Volcano·Guide
Mount St. Helens in Washington am 17. Mai 1980, einen Tag vor dem Ausbruch: ein ebenmäßiger, teils schneebedeckter Kegel über dunklem Nadelwald Mount St. Helens vom Johnston Ridge in der Abenddämmerung: der nach Norden offene Hufeisenkrater über der grauen Bimsebene Entrindete Baumstämme am Ufer des Spirit Lake am Mount St. Helens, davor und dahinter kahle Schuttberge – Aufnahme von 1999

Mount St. Helens

Bis zum 17. Mai 1980 war das ein ebenmäßiger Kegel.

Am Morgen danach fehlten rund 400 Höhenmeter.

Ein Teil des umgelegten Waldes treibt bis heute auf dem Spirit Lake.

Scrollen –
der Berg verliert seinen Gipfel

Stand 21. September 2026Mount St. Helens heute: Was offen ist und was nicht

Nirgends sonst in den USA sieht man Vulkanismus so frisch: ein nach Norden offener Hufeisenkrater, eine Bimsebene, in der der Wald erst zurückkehrt, ein See voller Baumstämme von 1980. Das Problem für die Planung ist nicht der Vulkan – das Cascades Volcano Observatory meldete am 18. September 2026 unverändert NORMAL / GREEN. Es ist eine Straße: Seit einem Erdrutsch im Mai 2023 kommt man nicht mehr bis zum berühmten Johnston Ridge Observatory.

Nicht erreichbar

Johnston Ridge Observatory

Die Spirit Lake Memorial Highway (SR 504) ist zwischen Meile 45,2 und 51 gesperrt – durchgehend seit dem 10. Juni 2024, nachdem der South-Coldwater-Erdrutsch vom 14. Mai 2023 die Straße begraben und die Spirit-Lake-Outlet-Brücke zerstört hatte. Das Besucherzentrum ist geschlossen.

Straßenneubau seit 27.04.2026, fertig laut WSDOT im Herbst 2026
Offen
43Meile

Coldwater – der Ersatz im Westen

Das Science and Learning Center at Coldwater liegt bei Meile 43 der SR 504, rund 945 m hoch, und ist der letzte Punkt mit Blick auf der Westseite. Ausstellungen zum Seitenausbruch von 1980, der kurze Weg „Winds of Change“, der Coldwater Lake. Ab Meile 45,2 steht das Tor.

Tagesgebühr je Fahrzeug · 30 USD im Jahr5 USD
Saisonal

Windy Ridge im Osten

Der nächstmögliche Blick in den Krater: rund fünf Kilometer entfernt, mit dem Spirit Lake darunter. Anfahrt ab Randle über die Forest Roads 25 und 99, typischerweise Ende Juni bis November schneefrei. 2026 sind Wege im FR-99-Bereich werktags gesperrt, die Toiletten wegen Neubaus zu.

Nur samstags, sonntags und an Bundesfeiertagen voll nutzbar
Mit Genehmigung
20USD

Der Gipfel

Für jeden Aufstieg zum Kraterrand braucht man ganzjährig ein Climbing Permit von Recreation.gov. In der Kontingentsaison vom 1. April bis 31. Oktober kostet es 20 USD je Person und Tag, dazu 6 USD Buchungsgebühr. Der Abstieg in den Krater ist verboten.

je Person und Tag · plus 6 USD je Buchung+6 USD
Quellen: Sperrmeldung des Forest Service zur SR 504 · WSDOT zum Neubau seit 27.04.2026 · CVO-Wochenmeldung vom 18.09.2026 · Recreation.gov – Climbing Permit. Abgerufen am 21.09.2026. Wann das Observatorium wieder öffnet, nennt der Forest Service nicht; die verbreitete Jahreszahl 2027 stammt aus Berichten über Aussagen von WSDOT und Forest Service, nicht aus einer amtlichen Ankündigung.
Der Krater des Mount St. Helens vom Windy Ridge aus: der offene Krater mit Dampffahne, davor bewaldete Rücken und graue Aschehänge
Fünf Kilometer Luftlinie. Näher kommt man an diesen Krater nicht heran, ohne zu klettern.

Foto: Dirtsc · CC BY-SA 4.0

Das ErlebnisWas man am Mount St. Helens tatsächlich sieht

Der Berg hat drei Seiten, und sie sind nicht kurz miteinander verbunden. Ein Wechsel von West nach Ost kostet mehrere Stunden. Deshalb entscheidet man sich vorher – und plant pro Seite einen Tag.

