Volcano·Guide
Der Vulkankegel der Montanha do Pico über dem Atlantik, gesehen von der Nachbarinsel São Jorge, Azoren

Vulkane der Azoren

Drei Vulkane auf zwei Inseln: Portugals höchster Berg mit Registrierungspflicht, ein Tal, in dem der Boden kocht, und eine Caldera mit zwei Seen, die nichts kostet. Alle drei am 22. September 2026 ohne Alarm.

Foto: Jules Verne Times Two · CC BY-SA 4.0

Heute

Azoren-Vulkane heute: kein Alarm, alles offen

Die Azoren überwacht das CIVISA, das vulkanologische Zentrum der Universität der Azoren, mit einer achtstufigen Skala von V0 (Ruhephase) bis V7. Am 22. September 2026 führt die Alarmseite weder den Pico noch Furnas noch Sete Cidades – alle drei stehen auf V0. Selbstverständlich war das in diesem Jahr nicht: Unter dem Kanal Faial–Pico bebte es im April und ab Mai (V1, der Bergzugang war nie betroffen), und unter Furnas hob CIVISA den Alarm vom 8. bis 17. September nach einer Bebenserie mit Magnitude 2,9 auf V1 – gesperrt war nichts.

Für den Besuch heißt das: Der Trilho auf den Pico ist offen, die Fumarolen in Furnas dampfen wie immer, die Aussichtspunkte über Sete Cidades sind frei. Den Stand von heute zeigt civisa.pt/alertas.

Welche Insel

Welche Azoren-Insel für Vulkane? Drei Ziele, drei Antworten

Wir haben drei Ziele auf zwei Inseln geprüft, und sie beantworten drei verschiedene Fragen: Willst du einen Gipfel besteigen, in heißem Wasser sitzen oder einfach in einen Krater schauen? Danach entscheidet sich die Insel.

Gipfel besteigen → Pico

Montanha do Pico, Ilha do Pico. 2.351 Meter, der höchste Berg Portugals: 3,8 Kilometer und 1.150 Höhenmeter ab der Casa da Montanha, je drei bis vier Stunden hinauf und hinunter, oben der 70 Meter hohe Gipfelkegel Piquinho mit dampfenden Spalten. Registrierung, GPS-Tracker und Gebühr sind Pflicht, ein Führer nicht – solange die Casa da Montanha besetzt ist. 320 Plätze am Tag. Für Kinder unter zehn zu hart; die Kurzvariante bis zur Furna Abrigo dauert 45 Minuten.

ab 5 Jahren · 6–8 Stunden15 € + 10 €

Heiße Quellen und Vulkanküche → Furnas

Furnas, Osten von São Miguel. Ein Talkessel, in dem es aus Dutzenden Löchern dampft: Fumarolen mitten im Ort (frei), die Kochgruben am See, in denen der Cozido sechs Stunden im Vulkanboden gart (3 €), und eisenbraunes Thermalwasser mit 36 bis 42 Grad im Parque Terra Nostra (17 €) oder in der Poça da Dona Beija (12–16 €). Alles ebenerdig, alles ohne Führer, mit Kindern sehr gut – nur an den Fumarolen an der Hand halten.

ganzjährig · Bus 318 ab Ponta Delgadafrei bis 17 €

Kraterseen ohne Anstrengung → Sete Cidades

Sete Cidades, Westen von São Miguel. Eine fünf Kilometer weite Caldera mit den Zwillingsseen Lagoa Azul und Lagoa Verde. Von der Vista do Rei (656 m) und der Boca do Inferno schaut man hinein, ohne einen Schritt zu steigen – kein Ticket, keine Führerpflicht, keine Öffnungszeiten. Wer laufen will, nimmt den PR3SMI (7,5 km) oder den Kraterrandweg PR4SMI (11,7 km). Einzige Regel: vor 10 Uhr oben sein, bevor der Nebel kommt.

25–30 Minuten ab Ponta Delgadafrei

Die Zahlen

Pico, Furnas, Sete Cidades im Vergleich

Drei Ziele, die sich in fast allem unterscheiden: Der Pico ist eine Bergtour mit Verordnung, Furnas ein Tag mit Eintrittskarten, Sete Cidades ein Aussichtspunkt mit Parkplatzproblem. Die Tabelle stellt nebeneinander, was in den drei Faktenblättern steht.

Insel · Anstrengung · Kosten amtlich · Dauer · mit Kindern · beste Zeit · Stand 09/2026
Pico (Ilha do Pico) – Anstrengung: hoch, 3,8 km und 1.150 Höhenmeter, offiziell „nicht technisch, aber mittel bis hoch schwierig“ · Dauer: 6–8 Stunden · mit Kindern: ab 5 Jahren erlaubt, realistisch ab 10–12; Kurzvariante Furna Abrigo 45 Minuten · beste Zeit: Mai bis September, Casa da Montanha rund um die Uhr besetzt15 € + 10 € Piquinho · Furna Abrigo 5 €
Furnas (São Miguel, Osten) – Anstrengung: keine, Ort und Fumarolen ebenerdig; Rundweg um den See 9,4 km, leicht · Dauer: halber bis ganzer Tag · mit Kindern: sehr gut, Kochgruben-Zone unter 12 frei, an den Fumarolen an der Hand · beste Zeit: ganzjährig, 11–13 Uhr Töpfe ausgraben, Pico do Ferro morgensFumarolen frei · Kochgruben 3 € · Terra Nostra 17 € · Dona Beija 12–16 €
Sete Cidades (São Miguel, Westen) – Anstrengung: keine an den Aussichtspunkten; PR3SMI 7,5 km leicht, PR4SMI 11,7 km mittel · Dauer: 15 Minuten bis Halbtag · mit Kindern: sehr gut, Kajak ab 5 Jahren, am Kraterrand an der Hand · beste Zeit: vor 10 Uhr, April bis Juni am verlässlichstenfrei · Kajak 15 € je Stunde
Gebühren Pico nach Portaria n.º 64/2023 (Art. 8), Furnas nach Gemeinde Povoação und Betreiber-FAQ, Sete Cidades nach Miradouros dos Açores und Anbieter Futurismo; alle geprüft am 22.09.2026. Einzelheiten, Ermäßigungen und Quellen stehen auf den drei Seiten.
Blick von der Boca do Inferno auf die Kraterseen von Sete Cidades auf den Azoren: die Lagoa de Santiago im Vordergrund, dahinter die Lagoa Azul
Sete Cidades von der Boca do Inferno: drei Seen in einem Bild, 15 Minuten Fußweg, kein Ticket.

