Volcano·Guide
Dampfende Fumarolen im Solfatara-Krater bei Pozzuoli hinter Holzzäunen, Aufnahme aus dem Jahr 2013 vor der Schließung Die Säulen des Macellum in Pozzuoli mit Bohrmuschelspuren, dahinter die Häuser der Stadt Der Rione Terra in Pozzuoli mit Baukränen über dem Hafen

Campi Flegrei

Hier ist kein Berg. Hier atmet der Boden – 200 Quadratkilometer Caldera, mitten in einer Stadt.

Die Säulen des Macellum zeigen, wie weit er schon gesunken und wieder gestiegen ist.

Heute hebt er sich wieder: rund einen Zentimeter im Monat, und die Erde bebt.

Scrollen –
der Boden bewegt sich

Stand 22. September 2026Warnstufe Gelb: Was in den Campi Flegrei heute offen ist

Das INGV-Wochenbulletin vom 22.09.2026 zählt für die Woche 14.–20.09. fünf Beben (höchstens Md 2,0), der Boden bei Pozzuoli hebt sich um 10 ± 3 mm im Monat. Kurzfristig sieht das Institut „keine Elemente, die eine signifikante Entwicklung nahelegen“. Die Warnstufe des Zivilschutzes steht seit 2012 auf Gelb, seit dem Notfallplan vom 30.10.2025 als Fase 2. Für dich heißt das: Die Ausgrabungen sind offen, die Solfatara nicht – und nach jedem stärkeren Beben schließt der Park seine Stätten für Sicherheitschecks.

Gelb
Warnstufe Campi FlegreiWarnstufe Zivilschutz (grün/gelb/orange/rot) · abgerufen am 22.09.2026 · Dipartimento della Protezione Civile – Presidenza del Consiglio dei Ministri (CC BY 4.0)
seit 12.09.2017

Solfatara

Der bekannteste Krater ist zu, seit 2017 drei Menschen im eingebrochenen Boden starben. Die Justiz gab das Gelände im Februar 2025 frei, der Regionalpark plant Führungen mit CO₂-Messgeräten – einen Termin gibt es nicht. Am 13.07.2026 brannte es am Kraterhang.

Eröffnungkein Termin
nur online

Baia, Cuma, Anfiteatro

Castello di Baia mit Museum, Terme di Baia, Cuma und das Anfiteatro Flavio sind offen; das Anfiteatro nach dem Beben mit eingeschränktem Rundgang. Seit 08.04.2026 gibt es Tickets nur über das Portal „Musei Italiani“ – keine Kasse vor Ort.

je Stätte · Kombiticket 3 Tage 10 €5 €
frei

Monte Nuovo und Averno

Der jüngste Vulkan Europas (entstanden 1538) hat einen Rundweg auf den Kraterrand, kostenlos, 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Der Uferweg um den Lago d'Averno ist immer offen. Beides ab Cumana-Halt Lucrino zu Fuß.

Eintritt0 €
seit 31.07.2026

Rione Terra

Der Tuffsporn der antiken Puteoli mit Dom und unterirdischem Rundgang ist seit dem Beben vom 31.07.2026 (Md 4,7) gesperrt. Palazzo Migliaresi und Sedile dei Nobili sind unbenutzbar; die für Sommer 2026 geplante Eröffnung des sanierten Viertels fiel aus.

zuletzt5 €
Quellen: INGV Osservatorio Vesuviano, Wochenbulletin vom 22.09.2026 und Monatsbulletin August 2026; Dipartimento della Protezione Civile (Warnstufe Gelb, Fase 2, Dekret Nr. 3236 vom 30.10.2025); Parco Archeologico dei Campi Flegrei, Seiten „Info“, „Tariffe“ und „News“ (Kassenschließung, Wiedereröffnungen 10.08.2026); Ente Parco Regionale dei Campi Flegrei (Solfatara). Bei erdbebenbedingter Schließung erstattet der Park das Ticket.
Gelbe Schwefelablagerungen an einer dampfenden Fumarole im Solfatara-Krater bei Pozzuoli
Die Bocca Grande in der Solfatara dampft mit 173 °C weiter – nur sehen darf sie seit 2017 niemand. Aufnahme aus dem Jahr 2013.