Westseite, ab Castle Rock. Eine Stunde von der I-5, rund 70 Kilometer Landstraße durch das Tal des Toutle River, das der Schlammstrom von 1980 ausgeräumt hat. Bei Meile 43 kommt Coldwater mit Ausstellung, kurzem Weg und Blick auf den Coldwater Lake. Zwei Meilen weiter steht das Tor. Wer trotzdem zum Loowit Viewpoint und nach Johnston Ridge will, kann laut Forest Service vom Hummocks Trail über den Boundary Trail hinlaufen – ein langer Tagesmarsch ohne Versorgung.

Ostseite, ab Randle. 19 Meilen auf der FR 25, dann 16 Meilen auf der FR 99: eine lange, kurvige Bergstraße bis Windy Ridge. Dort steht man rund fünf Kilometer vom Krater entfernt, unter sich den Spirit Lake mit den treibenden Baumstämmen von 1980. Eine Treppe mit 368 Stufen führt auf den Aussichtshügel.

Südseite, ab Cougar. Die ganzjährig befahrbare Seite. Hier liegen die Ape Cave – mit rund vier Kilometern der drittlängste Lavatunnel Nordamerikas, konstant 5,6 Grad kalt – und der Lava Canyon, eine Schlucht, die der Schlammstrom von 1980 freigelegt hat. Von hier startet auch die Gipfelroute über Monitor Ridge.

Klare Sicht ist in Washington kein Selbstläufer. Vor der Fahrt lohnt der Blick auf die Wettervorhersage und die Webcams des Cascades Volcano Observatory.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 21.09.2026. Das Angebot ist klein: Auf GetYourGuide stehen für den Mount St. Helens vier Touren, zusammen zwölf Bewertungen. Zwei davon sind so neu, dass sie noch gar keine haben. Was enthalten ist, steht in der jeweiligen Beschreibung.

Die RegelWas der Besuch kostet – und warum kein 100-USD-Zuschlag anfällt

Der Mount St. Helens ist kein Nationalpark, sondern ein National Volcanic Monument des US Forest Service. Das ändert alles an den Preisen: Es gibt keinen Parkeintritt, sondern eine Tagesgebühr je Fahrzeug an einzelnen Stellen – und der seit dem 1. Januar 2026 geltende Zuschlag von 100 USD für Besucher ohne US-Wohnsitz gilt hier nicht. Er betrifft nur elf Nationalparks.

Offizielle Gebühren · Stand 09/2026
Tagesgebühr je Fahrzeug an Windy Ridge, Coldwater, Ape Cave und weiteren Stellen5 USD (ca. 4 €)
Northwest Forest Pass, ein Jahr · deckt die Tagesgebühr im ganzen Nordwesten30 USD (ca. 26 €)
Climbing Permit für den Gipfel, je Person und Tag (Kontingentsaison 01.04.–31.10.)20 USD (ca. 17 €)
Buchungsgebühr Recreation.gov je Vorgang, nicht erstattbar6 USD (ca. 5 €)
Climbing Permit außerhalb der Kontingentsaison (01.11.–31.03.), am Ausgangspunkt selbst ausgefülltkostenlos
Ape Cave: Zeitfenster-Reservierung je Fahrzeug, dazu die Tagesgebühr2 USD (ca. 1,70 €)
America-the-Beautiful-Jahrespass für US-Residenten · gilt als Tagesgebühr80 USD (ca. 69 €)
America-the-Beautiful-Jahrespass für Nicht-Residenten250 USD (ca. 216 €)
Der Northwest Forest Pass für 30 USD rechnet sich ab dem siebten Besuchstag an gebührenpflichtigen Stellen – und er gilt im ganzen Nordwesten. Tagesgebühren zahlt man vor Ort am Automaten, bar, per Scheck, mit gültigem Recreation Pass oder digital über die Recreation.gov-App; Gipfel- und Ape-Cave-Reservierungen dagegen gibt es nicht vor Ort. Quellen: Forest Service – Windy Ridge, Coldwater, Ape Cave · nps.gov – Nonresident Fees (Liste der elf betroffenen Parks). Abgerufen am 21.09.2026. Euro-Werte gerundet mit dem EZB-Referenzkurs von Anfang September 2026 (1 EUR = 1,159 USD).

