch Empfang im Enclos.

Wie kommt man zum Pas de Bellecombe?

Mit dem Auto: RN3 nach Bourg-Murat, dort bei der Cité du Volcan auf die Route forestière du Volcan, 25 km und rund 45 Minuten bis zum kostenlosen Parkplatz. Ab Saint-Pierre etwa 1,5 Stunden, ab Saint-Denis gut 2 Stunden. Busse (Car Jaune S2) enden in Bourg-Murat.

Wann ist die beste Zeit?

Trockenzeit Mai bis November und in jedem Fall früh am Morgen – gegen Mittag zieht der Enclos zu. Januar bis März ist Regen- und Zyklonzeit. Für Eruptionen gibt es keine Saison.

Kann man im Enclos zelten oder nachts hoch?

Nicht empfehlenswert und bei Sperrungen unmöglich: Der Enclos muss bei 'Alerte 1' geräumt werden, Nachtabstiege raten Bergrettung und Ratgeber ab. Biwakieren ist im Nationalpark nur zwischen Sonnenuntergang und Morgen erlaubt; realistischer sind der Gîte du Volcan nahe dem Parkplatz oder ein Start um 7 Uhr.

Darf man Drohnen fliegen?

Im Umkreis von 200 m um den Aussichtspunkt Pas de Bellecombe und den Gipfel nur mit Ausnahmegenehmigung des Parc national (15 Tage Vorlauf); während Eruptionen verbietet die Präfektur Drohnen im ganzen Sektor.

Lohnt sich die Route des Laves?

Ja, besonders bei schlechtem Wetter oben: Die RN2 zwischen Sainte-Rose und Saint-Philippe quert die Lavaströme von 1977 bis 2026 mit Aussichtspunkten, dem neuen Strand von Tremblet und Lavatunnel-Touren. Seit 28.05.2026 ist sie nach der Eruption wieder befahrbar.

Quellen · abgerufen am 22.09.2026