Volcano·Guide
Die gepflasterte Straße in die Caldera Chã das Caldeiras auf Fogo, links schwarze Lava, dahinter die Steilwand der Bordeira Der Kegel des Pico do Fogo über dem Lavafeld, davor der rotbraune Nebenkegel Pico Pequeno von 1995 Abstieg vom Pico do Fogo: eine Staubfahne über der grauen Ascherinne zwischen dunklen Lavafelsen

Pico do Fogo

Die Straße führt über die Lava von 2014 hinauf ins Dorf auf 1.700 Metern.

Um sechs Uhr früh geht es los: 1.100 Höhenmeter Geröll, drei bis vier Stunden, kein Schatten.

Und dann der Abstieg – in einer knappen Stunde über die Asche hinunter.

Scrollen –
hinauf auf den Kegel

Stand 23. September 2026Offen – kein Ticket, kein Eintritt, aber nur mit Führer aus dem Dorf

Der Pico do Fogo ist der höchste Berg Kap Verdes und ein aktiver Vulkan, der zuletzt 2014/15 ausbrach. Heute ist er ruhig: Nach dem Beben vom 12. Juli 2026 sah das Wetter- und Geophysik-Institut INMG keine Anomalien und keinen Grund zur Sorge. Es gibt keine Sperrung, keinen Eintritt und keine Onlinebuchung. Was es gibt, ist eine Regel, die im Park gelebt wird: Auf den Gipfel geht man mit einem Bergführer aus Chã das Caldeiras.

Offen
2.829m

Der Gipfel

Keine Sperrung bekannt, Stand 23.09.2026. Im Ernstfall sperrt der Katastrophenschutz SNPC – wie 2014, als er den Aufstieg und jede Annäherung auf 500 Meter an den Kegel verbot. Bei Sturm sagen die Führer selbst ab.

Führer, Gruppe bis 3 Personen · ca. 54 €6.000 CVE
Nur mit Führer
AGTC

Führer aus Chã das Caldeiras

Die Bergführer des Dorfes sind in der Associação de Guias Turísticos de Chã das Caldeiras organisiert. Gebucht wird über die Pension, in der man schläft – viele Wirte führen selbst. Eine Verordnung dazu haben wir nicht gefunden; die Regel ist Parkpraxis, und der Weg ist nicht markiert.

jede weitere Person · ca. 18 €2.000 CVE
Frei
0CVE

Caldera, Dorf, Lavafelder

Bis ins Dorf und auf den Wegen durch die Caldera braucht es weder Führer noch Ticket. Der Parque Natural do Fogo erhebt keinen Eintritt. Nur der Forstposten Monte Velha auf dem Weg nach Mosteiros kassiert 200 CVE.

Forstposten Monte Velha200 CVE
Quellen: Expresso das Ilhas und A Nação vom 12./13.07.2026 (INMG zum Beben, keine Anomalien am Fogo); Insel-Guide caboverdeexpert.com (kein Eintritt, Führer für den Gipfel Pflicht); Alpenverein-Tourbeschreibung (nur mit lizenziertem einheimischen Führer); Reisebericht indietraveller.co, aktualisiert 13.05.2026 (Führerpreise). Die INMG-Website war am 22.09.2026 in Wartung und zeigte keinen Vulkanstatus. Eine Bußgeldvorschrift für Aufstiege ohne Führer ist nicht veröffentlicht; nach Nutzerberichten wird nicht immer kontrolliert.
Der Pico do Fogo von der Caldera aus: der graue Aschekegel, davor der rot und ocker gefärbte Krater des Pico Pequeno, im Vordergrund schwarze Blocklava
Der kleine Kegel davor ist der Pico Pequeno von 1995 – aus seinen Spalten kam 2014 die Lava, die das Dorf begrub.

Foto: Cayambe · CC BY-SA 3.0

Das ErlebnisEin Kegel aus Asche, ein Dorf auf der Lava

Chã das Caldeiras ist ein Ort, den es eigentlich nicht geben dürfte: rund 700 Menschen in einer neun Kilometer weiten Caldera, zwischen den Lavaströmen von 1951, 1995 und 2014, mit Weinreben im schwarzen Lapilli. Über allem steht der Kegel, fast symmetrisch, 1.100 Meter über dem Dorf.

