Volcano·Guide
Stromboli aktuell: nächtlicher Ausbruch mit glühenden Lavafetzen über dem Krater, wie ihn Besucher vom Aussichtspunkt sehen

Stromboli aktuell

Der Stromboli ist immer aktiv. Die Frage ist nie, ob er ausbricht – sondern wie hoch man heute hinaufdarf und ob das Boot fährt. Beides hängt an einer Farbe.

Foto: kuhnmi · CC BY 2.0

Stand heute

Ist der Stromboli gerade aktiv – und kommt man hinauf?

Aktiv ist er jeden Tag: alle 10 bis 20 Minuten eine Explosion aus den Kratern auf rund 700 m. Das INGV in Catania schreibt darüber jede Woche ein Bulletin, der Zivilschutz in Rom vergibt die Warnstufe, der Bürgermeister von Lipari setzt sie in eine Höhengrenze um. Wir holen die Warnstufe jeden Morgen – sie beantwortet die drei Tagesfragen fast von allein.

290 m frei · 400 m geführt

Kann ich heute hinauf – wie hoch?

Bei Warnstufe Gelb, die seit dem 14.08.2024 gilt: bis 290 m ohne Führer über die Strada vicinale Parroco und den alten Maultierpfad, bis 400 m nur mit zugelassenem Führer (Helm und Staubmaske stellt er). Ab Ginostra frei nur bis 130 m. Höher als 400 m darf niemand, auch nicht geführt – der Gipfel auf 924 m ist zu. Springt die Stufe auf Orange, ist oberhalb 290 m alles gesperrt und darunter nur mit Führer erlaubt; bei Rot ist der Aufstieg verboten, nachts auch die Strände. Regelgrundlage: Verordnung Nr. 16 des Bürgermeisters von Lipari vom 05.05.2025.

4 Abfahrten ab Milazzo

Fahren die Boote?

Im Winterfahrplan von Liberty Lines, gültig ab 01.10.2026, legen die Tragflügelboote ab Milazzo um 6:00, 7:30, 14:00 und 14:30 Uhr nach Stromboli ab (einzelne Fahrten nur an bestimmten Wochentagen), zurück ab Stromboli um 7:15, 11:00, 16:15 und 17:15 Uhr. Im Sommer waren es bis zu neun. Bei Wind und Seegang fallen Tragflügelboote aus – dann volle Erstattung oder Umbuchung, aber kein Rückweg an dem Tag. Ob heute gefahren wird, zeigt nur die Buchungsmaske der Reederei; deshalb ein Puffertag vor dem Rückflug.

zuletzt 12.06.2026

Gab es zuletzt größere Explosionen?

Zwei im Frühjahr 2026, beide ohne Folgen für die Insel: am 23.05. um 17:03 UTC eine Explosion über dem Normalmaß aus dem mittleren-südlichen Kraterbereich, Glut bis 200 m hoch; am 12.06. um 5:12 UTC eine „esplosione maggiore“ aus dem Nordkrater, deren Bomben im oberen Teil der Sciara del Fuoco liegen blieben. Das jüngste Wochenbulletin (Nr. 40/2026 vom 29.09.2026) meldet gewöhnliche Tätigkeit auf mittel-hohem Niveau, kein Beben ab Ml 1,0, keine Bodenverformung.

Gelb
Warnstufe Zivilschutz – entscheidet über die HöhengrenzeWarnstufe Zivilschutz (grün/gelb/orange/rot) · abgerufen am 03.10.2026 · Dipartimento della Protezione Civile – Presidenza del Consiglio dei Ministri (CC BY 4.0)
Quellen: Dipartimento della Protezione Civile, Warnstufe Stromboli (täglich von uns abgerufen, CC BY 4.0); Comune di Lipari, Ordinanza Sindacale Nr. 16 vom 05.05.2025 mit Zugangsordnung (im INGV-Archiv am 02.10.2026 weiterhin die jüngste); INGV Osservatorio Etneo, Wochenbulletins Nr. 22/2026 (26.05.), Nr. 25/2026 (16.06.) und Nr. 40/2026 (29.09.2026); Liberty Lines, Fahrplan Äolische Inseln ab 01.10.2026. Wie wir prüfen, steht auf So prüfen wir.
Aufstiegsweg am Stromboli aktuell: Pfad aus schwarzer Asche zwischen Schilfgras, oben eine geführte Gruppe mit Helmen
Hier endet der freie Teil: Bis 290 m geht jeder, ab dort nur mit Führer, Helm und Maske – und bei 400 m ist für alle Schluss.