Auf den KraterrandClimbing Permit: So bekommst du eine Genehmigung

Die Gipfelroute über Monitor Ridge ist technisch kein Klettern, aber ein langer, schattenloser Aufstieg über Blockfelder und tiefe Asche – rund 16 Kilometer hin und zurück, etwa 1.370 Höhenmeter, sieben bis zwölf Stunden. Wasser gibt es unterwegs keines. Der kritische Teil ist trotzdem der Rechner zu Hause: Die Kontingente gehen monatsweise in den Verkauf, und Sommerwochenenden sind oft binnen Minuten weg.

  1. Schritt 1 · vorherKonto anlegen

    Genehmigungen gibt es ausschließlich über Recreation.gov, nicht vor Ort. Konto und Zahlungsdaten vorher hinterlegen.

  2. Schritt 2 · am Ersten des Vormonats7:00 Uhr Pacific Time

    Die Kontingente werden monatsweise freigeschaltet: jeweils am Ersten des Vormonats um 7:00 Uhr PT, rein nach Reihenfolge des Eingangs, kein Losverfahren. In Deutschland ist das 16 Uhr MESZ beziehungsweise 15 Uhr MEZ. Vorher einloggen, Datum und Personenzahl bereithalten.

  3. Schritt 3 · Preis20 USD + 6 USD

    In der Kontingentsaison vom 1. April bis 31. Oktober kostet die Genehmigung 20 USD je Person und Tag, dazu 6 USD Buchungsgebühr je Vorgang – nicht erstattbar. Höchstens zwölf Personen je Gruppe, eine Genehmigung je Person und Tag.

  4. Schritt 4 · falls nichts frei istStornierungen abfangen

    Stornierungen tauchen laufend wieder auf. Änderungen an der Gruppe sind bis sieben Tage vor dem Termin möglich, danach ist der Datensatz fix. Wetter ist kein Erstattungsgrund.

  5. Schritt 5 · Winter01.11. – 31.03. kostenlos

    Außerhalb der Kontingentsaison gibt es keine Kontingente: Die Genehmigung ist kostenlos und wird am Ausgangspunkt selbst ausgefüllt. Gestartet wird dann am Marble Mountain Sno-Park. Winterausrüstung und Lawinenkenntnis sind Voraussetzung.

Quelle: Recreation.gov – Mount St. Helens Climbing Permit, abgerufen am 21.09.2026. Wie viele Genehmigungen es je Tag gibt, steht dort nicht: Die oft zitierten 350 Plätze (01.04.–14.05.) und 110 Plätze (15.05.–31.10.) stammen aus Sekundärquellen wie dem Mount St. Helens Institute, ebenso die Höhengrenze von 4.800 Fuß, ab der die Genehmigung gilt. Auch Länge und Höhenmeter der Monitor-Ridge-Route sind verbreitete Werte, die auf den abgerufenen amtlichen Seiten so nicht stehen. Der Abstieg in den Krater ist durch Anordnung des Forest Service verboten – der Kraterrand ist überhängend und instabil.

Wege an den BergDie drei Seiten, die Ape Cave und der Gipfel

Vier Wege, vier Saisons, vier Preise. Die Entfernungen zwischen ihnen sind der eigentliche Planungsfaktor.

Weg → Anfahrt, Dauer, Saison, Preis (Stand 09/2026)
Westseite: SR 504 bis ColdwaterAb Castle Rock, I-5 Ausfahrt 49, rund 70 km und etwa eine Stunde bis Meile 43. Straße bis Meile 45,2 ganzjährig offen, Besucherzentrum saisonal. 5 USD je Fahrzeug und Tag oder 30 USD im Jahr.
Ostseite: Windy Ridge über FR 25 und FR 99Ab Randle 19 Meilen auf der FR 25, dann 16 Meilen auf der FR 99. Lange, kurvige Bergstraße, typischerweise Ende Juni bis November. 368 Stufen zum oberen Aussichtspunkt. 5 USD je Fahrzeug und Tag. 2026: Wege im FR-99-Bereich montags bis freitags gesperrt (15.05.–31.10.), Toiletten wegen Neubaus zu.
Südseite: Ape Cave Lava TubeAb Cougar oder Woodland über SR 503 und FR 83. Untere Höhle 1,2 km einfach und leicht; obere Höhle 2,4 km mit Kletterstellen plus 2,4 km oberirdischer Rückweg, zusammen drei bis vier Stunden. Saison 2026: 18.05.–31.10., Zeitfenster-Pflicht von 9 bis 17 Uhr. 2 USD Reservierung je Fahrzeug plus 5 USD Tagesgebühr.
Gipfelbesteigung über Monitor RidgeAb Climber's Bivouac an der FR 830 auf der Südseite. Rund 16 km hin und zurück, etwa 1.370 Höhenmeter, 7–12 Stunden über Blockfelder und Asche. Kontingentsaison 01.04.–31.10. mit Genehmigung für 20 USD je Person und Tag plus 6 USD; von Dezember bis März Winterroute ab Marble Mountain Sno-Park mit kostenloser Selbstausfüller-Genehmigung.