Der Tag beginnt im Dunkeln. Um sechs Uhr steht der Führer vor der Pension, eine halbe Stunde geht es über das Lavafeld zum Fuß des Kegels. Dann wird es steil: loses Geröll, rund 30 Grad, jeder Schritt rutscht ein Stück zurück. Es gibt keinen markierten Weg, nur die Spur der Führer. Drei bis vier Stunden, ohne Schatten, mit Blick zurück auf die Bordeira, die bis zu 1.000 Meter hohe Caldera-Wand.

Oben, am Kraterrand, sichern Stahlseile die letzten Meter. Der Krater dampft aus kleinen Fumarolen, es riecht nach Schwefel, und bei klarer Sicht liegen die Nachbarinseln Santiago und Brava im Meer. Glühende Lava gibt es nicht – die letzte floss am 8. Februar 2015.

Der Abstieg ist der Teil, von dem alle erzählen: Statt zurück über das Geröll geht es in großen Sprüngen die Aschehänge hinunter, jeder Schritt ein halber Meter, der Kegel in einer knappen Stunde erledigt. Die Schuhe sind danach voller schwarzem Lapilli, die Knie merken es am Abend.

Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 22.09.2026. Die Auswahl für Fogo ist klein. Die Tagestour mit Kaffeeplantage ist eine Inselrundfahrt, kein Gipfelaufstieg. Wer im Dorf übernachtet, bucht den Führer meist direkt über die Pension.

Die RegelFührer reservieren, bar zahlen, um sechs Uhr starten

Es gibt keine Kasse, keine Genehmigung und kein Kontingent. Die Organisation läuft über das Dorf – und über das Timing: Wer erst mittags mit dem Sammeltaxi aus São Filipe ankommt, kommt an diesem Tag nicht mehr auf den Gipfel.

1

Im Dorf übernachten

Portela und Bangaeira haben seit dem Wiederaufbau rund zehn Pensionen mit etwa 100 Betten. Beispiel Casa do Alcindo: 3.500 CVE mit Frühstück, Abendessen 700 CVE. Die Wirte vermitteln den Führer – am Vortag reservieren, in der Hochsaison Dezember bis März früher.

2

Preis vorher klären

Belegter Richtwert 2026: 6.000 CVE für eine Gruppe bis drei Personen, jede weitere 2.000 CVE. Bezahlt wird bar, Euro werden genommen, Wechselgeld ist knapp. Den einzigen Geldautomaten gibt es in São Filipe.

3

6 Uhr: Aufstieg

Start um 6 bis 6:30 Uhr, damit man vor der Mittagshitze oben ist. Drei bis vier Stunden über loses Geröll, am Kraterrand ein kurzes, mit Stahlseilen gesichertes Stück – Trittsicherheit nötig, keine Klettertechnik.

4

Über die Asche zurück

30 bis 60 Minuten hinunter, gesamt fünf bis sechs Stunden, mit Kindern bis sieben. Gamaschen oder hohe Schuhe halten den Lapilli draußen. Bei Sturm oder Gewitter – selten, August bis Oktober – sagen die Führer ab.

Was es kostet · Stand 09/2026 · 1 € = 110,265 CVE (fester Kurs)
Eintritt Parque Natural do Fogokein Eintritt
Bergführer Pico do Fogo, Gruppe bis 3 Personen · über die Pension gebucht6.000 CVE · ca. 54 €
Bergführer, jede weitere Person ab der vierten2.000 CVE · ca. 18 €
Kontrollposten Monte Velha auf dem Weg Chã – Mosteiros200 CVE · ca. 1,80 €
Sammeltaxi (aluguer) São Filipe – Chã das Caldeiras, einfache Fahrt900–1.000 CVE · ca. 8–9 €
Privattaxi São Filipe – Chã das Caldeiras, einfache Fahrt6.000 CVE · ca. 54 €
Tagestour ab São Filipe mit Transfer und Führer (Veranstalter)78–85 €
Pension in Chã das Caldeiras, Beispiel Casa do Alcindo mit Frühstück3.500 CVE · ca. 32 €
Quellen: Reiseberichte indietraveller.co (04–05/2026), 365diasnomundo.com (12/2025) und viajarentreviagens.pt; caboverdeexpert.com; picotours.de. Eine offizielle Preisliste der AGTC gibt es nicht; die Führerpreise sind Richtwerte aus Reiseberichten. Der Insel-Guide nennt je nach Gruppengröße 25–50 € pro Person. „Kein Eintritt“ beruht auf dem Insel-Guide, nicht auf einer Behördenaussage – die Gemeinde Santa Catarina diskutiert eine Zufahrtsgebühr nach Chã, beschlossen ist sie nicht.
Blick in den Krater des Pico Pequeno auf Fogo: graue Aschehänge, eine schmale Spur führt am Kraterrand entlang
Der Pico Pequeno in einer Stunde: die Familienvariante, wenn 1.100 Höhenmeter zu viel sind.