Foto: Benjamín Núñez González · CC BY-SA 4.0

Die Regel

Warnstufe und Höhengrenze: was jede Farbe für Besucher heißt

Der Zivilschutz stuft ein, die Gemeinde zieht nach. Die Farbe sagt nichts über den heutigen Abend aus – sie sagt, wie nah man dem Berg kommen darf. Was die vier Stufen zuletzt konkret bedeutet haben, steht in den Verordnungen der Jahre 2024 und 2025.

  1. GrünBasisstufe

    Gewöhnliche strombolianische Tätigkeit ohne Auffälligkeiten. Eine eigene Grün-Verordnung mit anderen Höhengrenzen liegt im INGV-Archiv nicht vor; die Regeln der Nr. 16/2025 gelten, bis der Bürgermeister sie ändert. Seit August 2024 war Stromboli nicht mehr auf Grün.

  2. GelbAufmerksamkeit – gilt heute

    „Vulkan im Ungleichgewicht“, verstärkte Überwachung. Für Besucher: 290 m frei (Ginostra 130 m), 400 m mit zugelassenem Führer, höchstens 25 Gäste je Führer und 75 Menschen gleichzeitig oberhalb 290 m, Touren zwischen 11 und 24 Uhr. Seit 14.08.2024, zuletzt bestätigt in der Lagebesprechung vom 03.12.2025.

  3. OrangeVoralarm

    Zuletzt 25.06.–04.07. und 23.07.–14.08.2024: Oberhalb 290 m gesperrt, darunter nur mit Führer (Verordnung Nr. 23 vom 25.06.2024). Die geführte 400-m-Tour fällt weg; die Bootsfahrt vor die Sciara bleibt die Alternative.

  4. RotAlarm

    Zuletzt 04.–23.07.2024: Aufstieg ganz verboten, nachts auch Strandnähe wegen Tsunamigefahr (Verordnung Nr. 31 vom 04.07.2024). Der Zivilschutz richtet seinen Vorposten COA auf der Insel ein und informiert die Bevölkerung laufend.

Quellen: Dipartimento della Protezione Civile, Seite Stromboli (Stufen verde/giallo/arancione/rosso, „disequilibrio“, abgerufen 02.10.2026); Comune di Lipari, Verordnungen Nr. 23 vom 25.06.2024, Nr. 31 vom 04.07.2024, Nr. 50 vom 14.08.2024 und Nr. 16 vom 05.05.2025 (INGV-Archiv CME); INGV-CME, Lageseite Stromboli (Gelb, Lagebesprechung 03.12.2025). Wer über die Grenze steigt, zahlt 500 € – Posten an den Wegen kontrollieren.

Chronik

Was seit 2019 passiert ist

Die gewöhnliche Tätigkeit zählt nicht als Ereignis – sie ist der Normalzustand. Hier stehen die Ausnahmen: zwei Paroxysmen 2019, die den Gipfel schlossen, die Krise vom Sommer 2024 mit Warnstufe Rot, die größeren Explosionen von 2026.

  1. 03.07.2019Paroxysmus, ein Toter

    14:45 UTC: Eruptionssäule rund 4,5 km über dem Gipfel, mindestens zwei pyroklastische Ströme laufen über die Sciara del Fuoco mehr als 1 km ins Meer, Brände bis Ginostra. Bei Punta dei Corvi stirbt ein 35-jähriger Wanderer durch glühenden Auswurf. Danach wird der Gipfel gesperrt.

  2. 28.08.2019Zweiter Paroxysmus

    10:17 UTC: drei Explosionen, Säule über 4 km, ein pyroklastischer Strom mehr als 500 m aufs Meer hinaus; ab 30.08. erreicht ein Lavastrom die Küste. Der Gipfel bleibt zu; ab Februar 2021 erlaubt die Gemeinde wieder 400 m mit Führer.

  3. 23./24.06.2024Gelb wird Orange

    Die Tätigkeit nimmt zu, der Zivilschutz hebt die Stufe an. Verordnung Nr. 23 vom 25.06.2024: oberhalb 290 m gesperrt, darunter nur mit Führer.

  4. 04.07.2024Rot – Lava bis ans Meer

    Eine Eruptionsspalte öffnet sich am Fuß des Nordostkraters, ein Lavastrom läuft über die Sciara del Fuoco bis ans Meer, ein pyroklastischer Strom löst eine rund 40 cm hohe Welle aus. Der Zivilschutz stuft auf Rot und spricht von „potenziato disequilibrio“; Verordnung Nr. 31: Aufstieg verboten, nachts auch die Strände.