Foto: Norbert Nagel · CC BY-SA 3.0

Was man hier tatsächlich erlebtBradyseismus: der Boden, der steigt und sinkt

Die Campi Flegrei sind kein Vulkan, den man besteigt. Man geht in ihm herum. Pozzuoli liegt mitten in der Caldera, und der Beweis dafür steht am Hafen: die drei Säulen des Macellum. Bis in sieben Meter Höhe sind sie von Bohrmuscheln zerfressen – so tief lag der römische Markt einmal unter dem Meer, bevor der Boden ihn wieder hob. Seit November 2005 steigt er erneut, insgesamt rund 1,7 Meter. Man sieht es nicht. Man spürt es, wenn es bebt.

Das Erlebnis heute ist ein anderes als vor 2017. Damals stand man in der Solfatara am Rand kochender Schlammtöpfe. Heute riecht man das Hydrothermalsystem nur noch: am Averno, an der Straße bei Pisciarelli, wo das aktivste Fumarolenfeld der Caldera hinter dem Zaun der INGV-Messstation dampft. Dafür bekommt man etwas, das kein anderer Vulkan bietet: römische Kaiserpaläste, die der Bradyseismus ins Meer gedrückt hat. In Baia liegen Villen, Mosaiken und Statuen in zwei bis fünf Metern Tiefe – vom Glasbodenboot aus, mit Schnorchel oder beim Tauchgang.

Und der Monte Nuovo: ein 133 Meter hoher Kegel, der 1538 in acht Tagen entstand und ein Dorf begrub. Sein Krater ist heute ein Wald mit Rundweg, anderthalb Stunden, kostenlos. Vom Rand aus sieht man den Averno, den Golf und Ischia – und begreift, dass der nächste Ausbruch dieser Caldera nicht in einem Krater stattfinden muss, sondern irgendwo.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026. Der Unterwasserpark liegt Stand 09/2026 außerhalb jeder Sperrung; bei Wind und Wellengang fallen die Ausfahrten aus. Keine dieser Touren enthält die Solfatara – die ist geschlossen.

Die versunkene Via Herculanea im Unterwasserpark von Baia: römische Mauerreste unter klarem Wasser
Die Via Herculanea in Baia liegt heute unter Wasser – der Bradyseismus hat sie dorthin gebracht, und er kann sie wieder heben.

Foto: Ruthven · CC0

Die RegelTickets nur online, Kontingente je halbe Stunde

Der Parco Archeologico dei Campi Flegrei hat 2026 den Kartenverkauf komplett umgestellt. Wer wie früher an die Kasse gehen will, steht vor verschlossener Tür.

1

Ticket bei Musei Italiani

Seit 08.04.2026 verkauft der Park nur über portale.museiitaliani.it oder die App „Musei Italiani“; in Cuma schloss die Kasse am 29.06.2026. Das Kombiticket „Circuito flegreo“ (10 €) gilt drei Tage für alle vier Stätten.

2

Kontingente und Aufenthalt

Castello, Terme di Baia und Cuma: höchstens 50 Personen je 30 Minuten, Aufenthalt 120 Minuten. Anfiteatro Flavio: nur 25 Personen je halbe Stunde, im Untergeschoss 30 Minuten. Gruppen ab 10 Personen buchen vorab.

3

Ruhetage merken

Montag: Castello und Terme di Baia zu. Dienstag: Cuma und Anfiteatro zu. Piscina Mirabilis in Bacoli nur Mittwoch, Samstag, Sonntag mit begleitetem Einlass (CoopCulture, 5 €).

4

Nach einem Beben

Nach jedem stärkeren Schwarm schließt der Park seine Stätten für Sicherheitsprüfungen (so am 24.06., 31.07. und 10.08.2026) und meldet Wiedereröffnungen auf seiner News-Seite. Bereits gekaufte Tickets werden erstattet.