Foto: Ji-Elle · CC BY-SA 3.0

Wege hinaufNormalweg, Rundtour über den Pico Pequeno, Tagestour ab São Filipe

Ein Kegel, ein Weg – aber drei Arten, ihn zu gehen. Alle beginnen in Portela auf rund 1.700 Metern und alle enden über die Aschehänge.

Die drei Varianten · Stand 09/2026
Normalweg ab Portela – vom Dorf (ca. 1.717 m) über das Lavafeld zum Fuß des Kegels, dann auf loser Asche und Geröll zum Kraterrand (2.829 m); rund 8 km, 1.100–1.140 Höhenmeter, Alpenverein-Stufe T33–4 h hinauf · 30–60 min hinab · 6.000 CVE bis 3 Pers.
Rundtour über den Pico Pequeno – Gipfel, dann Abstieg zum Kegel von 1995 (ca. 2.020 m) und über die Lavafelder von 2014 zurück; 11–12 km6–7 h · Aufpreis ca. 2.000 CVE (Stand 03/2024)
Tagestour ab São Filipe – Hotelabholung, 1–1,5 Stunden Transfer je Richtung, dann derselbe Aufstieg mit einem Führer aus Chã; Montag bis Sonntag, wetterabhängigganzer Tag · 78–85 € pro Person
Ein Haus in Portela auf Fogo, dessen Erdgeschoss von der schwarzen Lava des Ausbruchs 2014/15 umschlossen ist, dahinter Reben und die Caldera
Portela, 2014: Die Lava blieb im ersten Stock stehen. Heute leben wieder mehrere hundert Menschen auf und neben dem Strom.

Foto: Zinneke · CC BY-SA 3.0

Gut zu wissenAnreise, beste Zeit, Tipps

Anreise

Ohne Auto: Von São Filipe (Markt/Busbahnhof) fahren Sammeltaxis (aluguer, meist Hiace-Minibusse) nach Chã das Caldeiras, sobald sie voll sind – vormittags gegen 11–12 Uhr und nachmittags, 1,5–2 Stunden, 900–1.000 CVE. Rückfahrt ab Chã um 6 Uhr und mittags; sonntags fahren kaum Wagen. Privattaxi etwa 6.000 CVE (50–60 €) je Richtung. Die Straße von São Filipe über Santa Catarina in die Caldera ist asphaltiert bzw. gepflastert; in der Caldera fährt man über die Lava von 2014 auf einer neu angelegten Piste.

Mit dem Auto: Mietwagen in São Filipe sind rar (ein Reisebericht Dezember 2025: 7.000 CVE pro Tag, schwer zu bekommen); Geländewagen sinnvoll. Parken im Dorf an der Pension.

  • Ab São Filipe (Flughafen SFL und Fährhafen) · 1–2 Stunden
    Sammeltaxi oder Taxi über Santa Catarina do Fogo (Cova Figueira) in die Caldera
  • Ab Praia (Santiago) · Flug 30 min; Fähre 4 h
    Flug Cabo Verde Airlines / TACV mit ATR 72 (ca. 30 Minuten; die Airline bedient Fogo seit 20.03.2024 wieder, Ausfälle laut Auswärtigem Amt häufig) oder Fähre CV Interilhas 'Liberdadi' (ca. 4 Stunden, drei Abfahrten pro Woche im rotierenden Sotavento-Fahrplan, Wetterausfälle möglich)
  • Ab Mosteiros (Nordostküste) · 5–7 Stunden
    zu Fuß von Chã über die Bordeira und den Forst Monte Velha hinab (11 km, 5–7 Stunden, 200 CVE Forstgebühr), Rückfahrt mit Taxi

Beste Zeit

November bis Juni (Trockenzeit): klare Sicht, trockene Wege, tagsüber angenehme 20–25 °C im Dorf. Die kühlsten Monate sind Januar und Februar; von Dezember bis März kann die 'bruma seca' (Saharastaub im Passat) den Blick auf Santiago und Brava trüben. August bis Oktober ist Regenzeit – meist kurze Schauer, aber schwül und mit Gewitterrisiko. Tageszeit: Start um 6 Uhr, dann ist man vor der Mittagshitze oben und zum Mittagessen zurück; die Aussicht ist morgens am klarsten.