  5. 23.07.2024Zurück auf Orange

    Die Aktivität beruhigt sich, der Zivilschutz nimmt die Stufe zurück. Oberhalb 290 m bleibt gesperrt.

  6. 14.08.2024Gelb – aber nur 100 m frei

    Rückstufung auf Gelb. Verordnung Nr. 50: ohne Führer nur bis zum Observatorium auf 100 m, mit Führer bis 400 m.

  7. 19./20.10.2024Unwetter statt Vulkan

    Überschwemmung in Ginostra, Wege durch Erosion und Geröll beschädigt; der Ministerrat erklärt am 28.03.2025 den nationalen Notstand. Der Sentiero Natura ist seither wegen Erdrutschgefahr am Torrente Vallonazzo gesperrt.

  8. 05.05.2025Verordnung Nr. 16 – 290 m wieder frei

    Die bis heute gültige Regel: 290 m frei, 400 m mit Führer, Sentiero Natura zu. Im INGV-Archiv ist sie am 02.10.2026 die jüngste Stromboli-Verordnung.

  9. 23.05.2026Explosion über dem Normalmaß

    17:03 UTC, mittlerer-südlicher Kraterbereich, Glut bis 200 m Höhe mit Auswurf nach Westen. Das INGV wertet sie als „energetisch über dem Gewöhnlichen“; die übrigen Messwerte bleiben unauffällig.

  10. 12.06.2026Größere Explosion aus dem Nordkrater

    5:12 UTC Hauptexplosion, danach mindestens drei kleinere; Bomben und Lapilli fallen in den oberen Teil der Sciara del Fuoco, ein Teil rutscht den Canyon hinunter, ohne die Küste zu erreichen. Keine Schäden im Ort, keine Änderung der Warnstufe.

Quellen: INGV-CME, „Parossismi di Stromboli del 3 luglio – 28 agosto 2019“; Dipartimento della Protezione Civile, Pressemitteilungen vom 04.07.2024 (Rot) und 23.07.2024 (Orange); INGV Osservatorio Etneo, Wochenbulletins Nr. 22/2026 und Nr. 25/2026 (geladen über ct.ingv.it); Verordnungen der Gemeinde Lipari 2024/2025.
Sciara del Fuoco am Stromboli in der Dämmerung: glühender Lavastrom zieht über die schwarze Flanke bis ans Meer
Die Sciara del Fuoco ist die Rutsche für alles, was der Berg auswirft – auch für die Explosion vom 12.06.2026, deren Bomben im oberen Teil liegen blieben.

Foto: Unukorno · CC BY 3.0

Sirenen

Was die Sirenen auf Stromboli bedeuten

Zwei automatische Frühwarnsysteme laufen auf der Insel, beide noch „sperimentale“: eines erkennt einen anlaufenden Paroxysmus, eines einen Tsunami. Beide warnen mit Sirenen und Durchsagen auf Italienisch und Englisch – mit nur wenigen Minuten Vorlauf. Der Zivilschutz sagt ausdrücklich: Paroxysmen und Tsunamis können „repentinamente“ kommen, unabhängig von der Warnstufe.

Sirene Paroxysmus

Gibt „alcuni minuti prima“ Alarm, mit zwei Signalen: eines für die Küstenzone, eines für die Wanderwege. Wer an der Küste, am Strand oder am Hafen ist, geht sofort ins Inselinnere hinauf und in ein Gebäude. Wer im Vallonazzo oder einer anderen Senke am Hang steht, steigt die Talflanke hinauf. Wer im Boot ist, fährt rasch von der Küste weg aufs offene Meer.

Sirene Tsunami

Nach einem Paroxysmus oder einem großen Hangrutsch an der Sciara kann eine Welle folgen – fünf Tsunamis in rund hundert Jahren (1916, 1919, 1930, 1944, 2002), dazu die 40-cm-Welle vom 04.07.2024. Das zweite System meldet die Welle „alcuni minuti prima dell’arrivo“. Dann gilt: weg vom Wasser, hinauf, den Anweisungen von Zivilschutz und Freiwilligen folgen. Bei Rot waren 2024 deshalb nachts die Strände gesperrt.

Während der Explosion

Im Freien Mund, Nase und Augen vor Asche schützen und Deckung in einem Gebäude suchen. Wer in einem Haus fern der Küste ist, bleibt drin, weg von Türen und Fenstern, unter einem Tisch. Die Hinweistafeln im Ort zeigen die Signale – gleich nach der Ankunft lesen; Tonbeispiele hat der Zivilschutz auf iononrischio.protezionecivile.it eingestellt.