Offizielle Preise · Stand 09/2026
Einzelticket je Stätte (Castello di Baia mit Museum, Terme di Baia, Cuma, Anfiteatro Flavio) · ermäßigt EU-Bürger 18–25 Jahre 2 € · unter 18 frei5 €
Kombiticket „Circuito flegreo“, vier Stätten, drei Tage gültig · ermäßigt 5 €10 €
Jahreskarte myFleg (vier Stätten, mit Reservierung) / myCastello (nur Castello di Baia)20 € / 10 €
Oasi naturalistica Monte Nuovo · Uferweg Lago d'Avernofrei
Unterwasserpark Baia: Parkticket je Tauchfahrt / je Schnorchelausfahrt, zuzüglich Anbieter · Tauchgang beim Konzessionär 35 €5 € / 3 €
Piscina Mirabilis, Bacoli, begleiteter Einlass · 6–18 Jahre ermäßigt, unter 6 frei5 €
Metro Linea 2 Neapel–Pozzuoli Solfatara: Einzelfahrt / 90-Minuten-Verbundticket / Tageskarte1,50 € / 1,80 € / 4,50 €
Quellen: Parco Archeologico dei Campi Flegrei, „Tariffe“ und „Info“ (abgerufen 22.09.2026); Parco sommerso di Baia; CoopCulture (Piscina Mirabilis); Comune di Pozzuoli (Monte Nuovo). Öffnungszeiten: Castello di Baia Di–So 9–18:30 Uhr, Anfiteatro Mo und Mi–Fr 9–18:30, Sa/So 9–19 Uhr, Terme di Baia bis eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Die Ränge und Bogen des Anfiteatro Flavio in Pozzuoli unter blauem Himmel
Das drittgrößte Amphitheater Italiens lässt seit dem Beben nur 25 Menschen je halbe Stunde ein – der eingeschränkte Rundgang ist der Preis für die Öffnung.

Foto: Norbert Nagel · CC BY-SA 3.0

Zu Fuß durch die CalderaWege in den Campi Flegrei: Monte Nuovo, Averno, Cuma

Es gibt keinen Gipfel und keine Seilbahn. Es gibt Rundwege, Ruinen und einen Unterwasserpark. Die Höhenmeter sind bescheiden, die Hitze im Sommer nicht.

133m

Monte Nuovo, Rundweg

Vom Haupttor an der Via Virgilio (Cumana-Halt Lucrino, 10 Minuten) auf den Kraterrand und in den bewaldeten Krater. Rund 120 Höhenmeter auf losem Tuff, 1–1,5 Stunden. Nur zu Fuß, 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang, Sonn- und Feiertage 9–13 Uhr.

Eintrittfrei
3km

Lago d'Averno, Uferweg

Flacher Rundweg um den Kratersee, etwa eine Stunde, immer offen, mit dem sogenannten Tempio di Apollo (Thermensaal, 2. Jh.). Ab Lucrino 15 Minuten zu Fuß. Die Grotta della Sibilla am Ufer ist nicht zugänglich.

Eintrittfrei
2Std.

Cuma, Akropolis

Die älteste griechische Kolonie des italienischen Festlands: Antro della Sibilla (höchstens 25 Personen gleichzeitig), Anstieg zur Akropolis mit Blick auf die Küste. Ab Cumana-Halt Fusaro per Bus oder zu Fuß. Dienstag geschlossen.

Ticket5 €
−5m

Unterwasserpark Baia

Tauchgang oder Schnorchelausfahrt von 1,5 bis 2,5 Stunden ab Baia oder Lido Montenuovo, in der Regel April bis Oktober. Zone A nur mit Führung durch konzessionierte Zentren; Gruppen bis acht Taucher.

Parkticket zzgl. Anbieter3–5 €
Blick in den bewaldeten Krater des Monte Nuovo bei Pozzuoli, im Hintergrund der Golf
Der Monte Nuovo entstand 1538 in acht Tagen. Heute ist sein Krater ein Wald – und der Rundweg der günstigste Vulkantag am Golf.