Für wen es passt

Kinder
Für sportliche Kinder ab etwa 9–10 Jahren machbar: Eine portugiesische Familiengruppe (März 2025) war mit sechs Kindern, das jüngste 9, in 4 Stunden oben und in 2 Stunden unten. Für kleinere Kinder bieten die Führer den Pico Pequeno (ca. 1 Stunde) oder Wanderungen über die Lavafelder an.
Mindestalter
keines festgelegt; die Führer entscheiden
Kondition
Anspruchsvoll: gut 1.100 Höhenmeter am Stück auf losem Lapilli und Geröll mit rund 30° Neigung, oben ein kurzes, mit Stahlseilen gesichertes Stück am Kraterrand (Alpenverein: T3, Trittsicherheit nötig, keine Klettertechnik). Der Abstieg über die Aschehänge geht schnell, belastet aber Knie und Oberschenkel.
Höhe
Gering. Der Gipfel liegt unter 3.000 m; wer in Chã (1.700 m) übernachtet, ist am Morgen akklimatisiert. Bei Kopfschmerz oder Übelkeit langsamer gehen.
Herz und Atemwege
Im Krater riecht es nach Schwefel, kleine Fumarolen dampfen; Asthmatiker halten Abstand. Aufstieg in der Sonne ohne Schatten – Herz-Kreislauf-Patienten früh starten und viel trinken.
Rollstuhl
nicht möglich; das Dorf und die Lavafelder sind mit Geländewagen erreichbar
Hunde
keine Regel veröffentlicht; die Familiengruppe von März 2025 war mit Hund unterwegs
Kleidung
Zwiebelprinzip: In Chã sind Nächte im Winter kühl (12–14 °C in den Höhenlagen), am Gipfel weht meist kräftiger Wind – Windjacke, lange Hose, Mütze. Dazu Sonnenhut und Sonnencreme (keine Schatten), 1,5–2 Liter Wasser pro Person (unterwegs keine Quelle), Riegel und Obst. Gamaschen oder hohe Schuhe halten die Asche beim Abstieg draußen.
Schuhe
Eingelaufene, knöchelhohe Wanderstiefel mit fester Sohle; die Lava ist scharfkantig, die Aschehänge füllen niedrige Schuhe sofort.

Tipps, die man vor Ort braucht

  • Im Dorf übernachten und um 6 Uhr starten – wer erst mit dem Sammeltaxi aus São Filipe anreist, kommt zu spät für den Gipfel am selben Tag.
  • Führer über die Pension buchen und den Preis vorher klären: 6.000 CVE für bis zu drei Personen ist der belegte Richtwert von 2026; Euro werden genommen, Wechselgeld ist knapp.
  • Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person und Proviant mitnehmen – am Berg gibt es nichts, und der Aufstieg liegt voll in der Sonne.
  • Gamaschen oder Stulpen einpacken: Der Abstieg über die Aschehänge ist der Spaß der Tour, füllt aber jeden Schuh mit schwarzem Lapilli.
  • Nicht zu viel am Tag der Anreise planen: Sammeltaxis fahren erst, wenn sie voll sind, und die Rückfahrt ab Chã geht um 6 Uhr oder mittags – Sonntag am besten ganz meiden.
  • Bargeld in São Filipe holen; in Chã das Caldeiras gibt es keinen Geldautomaten.
  • Fähre und Inlandsflug mit Puffer planen: Das Auswärtige Amt meldet vermehrt Ausfälle bei Cabo Verde Airlines, die Fähre fällt bei Seegang aus – den Rückflug nach Europa nicht auf den Tag nach Fogo legen.
  • Vormittags in die Adega Chã: Verkostung von Weiß, Rot und Passito, dazu Ziegenkäse aus dem Dorf – nachmittags ist oft zu.

