Der Pass zwischen den beiden Vulkanen ist der Ort, an dem 1519 Hernán Cortés nach Tenochtitlán hinüberzog. Heute stehen dort ein Besucherzentrum, die Kasse und ein Denkmal – und du stehst auf rund 3.700 m zwischen einem Berg, der raucht, und einem, der schläft.
Von Amecameca windet sich die Straße 23 km hinauf, durch Kiefernwald, bis der Wald dünner wird und der Pass sich öffnet. Links der Popocatépetl, ein fast perfekter Kegel, über dem Krater eine Fahne aus Dampf und Gas, die je nach Wind weiß oder grau ist. Rechts die lange Silhouette des Iztaccíhuatl, die von hier aus tatsächlich wie eine liegende Frau aussieht: Kopf, Brust, Knie, Füße. Der Wind ist kalt, auch im Sommer, und die Luft ist schon so dünn, dass du beim Aussteigen kurz schwankst.
Wer nur schauen will, ist hier richtig – morgens, bevor die Wolken aufziehen. Wenn der Popo eine seiner kleinen Explosionen hat, hörst du sie nicht, du siehst nur, wie die Fahne plötzlich dichter und dunkler wird. Bei Aschefall knirscht es zwischen den Zähnen. Am Wochenende ist der Parkplatz voll, an einem klaren Wintermorgen unter der Woche hast du den Pass fast für dich.
Für die Besteigung des Iztaccíhuatl geht es weiter: 6,5 bis 8 km Piste nach La Joya, per Auto nur mit Reservierung, sonst zu Fuß. Dort beginnt eine Tour, die nichts mit einer Wanderung zu tun hat – 1.200 Höhenmeter in dünner Luft, Kletterstellen, Gletscherreste, Aufbruch mitten in der Nacht. Oben, auf dem Pecho, siehst du bei klarem Wetter die Aschefahne des Popo von oben und darunter das Tal von Mexiko.
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