Foto: Gerd Fahrenhorst · Public domain

Gut zu wissenAnreise ab Neapel, beste Zeit, Tipps

Anreise

Ohne Auto: Ab Neapel zwei Bahnen: (1) Metro Linea 2 (Trenitalia) von Napoli Piazza Garibaldi über Montesanto, Mergellina, Campi Flegrei, Bagnoli-Agnano bis Endstation Pozzuoli Solfatara (Takt ca. 8 Minuten, 1,50 €; Solfatara-Eingang und Anfiteatro Flavio 10–15 Minuten zu Fuß). (2) Cumana (EAV, Linie L9) von Napoli Montesanto über Fuorigrotta, Bagnoli, Pozzuoli (seit 11.09.2026 neue Station Via Fasano), Gerolomini, Arco Felice, Lucrino (Monte Nuovo, Averno), Baia (Terme, Castello), Fusaro (Cuma per Bus/Fußweg) bis Torregaveta; Fahrpreise nach Zonen ca. 1,50–2,60 € (UnicoCampania), Takt 15 Minuten bis Bagnoli, 30 Minuten auf der ganzen Linie. Nach dem Beben vom 31.07.2026 war Bagnoli–Torregaveta bis 10.09.2026 unterbrochen. Zum Anfiteatro auch EAV-Busse; Hafen Pozzuoli mit Fähren nach Ischia/Procida (seit 02.08.2026 wieder in Betrieb).

Mit dem Auto: Tangenziale di Napoli, Ausfahrten Pozzuoli/Via Campana oder Agnano; für Baia und Cuma weiter über die SS7 quater/Via Domiziana. Parkplätze: Anfiteatro (Straßenrand, knapp), Castello di Baia (kleiner Parkplatz am Aufgang), Cuma (Parkplatz am Eingang), Monte Nuovo (Parkplatz am Tor). In Pozzuoli sind seit dem Beben Straßen und Gebäude gesperrt – Hinweisschilder beachten.

  • Ab Neapel (Zentrum) · 25–45 Minuten
    Metro Linea 2 bis Pozzuoli Solfatara oder Cumana ab Montesanto bis Pozzuoli/Baia
  • Ab Neapel Flughafen Capodichino · ca. 1 Stunde
    Alibus bis Piazza Garibaldi, dann Metro Linea 2
  • Ab Pompeji · ca. 1,5 Stunden
    Circumvesuviana bis Napoli Garibaldi, Umstieg Metro Linea 2
  • Ab Rom · ca. 2 Stunden
    Schnellzug bis Napoli Centrale, dann Linea 2 ab Piazza Garibaldi

Beste Zeit

April bis Juni und September/Oktober: angenehme Temperaturen in den schattenlosen Ruinen von Baia und Cuma, klare Sicht vom Castello di Baia über den Golf, Wassersicht im Unterwasserpark meist gut. Für die Stätten vormittags gleich zur Öffnung um 9 Uhr kommen (Kontingente je 30 Minuten). Hochsommer nur früh oder abends (Samstagabend-Öffnungen im Castello di Baia im Sommer 2026); im Winter kürzere Zeiten (Terme di Baia schließen eine Stunde vor Sonnenuntergang).

Für wen es passt

Kinder
Gut: kurze, flache Wege (Averno, Baia), Amphitheater mit Untergeschoss, Glasbodenboot ohne Schwimmpflicht. Unter 18 freier Eintritt in den Ausgrabungen. Kinder über Bebenverhalten aufklären (Zivilschutz-Faltblatt 'Sei preparato?').
Mindestalter
keines; Tauchen im Unterwasserpark nach Brevet-Regeln der Tauchbasis
Kondition
Gering. Monte Nuovo ca. 120 Höhenmeter auf Naturweg, Cuma mit Anstieg zur Akropolis, sonst eben.
Herz und Atemwege
Solange die Solfatara geschlossen ist, kein Gaskontakt. Am Averno und in Pisciarelli gelegentlich Schwefelgeruch; Personen mit Atemwegserkrankungen halten Abstand zu Fumarolen. Nach dem Regelungsentwurf für die Solfatara werden künftig CO₂-Werte in jeder Gruppe gemessen.
Rollstuhl
Averno-Uferweg eben und befahrbar; Monte Nuovo laut Gemeinde wegen Naturweg schwierig; Castello di Baia teilweise, Anfiteatro-Untergeschoss und Cuma-Akropolis nicht barrierefrei (keine amtliche Barrierefreiheitsangabe gefunden).
Hunde
keine amtliche Regel gefunden; im Averno-Uferweg üblich
Kleidung
Sommer sehr heiß und schattenarm in den Ruinen (Baia, Cuma): Kopfbedeckung, Wasser, Sonnenschutz. Im Winter Regenjacke.
Schuhe
Feste Schuhe für Monte Nuovo (loser Tuff) und Cuma; in den Thermen von Baia rutschige Marmor- und Mosaikflächen.