Unter dem BergApe Cave: Zeitfenster, zwei Lampen, 5,6 Grad

Der Lavatunnel auf der Südseite ist die einzige Sehenswürdigkeit am Mount St. Helens, für die man vorher etwas buchen muss – und die einzige, bei der die Ausrüstung wirklich zählt.

In der Saison 2026 war die Höhle vom 18. Mai bis 31. Oktober offen. Von 9 bis 17 Uhr braucht jedes Fahrzeug ein Zeitfenster-Ticket von Recreation.gov für 2 USD, dazu die Tagesgebühr von 5 USD oder einen Northwest Forest Pass. Ein Ticket gilt je Fahrzeug und Tag, höchstens sechs im Jahr, das Zeitfenster ist zwei Stunden lang. Die Tickets für 2026 gingen am 1. April um 7:00 Uhr PT in den Verkauf.

Pflicht sind zwei Lichtquellen pro Person – der Forest Service weist ausdrücklich darauf hin, dass Handytaschenlampen nicht ausreichen. Am Ape Headquarters kann man Lampen leihen, aber nur zu den Öffnungszeiten 9 bis 17 Uhr. Dazu warme Kleidung: In der Höhle sind es ganzjährig etwa 5,6 Grad. Wände und Decke nicht berühren, wegen der Fledermäuse und der Mikroorganismen.

Die untere Höhle ist mit Kindern gut machbar. Die obere Höhle mit ihrer acht Fuß hohen Felsstufe ist es nicht.

Quellen: Recreation.gov – Ape Cave Zeitfenster und Forest Service – Ape Cave Interpretive Site, abgerufen am 21.09.2026.
Die Eruptionssäule des Mount St. Helens am 18. Mai 1980: eine aufquellende graue Aschewolke über der Wolkendecke
18. Mai 1980, aufgenommen von einem USGS-Geologen. In 15 Minuten stand die Säule über 24 Kilometer hoch.

Foto: Donald A. Swanson · Public domain

Die neun StundenWas am 18. Mai 1980 passiert ist

Vor 1980 galt der Mount St. Helens wegen seiner Kegelform als „Fuji Amerikas“. Am 20. März begann eine Erdbebenserie, kurz darauf öffneten sich Dampfausbrüche im Gipfelbereich, und an der Nordflanke wuchs über Wochen eine sichtbare Ausbeulung.

Am 18. Mai 1980 um 8:32 Uhr löste ein Erdbeben der Magnitude 5,1 den Zusammenbruch der Nordflanke aus – mit rund 2,5 Kubikkilometern der größte historisch dokumentierte Bergsturz der Erde. Der entlastete Vulkan explodierte seitlich. Die Druckwelle verwüstete rund 600 Quadratkilometer Wald. Die Eruptionssäule erreichte binnen 15 Minuten über 24 Kilometer Höhe, und die neunstündige plinianische Eruption warf über 540 Millionen Tonnen Asche aus, die in 15 Tagen die Erde umrundete.

57 Menschen kamen ums Leben, unter ihnen der USGS-Geologe David Johnston, der den Ausbruch von einem Grat acht Kilometer entfernt beobachtete. Nach ihm ist der Johnston Ridge benannt – jener Grat, den man seit 2023 nicht mehr mit dem Auto erreicht.

