In zwei bis drei Stunden zu schaffen
Ein Bruchteil der Fläche von Pompeji. Der Rest der antiken Stadt liegt unter dem heutigen Ercolano.

Oben liegt das Ercolano von heute.
Bis zu 20 Meter tiefer: eine römische Stadt, so wie die Glutlawine sie zurückließ.
Foto: Norbert Nagel · CC BY-SA 3.0
Pompeji wurde von Asche begraben, Herculaneum von Glutlawinen mit über 400 Grad. Sie verkohlten Holz, statt es zu verbrennen: Balken, Türen, Betten und ganze Obergeschosse sind noch da. Und es gibt weder Tageslimit noch Zeitfenster.
Ein Bruchteil der Fläche von Pompeji. Der Rest der antiken Stadt liegt unter dem heutigen Ercolano.
Kasse am Eingang, kein Kontingent, keine personalisierten Tickets. Online verkauft der offizielle Partner CoopCulture.
Circumvesuviana ab Neapel bis „Ercolano Scavi“, rund 20 Minuten. Vom selben Bahnhof startet der Shuttle zum Vesuv.
Geschlossen nur am 25. Dezember. 8:30–19:30 Uhr (letzter Einlass 18 Uhr), im Winter bis 17 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr).
| Eintritt | 16 € |
| EU-Bürger von 18 bis 24 Jahren · unter 18 Jahren frei | 2 € |
| Erster Sonntag im Monat, 25. April, 2. Juni, 4. November – Ticket nur am Tag selbst an der Kasse | frei |
| Ercolano Card, ein Jahr gültig | 30 € |

Foto: Bernard Gagnon · CC BY 4.0
In den Bootshäusern am antiken Strand lagen Hunderte Skelette – der Park spricht von rund 300. Solche Geschichten stehen auf keiner Tafel; zwei Stunden mit Führung reichen hier für die ganze Stadt.
Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 21.09.2026.
Werbelinks zu Tiqets: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 21.09.2026. Zweiter Partner: Tiqets. Am offiziellen Schalter und im Shop des Parks kostet der Eintritt 16 € – der Aufpreis hier bezahlt den Audioguide und die Buchung auf Deutsch.
Zwei Rundgänge – und was derzeit geschlossen ist.
Kompakt in 2 Stunden. Für alle, die Herculaneum mit dem Vesuv oder Pompeji am selben Tag verbinden. Man beginnt unten am antiken Strand bei den Bootshäusern – dort versteht man die Katastrophe – und arbeitet sich dann vom Meer weg bergauf: erst das Haus der Hirsche an der Südkante, dann über den Cardo IV zur hölzernen Trennwand, in die Zentralthermen und zum Neptun-Mosaik, oben am Decumanus Maximus der Saal der Augustalen. Zurück geht es über den Cardo V am Thermopolium und an der Palästra vorbei. Die Wege sind kurz; die Zeit geht fürs Schauen drauf, nicht fürs Laufen.
Bootshäuser und antiker Strand → Haus der Hirsche → Haus der hölzernen Trennwand → Zentralthermen → Haus von Neptun und Amphitrite → Sitz der Augustalen → Thermopolium an der Palästra → Palästra
Gründlich in 3 Stunden. Für alle, die nur Herculaneum besuchen und alles Zugängliche mitnehmen wollen. Zuerst ins Antiquarium und zum Boot, weil dort die Originale stehen, deren Fundorte man danach abläuft (Hirschgruppen, Hydra, Habseligkeiten der Flüchtenden); dann dieselbe Schleife wie beim kurzen Rundgang, ergänzt um die Casa del Bicentenario am Decumanus Maximus. Ist ein Haus geschlossen, liegen Alternativen wie die Casa Sannitica oder die Casa dell'Atrio a Mosaico direkt am Weg. Wer einen der Samstagstermine für die Suburbanen Thermen gebucht hat, plant eine weitere Stunde ein; Treffpunkt ist die Terrasse des Nonius Balbus oberhalb des Strands.
Antiquarium und Bootspavillon → Bootshäuser und antiker Strand → Haus der Hirsche → Haus der hölzernen Trennwand → Zentralthermen → Haus von Neptun und Amphitrite → Haus der Zweihundertjahrfeier → Sitz der Augustalen → Thermopolium an der Palästra → Palästra
Am Fuß der Stadtterrasse öffnen sich zwölf gemauerte Gewölbe zum einstigen Strand, vermutlich Lager oder Unterstände für Boote. In neun von ihnen fand man rund 300 Skelette von Menschen, die hier auf Rettung über das Meer hofften – dicht gedrängt, mit Schmuck, Münzen, Hausschlüsseln und sogar einem Chirurgenbesteck bei sich. Der Ort zeigt zugleich, wie hoch die Stadt verschüttet wurde: Über einem ragt die Wand aus erstarrtem Vulkanmaterial auf.