Kurze Geschichte

  • Vor rund 73.000 Jahren rutschte die Ostflanke des alten Schildvulkans Monte Amarelo ins Meer und hinterließ die nach Osten offene Caldera (ca. 10 km × 7 km) mit der bis 2.700 m hohen Bordeira; der Pico do Fogo wuchs danach in ihr auf.
  • 1680: Letzter großer Gipfelausbruch mit Aschefall, der Teile der Bevölkerung zur Flucht auf die Nachbarinsel Brava trieb; seither nur Flankenausbrüche.
  • 1917/1920: Gründung der Dörfer Bangaeira und Portela in der Caldera; Weinbau auf Lavaböden wird zur Lebensgrundlage.
  • 1951: Einer der stärksten dokumentierten Ausbrüche der Insel, Lava bis zur Nordostküste bei Mosteiros.
  • 02./03.04.1995: Ausbruch am Fuß des Pico, der Kegel Pico Pequeno entsteht; 1.300 Menschen fliehen in der Nacht.
  • 2000: Eröffnung der Adega Chã. 24.02.2003: Decreto-Lei 3/2003 schafft den Parque Natural do Fogo; 02.06.2008 Abgrenzung, 2009 Bau des Parkhauptquartiers in Chã, 19.04.2010 Managementplan.
  • 23.11.2014 (9:45 Uhr) bis 08.02.2015: 77 Tage Eruption; die Lava zerstört Portela, Bangaeira und Ilhéu de Losna samt Schule, Gesundheitsposten, Hotel und Parkhauptquartier, rund 1.000 Menschen werden evakuiert, 400–520 ha Land bedeckt, Schaden etwa 5 Mrd. CVE (45 Mio. €).
  • Ab 2016 kehren Familien zurück und bauen aus Lavastein auf der Lava; 2019 laufen rund zehn Pensionen mit etwa 100 Betten, eine Ringstraße, Wasser und Strom entstehen. 2021 erhält der Chã-Wein eine geschützte Herkunftsbezeichnung.
  • 28.10.2020: UNESCO erklärt die gesamte Insel Fogo zum Biosphärenreservat. 12.07.2026: Beben der Stärke 4,7 südwestlich von Brava, INMG: keine Anomalien am Fogo.
Luftaufnahme der Insel Fogo von Süden: die grüne Bordeira-Wand, die schwarzen Lavaströme in der Caldera und der Kegel des Pico do Fogo
Von oben sieht man, warum die Caldera nach Osten offen ist: Vor 73.000 Jahren rutschte die halbe Insel ins Meer.

Foto: Martin Mergili · CC BY 3.0

Rund um den BergChã das Caldeiras ohne Gipfel: Lava von 2014, Wein, Bordeira

Wer den Gipfel nicht will oder nicht kann, hat in der Caldera trotzdem einen vollen Tag – und der Wein ist eine eigene Reise wert.

Pico Pequeno

Der Schlackenkegel von 1995 am Fuß des Pico, aus dem 1995 und 2014 die Lava kam; Krater rot, gelb und schwarz gefärbt. Mit Führer in etwa einer Stunde ab Portela.

Aufpreis, Stand 03/2024ca. 2.000 CVE

Lavafelder und Ruinen von Portela

Der Strom von 2014 begrub Schule, Hotel und rund 75 Prozent der Gebäude. Heute stehen Häuser aus Lavastein auf der Lava. Frei begehbar; die Führer zeigen einen Lavatunnel beim Pico Pequeno.

frei zugänglich0 CVE

Adega Chã

Die Weinkooperative mit 102 Mitgliedern keltert Weiß, Rot, Rosé, Passito und Schaumwein; seit 2021 mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Laut Reisebericht nur vormittags offen – nicht bestätigt.

Verkostungnach Absprache

Über die Bordeira nach Mosteiros

Über die bis 2.700 m hohe Caldera-Wand und den Nebelwald Monte Velha hinab zur Nordostküste, durch Kaffeeplantagen und über die Lava von 1951. 11 km, 5–7 Stunden, zurück mit Taxi.

Forstposten Monte Velha200 CVE
Weinreben auf schwarzem Lavaboden in Chã das Caldeiras, dahinter die rotbraune Steilwand der Bordeira
Reben im Lapilli: Der Chã-Wein wächst auf dem, was der Berg herunterwirft.