Der Gipfel verlor rund 400 Meter; statt eines Kegels blieb ein nach Norden offener Hufeisenkrater. Eine Lidar-Vermessung von 2009 ergab 2.539 Meter. 1982 erklärte der Kongress das Gebiet rund um den Vulkan zum National Volcanic Monument – ausdrücklich, um die Wiederbesiedlung der verwüsteten Fläche ungestört beobachten zu können. Von Oktober 2004 bis Januar 2008 wuchs im Krater ein neuer Lavadom. Seither ist der Berg ruhig, aber nicht erloschen: Das USGS nennt ihn den aktivsten Vulkan der Kaskadenkette und denjenigen der zusammenhängenden US-Staaten, der am ehesten wieder ausbricht.

Quellen: USGS – 1980 Cataclysmic Eruption · USGS – Impact (57 Todesopfer) · USGS – Mount St. Helens (Lidar 2009, Domwachstum, Bedrohungsstufe „very high“). Abgerufen am 21.09.2026. Die Fläche des Monuments von 445 km² steht so nicht auf der abgerufenen Forest-Service-Seite.

Gut zu wissenAnreise, beste Zeit, Tipps

Anreise

Ohne Auto: Kein Linienverkehr. Ohne Auto ist das Monument praktisch nicht zu erreichen; ab Portland und Seattle gibt es kommerzielle Tagestouren.

Mit dem Auto: Westseite: I-5 Ausfahrt 49 bei Castle Rock, dann SR 504 nach Osten bis zum Tor bei Meile 45,2. Ostseite: ab Randle über SR 131/FR 25 und FR 99 nach Windy Ridge. Südseite: ab Woodland (I-5 Ausfahrt 21) über SR 503 nach Cougar und weiter auf FR 83 zur Ape Cave und zum Climber's Bivouac. Die drei Seiten sind nicht kurz miteinander verbunden – ein Wechsel von der West- zur Ostseite kostet mehrere Stunden.

  • Ab Portland (OR) · ca. 1 Stunde bis Castle Rock, ca. 1,5 Stunden bis Ape Cave
    I-5 nach Norden bis Castle Rock (West) oder bis Woodland und SR 503 (Süd)
  • Ab Seattle (WA) · ca. 2,5 Stunden bis Castle Rock, ca. 3 Stunden bis Coldwater
    I-5 nach Süden bis Castle Rock
  • Ab Randle (WA) · ca. 1,5–2 Stunden bis Windy Ridge
    SR 131 / FR 25, dann FR 99
  • Ab Vancouver (WA) · ca. 1–1,5 Stunden
    I-5 nach Norden bzw. SR 503 nach Cougar

Beste Zeit

Juli bis September. Erst dann ist die Ostseite über FR 25/99 schneefrei, die Ape Cave in Saison und die Gipfelroute ohne Schneeschuhe machbar. Für den Gipfel sind Mai und Juni reizvoll, weil man über Firn absteigen kann – dafür braucht man Steigeisen und Eispickel. Im Winter ist die Westseite bis Meile 45,2 offen und weitgehend leer; das Coldwater-Zentrum hat dann nur am Wochenende auf. Klare Sicht auf den Krater ist in Washington kein Selbstläufer: Wettervorhersage und die Webcams des CVO vorher ansehen.

Für wen es passt

Kinder
Coldwater, Windy Ridge und die untere Ape Cave sind gut mit Kindern machbar. Die obere Ape Cave mit ihrer acht Fuß hohen Felsstufe und die Gipfelbesteigung sind es nicht.
Mindestalter
kein formales Mindestalter; die Gipfelroute ist ein ganztägiger, schattenloser Aufstieg
Kondition
Gipfel: rund 1.370 Höhenmeter über Blockfelder und tiefe Asche, 7–12 Stunden. Sehr anstrengend, technisch aber kein Klettern.
Rollstuhl
Coldwater und der Weg «Winds of Change» sind ausgebaut; Windy Ridge hat eine 368-stufige Treppe zum oberen Aussichtspunkt, der untere Bereich ist ebenerdig.
Hunde
Angeleinte Hunde (Leine höchstens 1,80 m) sind auf ausgewiesenen Wegen erlaubt; im Gebäude des Coldwater-Zentrums nicht. In Teilbereichen des Monuments sind Haustiere außer Assistenztieren untersagt.
Kleidung
Auf der Gipfelroute Wind- und Sonnenschutz, viel Wasser (unterwegs gibt es keines). In der Ape Cave ganzjährig etwa 5 °C – Jacke und Mütze auch im August.
Schuhe
Gipfel und Ape Cave: feste, knöchelhohe Schuhe mit Profil; Gamaschen gegen Asche sind auf der Abstiegsstrecke sehr angenehm.