Tipps, die man vor Ort braucht

  • Vor der Fahrt das INGV-Wochenbulletin (dienstags) und die News-Seite des Parco Archeologico prüfen – nach Schwärmen werden Stätten für Sicherheitschecks geschlossen und Tickets erstattet.
  • Kombiticket 'Circuito flegreo' (10 €, 3 Tage) online bei Musei Italiani kaufen; Kassen vor Ort sind seit April 2026 geschlossen, und das Anfiteatro lässt nur 25 Personen je halbe Stunde ein.
  • Wochentage merken: Montag sind Castello und Terme di Baia zu, Dienstag Cuma und Anfiteatro.
  • Solfatara nicht einplanen und keine Tour buchen, die sie verspricht – seit 2017 geschlossen, Stand September 2026 ohne Termin.
  • Cumana-Halt Lucrino ist der beste Ausgangspunkt für einen kostenlosen Vulkantag: Monte Nuovo (Krater in 1,5 Stunden) und Averno-Rundweg (3 km) liegen nebeneinander.
  • Im Rione Terra und in Teilen Pozzuolis stehen nach dem Beben Gebäude leer oder sind abgesperrt; Sperrbänder respektieren, im Erdbebenfall ins Freie und weg von Fassaden (Zivilschutz-Faltblatt 'Sei preparato?').
  • Wer die versunkene Stadt Baiae sehen will, braucht kein Brevet: Schnorchelausfahrt oder Glasbodenboot ab Baia/Lido Montenuovo, Parkticket 3 € kommt zum Anbieterpreis dazu.
  • IT-alert auf dem Handy aktiv lassen: Der Zivilschutz nutzt das System für Warnungen in der Roten Zone.

Kurze Geschichte

  • Vor rund 39.000 Jahren: Ausbruch des Campanischen Ignimbrits (430–680 km³ Material), größte explosive Eruption des Mittelmeerraums in den letzten 200.000 Jahren; Bildung der Caldera.
  • Vor rund 15.000 Jahren: Ausbruch des Neapolitanischen Gelben Tuffs (ca. 40 km³), zweiter Calderakollaps.
  • Antike: Cuma als älteste griechische Kolonie des italienischen Festlands (8. Jh. v. Chr.), Puteoli ab 194 v. Chr. römische Kolonie und Haupthafen Roms, Baiae als Kaiser-Badeort; Vergil verlegt den Eingang zur Unterwelt an den Averno.
  • 29.09.–06.10.1538: Ausbruch des Monte Nuovo nach rund 3.000 Jahren Ruhe, 24 Tote, Dorf Tripergole verschüttet – bislang letzte Eruption.
  • 1970–72 und 1982–84: Bradyseismus-Krisen mit Bodenhebung und Beben; 1970 wird der Rione Terra geräumt, das Viertel bleibt jahrzehntelang leer.
  • November 2005: Beginn der aktuellen Hebungsphase; Dezember 2012: Zivilschutz setzt Warnstufe Gelb.
  • 12.09.2017: Ein Ehepaar aus Venetien und sein elfjähriger Sohn sterben in der Solfatara, als der Boden einbricht; der Krater wird beschlagnahmt und ist seither zu.
  • 2023–2026: Zunahme der Seismizität mit Beben der Magnitude 4,4 (20.05.2024), 4,6 (30.06.2025) und 4,7 (31.07.2026, stärkstes seit Messbeginn, 21 Verletzte, hunderte geräumte Gebäude); 30.10.2025: aktualisierter nationaler Notfallplan mit Gelb/Fase 2; 11.09.2026: Cumana wieder durchgehend, neue Station Pozzuoli.
Ein Zug der Cumana am Bahnhof Pozzuoli, Fahrgäste warten auf dem Bahnsteig
Die Cumana fährt seit 11.09.2026 wieder durchgehend bis Torregaveta – der Tunnel am Monte Olibano war nach dem Beben sechs Wochen gesperrt.

Foto: Falk2 · CC BY-SA 4.0

Wenn du nicht selbst planen willstTouren durch die Phlegräischen Felder ab Neapel

Der Korb ist dünn: Die Campi Flegrei sind kein Massenziel, die meisten Angebote sind privat oder klein. Keines enthält die Solfatara.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026.