Foto: imke.stahlmann · CC BY-SA 2.0

Veraltet im NetzWas anderswo falsch steht

„Der Führer kostet 25 bis 35 Euro.“
Das waren die Preise der Jahre 2005 bis 2013. Ein Reisebericht von April/Mai 2026 nennt 6.000 CVE (ca. 54 €) für bis zu drei Personen plus 2.000 CVE je weitere Person – pro Person also 18 bis 54 €, je nach Gruppe.
„Die Führerpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben.“
Eine Rechtsvorschrift haben wir nicht gefunden. Belegt ist die Regel als Parkpraxis und als Wirtschaftsgrundlage des Dorfes; kontrolliert wird nicht immer. Wer ohne Führer geht, riskiert vor allem den unmarkierten Weg.
„Chã das Caldeiras ist seit 2014 verlassen.“
Die Bewohner sind seit 2016 zurückgekehrt. 2019 gab es wieder rund zehn Pensionen, eine Ringstraße, Wasser und Strom; heute leben wieder mehrere hundert Menschen in Portela und Bangaeira.
„Chã das Caldeiras liegt auf 1.500 Metern.“
Das Plateau liegt auf rund 1.700 Metern (Alpenverein: Start 1.717 m). Vom Dorf sind es 1.100 bis 1.140 Höhenmeter zum Gipfel, nicht 1.300 oder mehr.
„Man sieht glühende Lava.“
Die letzte Lava floss am 8. Februar 2015. Heute gibt es Fumarolen und Schwefelgeruch im Gipfelkrater und junge, aber kalte Lavafelder.
Der Kegel des Pico do Fogo im Dunst der bruma seca über den Ruinen eines von Lava umschlossenen Hauses in Chã das Caldeiras
Dezember bis März kann der Saharastaub den Blick nehmen – die bruma seca gehört zum Winter auf Fogo.

Foto: Zinneke · CC BY-SA 3.0

Kurz gefragtVor dem Aufstieg

Wie schwer ist die Wanderung auf den Pico do Fogo?

Anspruchsvoll, aber ohne Klettertechnik: gut 1.100 Höhenmeter am Stück auf losem Lapilli und Geröll mit rund 30 Grad Neigung, oben ein kurzes, seilgesichertes Stück am Kraterrand. Der Alpenverein stuft die Tour als T3 ein. Wer regelmäßig 1.000 Höhenmeter geht, kommt in drei bis vier Stunden hinauf.

Was kostet die Besteigung des Pico do Fogo insgesamt?

Eintritt gibt es keinen. Der Führer kostet nach Reiseberichten von 2026 rund 6.000 CVE (ca. 54 €) für bis zu drei Personen, jede weitere Person 2.000 CVE. Dazu kommen Anreise (Sammeltaxi 900–1.000 CVE je Richtung) und eine Nacht im Dorf (Beispiel 3.500 CVE mit Frühstück). Tagestouren ab São Filipe mit Transfer kosten 78–85 € pro Person.

Geht der Pico do Fogo als Tagesausflug ab São Filipe?

Ja, mit Veranstalter: Abholung am Hotel, 1 bis 1,5 Stunden Fahrt, 4 bis 6 Stunden Wanderung, zurück am Nachmittag. Auf eigene Faust nicht – die Sammeltaxis fahren erst vormittags, wenn sie voll sind, und die Führer starten um sechs Uhr.

Ist der Pico do Fogo noch aktiv?

Ja. Der Vulkan brach zuletzt vom 23. November 2014 bis 8. Februar 2015 aus, davor 1995 und 1951. Das INMG überwacht ihn seismisch; Stand September 2026 gibt es keine Anomalien und keine Sperrung.

Was ist der Pico Pequeno?

Der knapp 2.000 Meter hohe Schlackenkegel am Fuß des Pico, der beim Ausbruch 1995 entstand. Aus seinen Spalten kam auch 2014 die Lava. Mit Führer ist er in etwa einer Stunde ab Portela zu erreichen – die Variante für kleinere Kinder oder als Abstieg auf der Rundtour.

Ist der Pico do Fogo aktuell offen?

Ja, Stand 22.09.2026 gibt es keine Sperrung. Das INMG sah nach dem Beben vom 12.07.2026 keine Anomalien am Vulkan Fogo und keinen Grund zur Sorge. Sperren würde im Ernstfall der Katastrophenschutz SNPC wie 2014.

Was kostet der Eintritt in den Parque Natural do Fogo?

Nichts. Der Park erhebt keinen Eintritt; lediglich am Forstposten Monte Velha auf dem Weg nach Mosteiros werden 200 CVE fällig. Die Gemeinde Santa Catarina diskutiert eine Zufahrtsgebühr nach Chã, beschlossen ist sie nicht.

Kann man den Pico do Fogo ohne Führer besteigen?