Tipps, die man vor Ort braucht

  • Johnston Ridge aus der Planung streichen und stattdessen entscheiden: Coldwater (West, leicht erreichbar, aber 16 km vom Krater) oder Windy Ridge (Ost, nah am Krater, dafür zweieinhalb Stunden Umweg).
  • Für Windy Ridge einen Samstag oder Sonntag wählen: Wege und Bereiche an der FR 99 sind von Mai bis Oktober werktags gesperrt.
  • Gipfelgenehmigungen am Ersten des Vormonats um 7:00 Uhr PT buchen – das ist in Deutschland 16 Uhr MESZ bzw. 15 Uhr MEZ. Vorher einloggen, Datum und Personenzahl bereithalten.
  • Wer nur ein Wochenende hat, aber keine Genehmigung bekommt: Stornierungen erscheinen laufend, und Änderungen an der Gruppe sind bis sieben Tage vorher möglich – danach ist der Datensatz fix.
  • Ape Cave: zwei richtige Lampen pro Person mitnehmen. Am Ape Headquarters kann man Lampen leihen, aber nur zu den Öffnungszeiten 9–17 Uhr.
  • Der Northwest Forest Pass für 30 USD rechnet sich schon ab dem siebten Besuchstag an gebührenpflichtigen Stellen – und er gilt im ganzen Nordwesten.
  • Mount St. Helens gehört nicht zum National Park Service. Der 100-USD-Zuschlag für Nicht-Residenten gilt hier nicht.
  • Auf der Gipfelroute gibt es kein Wasser und keinen Schatten. Drei bis vier Liter pro Person einplanen, früh starten.

Kurze Geschichte

  • Vor 1980 galt Mount St. Helens wegen seiner Kegelform als «Fuji Amerikas»; er ist laut USGS der aktivste Vulkan der Kaskadenkette.
  • Am 20. März 1980 begann eine Erdbebenserie, kurz darauf öffneten sich Dampfausbrüche im Gipfelbereich, und an der Nordflanke wuchs über Wochen eine sichtbare Ausbeulung.
  • Am 18. Mai 1980 um 8:32 Uhr löste ein Erdbeben der Magnitude 5,1 den Zusammenbruch der Nordflanke aus – mit rund 2,5 Kubikkilometern der größte historisch dokumentierte Bergsturz der Erde.
  • Der entlastete Vulkan explodierte seitlich: Die Druckwelle verwüstete rund 600 km² Wald, die Eruptionssäule erreichte binnen 15 Minuten über 24 km Höhe, und die neunstündige plinianische Eruption warf über 540 Millionen Tonnen Asche aus, die in 15 Tagen die Erde umrundete.
  • 57 Menschen kamen ums Leben, unter ihnen der USGS-Geologe David Johnston, der den Ausbruch von einem Grat acht Kilometer entfernt beobachtete – nach ihm ist der Johnston Ridge benannt.
  • Der Gipfel verlor rund 400 m Höhe; statt eines Kegels blieb ein nach Norden offener Hufeisenkrater. Eine Lidar-Vermessung von 2009 ergab 2.539 m.
  • 1982 erklärte der Kongress 445 km² rund um den Vulkan zum Mount St. Helens National Volcanic Monument – ausdrücklich, um die Wiederbesiedlung der verwüsteten Fläche ungestört beobachten zu können.
  • Von Oktober 2004 bis Januar 2008 wuchs im Krater ein neuer Lavadom; seither ist der Vulkan ruhig, aber nicht erloschen.
  • Am 14. Mai 2023 begrub der South-Coldwater-Erdrutsch die Spirit Lake Memorial Highway und riss die Spirit-Lake-Outlet-Brücke weg – seitdem ist Johnston Ridge vom Auto abgeschnitten.