Das Castello di Baia auf seinem Felsen über dem Golf von Pozzuoli, im Hintergrund die Küste
Das Castello di Baia ist das Museum des Parks – und der beste Blick über die Caldera, die man von unten nicht als solche erkennt.

Foto: Norbert Nagel · CC BY-SA 3.0

Veraltet im NetzWas anderswo falsch steht

„Die Solfatara ist wieder offen / öffnet 2025 oder 2026.“
Falsch. Die Justiz gab das Gelände im Februar 2025 frei, der Ente Parco arbeitet an einem Regelwerk (geführte Gruppen mit CO₂-Sensoren, Steg). Einen Eröffnungstermin gibt es Stand 22.09.2026 nicht; ein Brand am 13.07.2026 kam hinzu.
„Die Campi Flegrei stehen kurz vor dem Ausbruch – Warnstufe Orange.“
Stand 22.09.2026 gilt Gelb (Fase 2); das INGV-Bulletin vom selben Tag sieht keine Anzeichen für eine kurzfristige Entwicklung. Umgekehrt ist „ruhender Vulkan“ ebenso irreführend: Hebung rund 10 mm im Monat, Beben bis Md 4,7.
„Tickets gibt es an der Kasse.“
Seit 08.04.2026 verkauft der Parco Archeologico nur noch online über Musei Italiani; in Cuma schloss die Kasse am 29.06.2026.
„Den Rione Terra kann man am Wochenende besichtigen.“
Seit dem Beben vom 31.07.2026 geschlossen, Dom und Palazzo Migliaresi unbenutzbar. Die geplante Eröffnung des sanierten Viertels im Sommer 2026 fiel aus.
„Mit der Cumana kommt man nicht nach Baia.“
Galt nur bis 10.09.2026. Seit 11.09.2026 fährt die Linie wieder komplett von Montesanto bis Torregaveta, mit neuer Station Pozzuoli Via Fasano.

Kurz gefragtVor dem Besuch

Kann man die Campi Flegrei besuchen?

Ja. Die Ausgrabungen von Baia, Cuma und das Anfiteatro Flavio in Pozzuoli sind Stand 22.09.2026 geöffnet, Monte Nuovo und Lago d'Averno sind frei zugänglich. Geschlossen sind die Solfatara (seit 2017) und der Rione Terra (seit dem Beben vom 31.07.2026).

Ist die Solfatara offen?

Nein. Der Krater ist seit dem 12.09.2017 geschlossen. Das Gelände wurde im Februar 2025 freigegeben, der Regionalpark plant geführte Besuche mit CO₂-Messgeräten – Stand September 2026 ohne Termin. Touren, die die Solfatara versprechen, solltest du nicht buchen.

Was ist der aktuelle Stand des Bradyseismus?

Laut INGV-Wochenbulletin vom 22.09.2026 hebt sich der Boden an der Station Rione Terra um etwa 10 ± 3 mm im Monat, seit Januar 2025 um rund 31,5 cm, seit November 2005 um rund 168,5 cm. In der Woche 14.–20.09.2026 gab es fünf Beben bis Md 2,0; im August 2026 waren es 428 Beben bis Md 3,4.

Wie stark war das Erdbeben vom 31. Juli 2026?

Md 4,7 (Mw 4,4), Herd in rund 3 km Tiefe zwischen Pozzuoli und Quarto – das stärkste Beben seit Beginn der Messungen. 21 Menschen wurden verletzt, hunderte Gebäude geräumt; Hafen, Cumana und die Parkstätten waren vorübergehend zu.

Wie komme ich von Neapel nach Pozzuoli?

Mit der Metro Linea 2 ab Piazza Garibaldi bis zur Endstation Pozzuoli Solfatara (1,50 €, etwa 30 Minuten) oder mit der Cumana ab Montesanto bis Pozzuoli, Lucrino (Monte Nuovo, Averno), Baia oder Fusaro (Cuma). Die Cumana fährt seit 11.09.2026 wieder durchgehend.

Lohnt sich ein Tag in den Campi Flegrei neben Vesuv und Pompeji?

Ja, als zweiter oder dritter Tag am Golf: Anfiteatro, Baia (Castello und Thermen) und Monte Nuovo/Averno passen in einen Tag. Wer nur einen Tag hat, sollte beim Vesuv und in Pompeji bleiben – dort steht der Berg, hier steht die Stadt auf ihm.