Quellen: Dipartimento della Protezione Civile, Seite Stromboli (zwei Frühwarnsysteme, Tsunami-Jahre) und Kampagne „Io non rischio“, Stromboli – Cosa sapere / Cosa fare (Verhaltensregeln, Signale), beide abgerufen 02.10.2026.
Stromboli aktuell bei Nacht: rot glühende Lavaspuren laufen die Sciara del Fuoco hinunter zum Meer
Das ist der Normalzustand, nicht der Alarmfall: Glut, die alle paar Minuten die Sciara hinunterrollt. Die Sirenen schweigen dazu.

Foto: Unukorno · CC BY 3.0

Kurz gefragt

Die häufigsten Fragen zum Stromboli heute

Ist der Stromboli gerade aktiv?

Ja, immer. Alle 10 bis 20 Minuten fliegt glühende Schlacke aus den Kratern auf rund 700 m – der Normalzustand, nach dem der Eruptionstyp „strombolianisch“ heißt. Das INGV-Bulletin vom 29.09.2026 meldet gewöhnliche Tätigkeit auf mittel-hohem Niveau. Die Warnstufe des Zivilschutzes steht oben, jeden Morgen neu abgerufen.

Kann man den Stromboli besteigen?

Bis 290 m ja, ohne Führer und ohne Ticket; bis 400 m nur mit zugelassenem Führer. Der Gipfel auf 924 m ist seit den Paroxysmen von 2019 für alle gesperrt. Das gilt bei Warnstufe Gelb nach Verordnung Nr. 16 der Gemeinde Lipari vom 05.05.2025. Bei Orange wird oberhalb 290 m gesperrt, bei Rot ganz.

Wie gefährlich ist Stromboli?

Im erlaubten Bereich ist die gewöhnliche Tätigkeit ungefährlich – deshalb die Grenzen. Selten kommt ein Paroxysmus, der Blöcke kilometerweit wirft: 2019 starb dabei ein Wanderer. Dazu Tsunamis, zuletzt eine 40-cm-Welle 2024. Der Zivilschutz betont, dass beides ohne Vorwarnung und unabhängig von der Warnstufe passieren kann – dafür gibt es die Sirenen mit wenigen Minuten Vorlauf.

Was bedeutet Warnstufe Gelb für Besucher?

Gelb ist seit August 2024 der Dauerzustand: Der Vulkan gilt als „im Ungleichgewicht“ und wird verstärkt überwacht; die Gemeinde erlaubt 290 m frei und 400 m geführt. Für den Besuch ändert Gelb nichts – unter dieser Stufe fanden alle Touren der letzten zwei Jahre statt. Entscheidend wird es erst bei Orange.

Fahren die Fähren im Winter?

Ja, aber seltener. Liberty Lines fährt ab 01.10.2026 viermal täglich ab Milazzo (6:00, 7:30, 14:00, 14:30 Uhr, einzelne Fahrten nicht an allen Tagen), zurück 7:15, 11:00, 16:15 und 17:15 Uhr; die Autofähren von Siremar ganzjährig. Bei Sturm bleiben die Tragflügelboote im Hafen – im Herbst und Winter öfter als im Sommer; dann gibt es volle Erstattung oder Umbuchung.

Wann war der letzte größere Ausbruch am Stromboli?

Die letzte Krise war im Sommer 2024: Am 04.07.2024 floss Lava bis ans Meer, ein pyroklastischer Strom löste eine 40-cm-Welle aus, der Zivilschutz stufte auf Rot. Die letzten „größeren“ Explosionen meldete das INGV am 23.05. und 12.06.2026, beide ohne Schäden. Die letzten Paroxysmen – die wirklich großen Explosionen – waren am 03.07. und 28.08.2019.

Was mache ich, wenn der Berg gesperrt ist?

Aufs Boot. Die Abendfahrten vor die Sciara del Fuoco ab Stromboli, Milazzo, Lipari oder Tropea zeigen die Ausbrüche von unten – bei Orange sind sie die einzige Möglichkeit, bei Rot entscheidet die Hafenbehörde. Alles dazu auf der Stromboli-Seite.

Wie aktuell ist diese Seite?

Die Warnstufe rufen wir täglich um 6 Uhr ab, das Abrufdatum steht daneben. Die Höhengrenzen stammen aus der Verordnung vom 05.05.2025, am 02.10.2026 im INGV-Archiv die jüngste; sie können sich innerhalb eines Tages ändern, wenn der Zivilschutz umstuft. Fahrplan: Liberty Lines ab 01.10.2026. Explosionen: INGV-Bulletins bis 29.09.2026.

Quellen · abgerufen am 02.10.2026