Veraltet im NetzWas anderswo falsch steht

„Das Johnston Ridge Observatory ist geöffnet.“
Die SR 504 ist zwischen Meile 45,2 und 51 seit dem Erdrutsch vom 14. Mai 2023 gesperrt, das Observatorium ist geschlossen. WSDOT baut seit dem 27. April 2026 neu, fertig soll es im Herbst 2026 sein; die Öffnung des Observatoriums erwartet der Forest Service danach.
„Bis zum Krater fährt man von Castle Rock einfach die Straße hoch.“
Die Fahrt endet seit 2023 beim Hummocks Trailhead, rund 16 Kilometer vor Johnston Ridge. Wer den Krater von vorn sehen will, muss auf die Ostseite nach Windy Ridge – oder weit laufen.
„Mount St. Helens ist ein Nationalpark.“
Es ist ein National Volcanic Monument des Forest Service. Deshalb gilt hier weder der Nationalpark-Eintritt noch der 100-USD-Zuschlag für Besucher ohne US-Wohnsitz; stattdessen greifen Tagesgebühr und Northwest Forest Pass.
„Die Gipfelgenehmigung kostet 15 Dollar.“
Veralteter Wert. Recreation.gov nennt für die Kontingentsaison 20 USD je Person und Tag, dazu 6 USD Buchungsgebühr je Vorgang.
„Für die Ape Cave braucht man nichts weiter, einfach hinfahren.“
In der Saison gilt eine Zeitfenster-Pflicht. 2026 war die Höhle vom 18. Mai bis 31. Oktober offen; von 9 bis 17 Uhr braucht jedes Fahrzeug ein Ticket für 2 USD von Recreation.gov, dazu die Tagesgebühr.
„Der Berg ist 2.950 Meter hoch.“
Das war er vor 1980. Der Ausbruch nahm ihm rund 400 Meter; eine Lidar-Vermessung von 2009 ergab 2.539 Meter.
„Man kann in den Krater hinabsteigen.“
Das ist ausdrücklich verboten. Die Monument-Anordnung sanktioniert das Betreten des Kraters mit bis zu 5.000 USD Geldstrafe, bis zu sechs Monaten Haft oder beidem.

Kurz gefragtVor der Fahrt zum Mount St. Helens

Kann man den Mount St. Helens 2026 überhaupt besuchen?

Ja. Gesperrt ist nur der obere Abschnitt der Westseite mit dem Johnston Ridge Observatory. Coldwater bei Meile 43 im Westen, Windy Ridge im Osten und die ganze Südseite mit Ape Cave und Lava Canyon sind offen.

Lohnt sich der Mount St. Helens ohne Johnston Ridge?

Für den Blick in den Krater ja – aber von der Ostseite. Windy Ridge liegt rund fünf Kilometer vom Krater entfernt und zeigt zusätzlich den Spirit Lake. Die Westseite ist dafür leichter erreichbar und hat in Coldwater die Ausstellung zum Seitenausbruch.

Wie lange dauert die Fahrt ab Seattle oder Portland?

Von Portland etwa eine Stunde bis Castle Rock auf der Westseite und rund anderthalb Stunden zur Ape Cave im Süden. Von Seattle sind es rund zweieinhalb Stunden bis Castle Rock. Windy Ridge liegt ab Randle noch einmal eineinhalb bis zwei Stunden entfernt.

Kann man West- und Ostseite an einem Tag verbinden?

Praktisch nicht. Die Seiten sind nicht direkt verbunden, der Umweg außen herum kostet mehrere Stunden. Besser: ein Tag Westseite mit Coldwater, ein Tag Ostseite mit Windy Ridge oder Südseite mit Ape Cave und Lava Canyon.

Wann ist die beste Zeit für den Mount St. Helens?

Juli bis September. Erst dann ist die Ostseite über die FR 25 und 99 schneefrei, die Ape Cave in Saison und die Gipfelroute ohne Schneeschuhe machbar. Für den Gipfel sind Mai und Juni reizvoll, weil man über Firn absteigen kann – dafür braucht man aber Steigeisen und Eispickel.

Braucht man einen Guide?

Nein. Weder für die Gipfelbesteigung noch für die Ape Cave gibt es eine Führerpflicht. Geführte Klettertouren bietet unter anderem das Mount St. Helens Institute an, sie sind aber freiwillig.

Ist das Johnston Ridge Observatory 2026 geöffnet?

Nein. Die Spirit Lake Memorial Highway ist seit dem Erdrutsch vom 14. Mai 2023 zwischen Meile 45,2 und 51 gesperrt, das Observatorium ist geschlossen und nicht mit dem Auto erreichbar. Der Straßenneubau läuft seit dem 27. April 2026 und soll im Herbst 2026 fertig sein; die Wiedereröffnung des Besucherzentrums wird für 2027 erwartet.

Wo sieht man den Krater von Mount St. Helens jetzt am besten?