Sind die Campi Flegrei aktuell offen und sicher?

Die Ausgrabungen (Castello di Baia, Terme di Baia, Cuma, Anfiteatro) sind Stand 22.09.2026 geöffnet, der Rione Terra ist geschlossen, die Solfatara seit 2017. Die Warnstufe steht auf Gelb; das INGV meldet für die Woche 14.–20.09.2026 nur fünf schwache Beben und sieht keine Anzeichen für eine kurzfristige Eskalation. Erdbeben wie das vom 31.07.2026 (Md 4,7) sind aber jederzeit möglich.

Welche Warnstufe gilt für die Campi Flegrei?

Gelb ('Attenzione'), seit Dezember 2012, seit dem Plan vom 30.10.2025 als Fase 2 (mittleres Ungleichgewicht). Orange wäre Voralarm, Rot bedeutet Räumung der Roten Zone (ca. 500.000 Menschen) binnen 72 Stunden. Die Stufe legt der Zivilschutz fest, die Daten liefert das INGV Osservatorio Vesuviano.

Was kostet der Eintritt und wo kauft man Tickets?

Jede Stätte des Parco Archeologico kostet 5 € (ermäßigt 2 €, unter 18 frei); das Kombiticket für alle vier Stätten kostet 10 € und gilt drei Tage. Seit April 2026 nur online über portale.museiitaliani.it. Monte Nuovo und Lago d'Averno sind kostenlos.

Wie kommt man von Neapel in die Campi Flegrei?

Mit der Metro Linea 2 ab Piazza Garibaldi bis Pozzuoli Solfatara (1,50 €, ca. 30 Minuten) für Anfiteatro und Zentrum von Pozzuoli, oder mit der Cumana ab Montesanto bis Lucrino (Monte Nuovo, Averno), Baia (Thermen, Castello) oder Fusaro (Cuma). Seit 11.09.2026 fährt die Cumana wieder durchgehend.

Wie lange braucht man für die Campi Flegrei?

Ein voller Tag reicht für Anfiteatro, Baia (Castello und Thermen) und Monte Nuovo/Averno; die Kontingente begrenzen den Aufenthalt je Stätte auf 120 Minuten (Anfiteatro-Untergeschoss 30 Minuten). Cuma und der Unterwasserpark brauchen einen zweiten Tag.

Sind die Campi Flegrei für Kinder geeignet?

Ja: kurze, flache Wege, Amphitheater mit Kellern, Glasbodenboot über den römischen Villen, Krater-Rundweg auf dem Monte Nuovo. Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen in den Ausgrabungen nichts.

Was zieht man an?

Feste Schuhe (Tuff am Monte Nuovo, rutschige Mosaike in Baia), im Sommer Hut, Sonnenschutz und viel Wasser – die Ruinen haben kaum Schatten. Für den Unterwasserpark stellt der Anbieter Maske und Neopren.

Was passiert bei einem Erdbeben während des Besuchs?

Im Freien bleiben, Abstand zu Fassaden, Mauern und Steilhängen; in Gebäuden unter Türstürze oder Tische. Danach die Anweisungen des Personals abwarten – der Park schließt die Stätten zur Kontrolle und erstattet Tickets. IT-alert-Meldungen des Zivilschutzes beachten.

Gibt es einen Evakuierungsplan?

Ja, den nationalen Notfallplan des Zivilschutzes (aktualisiert 30.10.2025): Bei Stufe Rot wird die Rote Zone (Pozzuoli, Bacoli, Monte di Procida, Quarto, Teile von Giugliano, Marano und Neapel, ca. 500.000 Menschen) in 72 Stunden geräumt, jede Gemeinde ist einer Aufnahmeregion zugeordnet. Dazu kommt der Piano speditivo für den Bradyseismus (DL 140/2023) mit Übungen 2024 und im November 2025.

Kann man die versunkene Stadt Baia sehen?

Ja, per Tauchgang (35 € plus 5 € Parkticket beim Konzessionär), Schnorcheln (3 € Parkticket plus Anbieter) oder Glasbodenboot. Die Ruinen liegen nur 2–5 m tief; Zone A darf nur mit Führung besucht werden.

Quellen · abgerufen am 22.09.2026