Zwei Ausstellungsbauten im Park, außerhalb der antiken Stadt. Das Antiquarium zeigt seit Dezember 2018 Skulpturen und Fresken aus Herculaneum – darunter die Statue des Marcus Nonius Balbus, die bronzene Hydra aus der Palästra und die Marmorgruppen aus dem Garten der Casa dei Cervi – sowie einen Saal mit den Dingen, die die Flüchtenden am Strand bei sich trugen. Im Pavillon daneben liegt das über neun Meter lange, verkohlte Boot, das in den 1980er-Jahren am Strand gefunden wurde.
Das Bad zwischen Stadtmauer und Strand gilt dem Park als die am besten erhaltene Thermenanlage der römischen Welt: farbige Marmorböden, Stuckreliefs mit sieben Kriegern im Warmbad, originale Holztüren und ein Marmorbecken, das die Wucht des Ausbruchs umgeworfen hat. Ursprünglich wohl das Privatbad der Familie der Nonii Balbi, später öffentlich. Nach über zwanzig Jahren Schließung ist es nur im Rahmen von Baustellenführungen zu sehen.
Eine der Luxusresidenzen am Südrand der Stadt, deren Gärten und Säle sich auf Terrassen zum Meer hin öffneten. Namengebend sind zwei Marmorgruppen von Hirschen, die von Hunden gerissen werden; die Originale aus dem Garten stehen laut Park im Antiquarium. Wer durch das Haus bis zur Terrasse geht, versteht, warum die Oberschicht gerade hier baute.
Hier steht, was es in Pompeji nirgends gibt: eine verkohlte, aber erhaltene Falttür aus Holz mit Bronzebeschlägen, die das Atrium vom Empfangsraum des Hausherrn trennte. Das Haus wurde schon vor der römischen Eroberung gebaut und in der frühen Kaiserzeit erneuert; die Wände tragen Malereien des dritten Stils. Das beste Beispiel dafür, wie die Glutlawinen in Herculaneum Holz konserviert haben.
Das öffentliche Stadtbad aus julisch-claudischer Zeit mit getrennten Trakten für Männer und Frauen. Sehenswert sind vor allem die schwarz-weißen Bodenmosaiken: ein Triton im Umkleideraum der Frauen, geometrische Muster mit Dreizack im Warmbad nebenan. Gewölbe, Sitzbänke und Ablagen sind so vollständig, dass man den Badebetrieb ohne viel Fantasie vor sich sieht.
Ein kleines Haus mit dem bekanntesten Bild Herculaneums: einem Wandmosaik aus farbiger Glaspaste, das Neptun und Amphitrite zeigt und bis heute leuchtet. Zur Straße hin gehört ein Ladenlokal dazu, in dem verkohlte Holzregale, ein Herd und Vorratsgefäße mit Bohnen und Kichererbsen gefunden wurden. Beides zusammen – Prunk und Alltagsgeschäft – macht das Haus zur Pflichtstation.
Stattliches Haus der augusteischen Zeit am Decumanus Maximus, benannt nach dem Grabungsjahr 1938 – zweihundert Jahre nach Beginn der Ausgrabungen. Im Empfangsraum sind restaurierte Wandbilder des vierten Stils zu sehen, darunter Dädalus und Pasiphaë, dazu ein hölzernes Schiebegitter. Das Obergeschoss in Fachwerktechnik lieferte Wachstafeln mit Rechtsurkunden.
Versammlungshaus des Kollegiums, das den Kaiserkult pflegte, und eines der wenigen freigelegten öffentlichen Gebäude der Stadt. Der quadratische Saal mit vier Mittelsäulen bewahrt großformatige Fresken des vierten Stils mit Herkules, dem mythischen Stadtgründer – einmal im Olymp bei Jupiter, Juno und Minerva, einmal im Kampf mit Acheloos. In einem Nebenraum lag das Skelett des Hausmeisters auf seinem Bett.
Die 'Grande Taberna' liegt bei der Palästra: eine L-förmige, mit buntem Marmor verkleidete Theke, in die acht große Vorratsgefäße eingelassen sind, dahinter mehrere Nebenräume. An den Wänden fanden sich ein gemaltes Schiff und griechische Graffiti. Ein schneller Halt im Vorbeigehen – und ein guter Vergleich zu den Imbissen in Pompeji.
Die große Sportanlage am Ostrand der Grabung ist nur teilweise freigelegt – der Rest steckt noch im Vulkangestein unter der modernen Stadt. In der Mitte lag ein kreuzförmiges Becken mit einem bronzenen Brunnen in Gestalt der vielköpfigen Hydra; das Original steht im Antiquarium. Zur Straße hin reihen sich Läden und Bäckereien, darunter das gerade restaurierte Pistrinum am Vicolo Meridionale mit zwei Eselsmühlen aus Lavastein.