Offiziell nein: Für den Gipfel gilt Führerpflicht mit einem Bergführer aus Chã das Caldeiras (AGTC). Eine Verordnung dazu wurde nicht gefunden, kontrolliert wird nicht immer – aber der Weg ist unmarkiert, und die Führer sind die Haupteinnahme des Dorfes.

Was kostet der Führer für den Pico do Fogo?

Nach einem Reisebericht von 2026 rund 6.000 CVE (etwa 54 €) für eine Gruppe bis drei Personen, jede weitere Person 2.000 CVE. Ältere Angaben (25–35 €) sind veraltet. Tagestouren ab São Filipe mit Transfer kosten etwa 78–85 € pro Person.

Wie lange dauert die Besteigung?

Drei bis vier Stunden hinauf, eine knappe Stunde über die Aschehänge hinunter – insgesamt fünf bis sechs Stunden ab Chã das Caldeiras. Mit dem Abstieg über den Pico Pequeno oder mit Kindern sind es sechs bis sieben Stunden.

Wie viele Höhenmeter sind es?

Rund 1.100–1.140 Höhenmeter: Chã das Caldeiras liegt auf etwa 1.700 m, der Gipfel auf 2.829 m. Der Weg ist etwa 8 km lang, mit Pico Pequeno 11–12 km.

Ist der Pico do Fogo für Kinder geeignet?

Für trittsichere, sportliche Kinder ab etwa 9–10 Jahren ja – eine Familiengruppe war 2025 mit Kindern ab 9 Jahren in 6 Stunden oben und unten. Für jüngere Kinder bieten die Führer den Pico Pequeno in etwa einer Stunde an.

Was muss man anziehen und mitnehmen?

Knöchelhohe Wanderstiefel, lange Hose, Windjacke und Mütze für den Gipfel, Sonnenhut und Sonnencreme für den schattenlosen Aufstieg, mindestens 1,5 Liter Wasser, Proviant, Gamaschen gegen die Asche. In Chã sind die Nächte im Winter kühl.

Wie kommt man nach Chã das Caldeiras?

Von São Filipe mit dem Sammeltaxi (900–1.000 CVE, 1,5–2 Stunden, Abfahrt vormittags und nachmittags, zurück ab 6 Uhr) oder Taxi (ca. 6.000 CVE). Nach São Filipe gelangt man ab Praia per Flug (Cabo Verde Airlines, 30 Minuten, ca. 75 €) oder Fähre CV Interilhas (ca. 4 Stunden, ab ca. 4.450 CVE, drei Abfahrten pro Woche).

Ist der Vulkan gefährlich?

Der Fogo ist aktiv und brach zuletzt 2014/15 aus, wird aber vom INMG seismisch überwacht; Ausbrüche kündigen sich an. Die alltäglichen Risiken sind Hitze, Sonne, loses Geröll und der seilgesicherte Kraterrand – deshalb früh starten, viel trinken und beim Führer bleiben.

Sieht man Lava oder Rauch?

Keine glühende Lava; die Eruption endete am 08.02.2015. Im Gipfelkrater dampfen kleine Fumarolen und es riecht nach Schwefel, in der Caldera läuft man über die schwarze Lava von 2014, die Portela begraben hat.

Wann ist die beste Zeit?

November bis Juni: trocken, klar, tagsüber mild. Januar/Februar sind am kühlsten, Dezember bis März bringt manchmal Saharastaub. August bis Oktober ist schwül mit Schauern. Immer um 6 Uhr starten.

Kann man in Chã das Caldeiras übernachten?

Ja, in den wieder aufgebauten Pensionen von Portela und Bangaeira (2019 rund zehn Häuser mit etwa 100 Betten, Beispiel Casa do Alcindo: 3.500 CVE mit Frühstück, Abendessen 700 CVE). Die Wirte vermitteln auch den Führer für den frühen Start.

Braucht man ein Ticket oder eine Genehmigung?

Nein. Es gibt weder Ticket noch Onlinebuchung noch Genehmigung; man bezahlt nur den Führer bar. Reservieren sollte man ihn am Vortag über die Unterkunft.

Der Pico do Fogo bei klarem Himmel: ein fast symmetrischer Kegel aus dunkler Asche mit gezacktem Kraterrand
Von unten ein fast perfekter Kegel. Von oben: Santiago und Brava im Meer – wenn der Saharastaub es zulässt.

Foto: Ji-Elle · CC BY-SA 3.0

Quellen · abgerufen am 22.09.2026