Von Windy Ridge auf der Ostseite: rund fünf Kilometer vom Krater entfernt, mit Blick auf den Spirit Lake. Die Anfahrt führt ab Randle über die Forest Roads 25 und 99 und ist nur etwa von Ende Juni bis November schneefrei. Auf der Westseite ist Coldwater am Meile 43 der letzte Punkt mit Blick.

Was kostet der Besuch am Mount St. Helens?

Es gibt keinen Parkeintritt, sondern eine Tagesgebühr von 5 USD je Fahrzeug an Stellen wie Windy Ridge, Coldwater und Ape Cave. Ein Northwest Forest Pass für 30 USD im Jahr oder ein Interagency-Pass deckt sie ab. Die Gipfelbesteigung kostet extra.

Muss ich als Deutscher 100 Dollar Zuschlag zahlen?

Nein. Der seit 1. Januar 2026 geltende Zuschlag von 100 USD für Besucher ohne US-Wohnsitz gilt nur in elf Nationalparks – Mount St. Helens ist ein National Volcanic Monument des Forest Service und nicht darunter.

Wie bekomme ich eine Genehmigung für die Besteigung?

Ausschließlich über recreation.gov. Die Kontingente werden monatsweise freigeschaltet: am Ersten des Vormonats um 7:00 Uhr Pacific Time, nach Reihenfolge des Eingangs, ohne Losverfahren. In der Saison vom 1. April bis 31. Oktober kostet die Genehmigung 20 USD pro Person und Tag plus 6 USD Buchungsgebühr.

Kann man Mount St. Helens im Winter besteigen?

Ja. Vom 1. November bis 31. März gibt es keine Kontingente; die Genehmigung ist kostenlos und wird am Ausgangspunkt selbst ausgefüllt. Gestartet wird dann am Marble Mountain Sno-Park, und für das Auto braucht man einen Washington Sno-Park-Ausweis. Winterausrüstung und Lawinenkenntnis sind Voraussetzung.

Wie schwer ist der Aufstieg auf Mount St. Helens?

Technisch einfach, konditionell hart: rund 16 Kilometer hin und zurück, etwa 1.370 Höhenmeter über Blockfelder und tiefe Asche, sieben bis zwölf Stunden. Es gibt unterwegs kein Wasser und keinen Schatten. Klettern muss man nicht.

Darf man in den Krater hinein?

Nein, das ist durch Anordnung des Forest Service verboten. Verstöße können mit bis zu 5.000 USD Geldstrafe, bis zu sechs Monaten Haft oder beidem geahndet werden.

Braucht man für die Ape Cave eine Reservierung?

Ja, in der Saison. 2026 war die Höhle vom 18. Mai bis 31. Oktober offen; von 9 bis 17 Uhr braucht jedes Fahrzeug ein Zeitfenster-Ticket von recreation.gov für 2 USD. Dazu kommt die Tagesgebühr von 5 USD beziehungsweise ein Northwest Forest Pass.

Was muss ich in die Ape Cave mitnehmen?

Zwei richtige Lichtquellen pro Person – der Forest Service weist ausdrücklich darauf hin, dass Handytaschenlampen nicht ausreichen. Dazu warme Kleidung, denn in der Höhle sind es ganzjährig etwa 5,6 °C, und feste Schuhe. Wände und Decke nicht berühren.

Ist Mount St. Helens aktuell gefährlich?

Nein. Das Cascades Volcano Observatory meldete am 18. September 2026 unverändert NORMAL/GREEN für alle Kaskadenvulkane. Der Vulkan gilt aber als der aktivste der Kaskaden und als derjenige der zusammenhängenden US-Staaten, der am ehesten wieder ausbrechen wird.

Wie lange braucht man von Portland oder Seattle?

Von Portland etwa eine Stunde bis Castle Rock auf der Westseite und rund anderthalb Stunden zur Ape Cave im Süden. Von Seattle sind es rund zweieinhalb Stunden bis Castle Rock. Windy Ridge auf der Ostseite liegt ab Randle noch einmal eineinhalb bis zwei Stunden entfernt.

Sind Hunde erlaubt?

Angeleint auf ausgewiesenen Wegen ja, im Gebäude des Coldwater-Zentrums nicht. In Teilbereichen des Monuments sind Haustiere außer Assistenztieren ganz untersagt – die aktuelle Anordnung des Forest Service vor dem Besuch prüfen.

Quellen · abgerufen am 21.09.2026