Die berühmteste Villa der Antike liegt nordwestlich der Stadt und ist bis heute größtenteils verschüttet; im 18. Jahrhundert wurde sie nur durch Stollen erkundet, erst 1996–1998 legte man den Atriumtrakt frei. Aus ihr stammen über 1.800 verkohlte Papyrusrollen – die einzige erhaltene Bibliothek der Antike – und zahlreiche Skulpturen, die heute im Nationalmuseum in Neapel stehen. Vor Ort ist derzeit nichts zu besichtigen; wer die Funde sehen will, fährt nach Neapel.
Ohne Auto: Circumvesuviana (EAV) ab Neapel Richtung Sorrent oder Poggiomarino bis 'Ercolano Scavi', dann rund 6 Minuten zu Fuß zum Eingang am Corso Resina 187. Vom Flughafen Neapel mit dem Alibus zum Hauptbahnhof und dort in die Circumvesuviana. Der Campania Express ist laut EAV ab 01.10.2026 bis auf Weiteres eingestellt.
Mit dem Auto: A3 Neapel–Salerno, Ausfahrt Ercolano Scavi, der Beschilderung folgen. Parkplatz an der Via dei Papiri Ercolanesi 19.
Ganzjährig gut machbar, weil das Gelände klein ist; am angenehmsten gleich zur Öffnung um 8:30 Uhr oder am späten Nachmittag. Ideal als Vormittagsprogramm vor der Auffahrt zum Vesuv, die am selben Bahnhof startet.
Nein. Es gibt weder Zeitfenster noch ein bekanntes Tageslimit, Tickets gibt es an der Kasse am Eingang. Online verkauft der offizielle Partner CoopCulture.
Freigelegt sind etwa neun Hektar. Zwei bis drei Stunden reichen für einen gründlichen Rundgang.
Mit der Circumvesuviana bis „Ercolano Scavi“, dann etwa sechs Minuten zu Fuß zum Eingang am Corso Resina 187. Mit dem Auto über die A3, Ausfahrt Ercolano Scavi; Parkplatz an der Via dei Papiri Ercolanesi 19.
Die Glutlawinen des Jahres 79 begruben die Stadt unter 13 bis 20 Metern Material, das zu Tuff erstarrte. Deshalb blickt man vom Eingang aus auf die Dächer hinunter.
Ja, ohne Größenbeschränkung, angeleint. In Häusern mit Mosaikböden müssen sie getragen werden.
Sehr gut: überschaubar, viel zu entdecken, unter 18 Jahren frei.
Das volle Ticket kostet 16 €, EU-Bürger von 18 bis 24 Jahren zahlen 2 €, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Die Jahreskarte Ercolano Card kostet 30 €.
Ja, eine Führerpflicht besteht nicht. Führungen des Parks sind ein freiwilliges Zusatzangebot.
Vom 16. März bis 14. Oktober täglich von 8:30 bis 19:30 Uhr (letzter Einlass 18 Uhr), im Winter bis 17 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr). Geschlossen ist nur am 25. Dezember – einen wöchentlichen Ruhetag gibt es nicht.
An jedem ersten Sonntag im Monat sowie am 25. April, 2. Juni und 4. November. Das Gratisticket lässt sich nicht online reservieren, man holt es am selben Tag an der Kasse.
Pompeji ist riesig und zeigt eine ganze Stadt, Herculaneum ist klein, aber deutlich besser erhalten, mit Obergeschossen und verkohltem Holz. Wer wenig Zeit hat oder mit Kindern reist, ist in Herculaneum oft besser aufgehoben – zumal es dort weder Limit noch Namenstickets gibt.
Der Vesuv steht auf der niedrigsten Warnstufe Grün und wird rund um die Uhr überwacht. Für einen Tagesbesuch besteht kein besonderes Risiko.
Die moderne Stadt über den Ruinen heißt Ercolano und liegt in der Metropolitanstadt Neapel westlich des Vesuvs. Bis 1969 hieß der Ort Resina; der heutige Name greift den antiken bewusst wieder auf. Die Ausgrabung selbst heißt auf Italienisch «Parco Archeologico di Ercolano», die Bahnstation der Circumvesuviana «Ercolano Scavi».
Vor allem wegen der Größe: Pompejis Stadtgebiet misst rund 98 Hektar, von denen etwa zwei Drittel freiliegen – in Herculaneum sind es nur rund neun Hektar, der Rest liegt unter dem heutigen Ercolano. Pompeji war nur von Asche und Bimsstein bedeckt und ließ sich seit 1748 großflächig ausgraben; Herculaneum steckt unter 13 bis 20 Metern zu Tuff erstarrtem Material, was jede Grabung mühsam macht. Dazu kommen die Gipsabgüsse der Opfer, die seit Fiorelli (ab 1863) das Bild der Katastrophe prägen. Besser erhalten ist allerdings Herculaneum – mit Obergeschossen, verkohltem Holz und Möbeln.
Quellen · abgerufen am 21.09.2026