Foto: JopkeB · CC BY-SA 4.0

Aktiv, ruhend, überwacht

Wie aktiv sind die Vulkane der Azoren?

Alle drei gelten als aktiv – aber auf sehr unterschiedliche Weise. Der Pico schweigt seit 1720 und dampft nur am Gipfel. Furnas kocht seit seinem letzten Ausbruch 1630 ohne Pause. Sete Cidades ist in den letzten 5.000 Jahren siebzehnmal explosiv ausgebrochen und liegt heute still da, ohne eine einzige Fumarole im Kessel.

Ein Ausbruch aus dem 20. Jahrhundert liegt gleich gegenüber: Auf Faial entstand 1957/58 der Vulkan Capelinhos, heute mit unterirdischem Interpretationszentrum – von Madalena 30 Minuten mit der Fähre nach Horta.

1720letzter Ausbruch

Pico: ruhend, der Piquinho dampft

Der Gipfelaufbau ist jünger als 6.000 Jahre. Die historischen Ausbrüche 1562–1564, 1718 und Dezember 1720 kamen alle aus der Flanke, mit Lavaströmen bis ins Meer – die „Mistérios“, die schwarzen Lavafelder am Fuß des Berges. Der Gipfel selbst brach in historischer Zeit nie aus, aber am Piquinho treten bis heute warme Schwefeldämpfe aus Spalten. 2026 bebte es zweimal unter dem Kanal Faial–Pico (V1); der Bergzugang blieb offen.

1630letzter Ausbruch

Furnas: der größte Ausbruch der Azoren

Vom 3. September bis 2. November 1630 regnete Bims über die ganze Insel, drei Tage war es dunkel, mehrere hundert Menschen starben, Asche erreichte Flores in 545 Kilometern Entfernung. Seither ist Furnas ein Hydrothermalfeld: Fumarolen, kochende Quellen mit bis zu 96 Grad, diffuse CO2-Entgasung im Boden. CIVISA nennt es eines der aktivsten Vulkansysteme des Nordatlantiks. Die Bebenserie vom September 2026 brachte für acht Tage V1 – die erste Anhebung seit Jahren.

1439letzter Ausbruch im Kessel

Sete Cidades: still, aber nicht erloschen

Die Caldera entstand vor rund 36.000 Jahren durch Einsturz. In den letzten 5.000 Jahren mindestens 17 explosive Eruptionen – das in dieser Zeit aktivste System der Azoren. Zuletzt brach es 1439 im Kessel aus (Bimskegel Caldeira Seca), 1713 am Pico das Camarinhas an der Außenflanke und 1811 unter Wasser vor Ponta da Ferraria, wo die Insel Sabrina entstand und nach Monaten wieder verschwand. Heute: V0, keine Fumarolen, Seismik und Entgasung überwacht.

Holzsteg durch das dampfende Fumarolenfeld an der Lagoa das Furnas, einem der aktiven Vulkane der Azoren auf São Miguel
Furnas: seit 1630 kein Ausbruch mehr – und seit 1630 kein Tag ohne Dampf.

Foto: The Cosmonaut · CC BY-SA 4.0

Planen

Azoren Vulkane Rundreise: zwei Inseln, drei Ziele

Furnas und Sete Cidades liegen auf derselben Insel, São Miguel, an entgegengesetzten Enden: Furnas 40 Kilometer östlich von Ponta Delgada, Sete Cidades 20 Kilometer westlich. Der Pico ist eine eigene Insel in der Zentralgruppe, rund 250 Kilometer entfernt – ein Flug ab Ponta Delgada oder eine Fähre von Faial.

São Miguel: Sete Cidades und Furnas

Beides ab Ponta Delgada mit dem Mietwagen: Sete Cidades über die ER9-2ª in 25 bis 30 Minuten, Furnas über die Südküste in 45 Minuten. Ohne Auto fahren die Linien 205–208 in einer Stunde nach Sete Cidades (ins Dorf, nicht zur Vista do Rei) und der Bus 318 in anderthalb Stunden nach Furnas, werktags nur wenige Male. Sete Cidades gehört auf den Morgen, bevor die Caldera zuzieht; Furnas lässt sich bis 23 Uhr dehnen – so lange hat die Poça da Dona Beija offen.

Pico: Flug oder Fähre – und die Registrierung

Von Ponta Delgada fliegt SATA Air Açores mehrmals täglich in rund 55 Minuten nach Pico; der Flughafen liegt 9 Kilometer von Madalena. Von Horta auf Faial fährt die Atlânticoline mehrmals täglich in 25 bis 30 Minuten nach Madalena (8,20 € einfach). Für den Aufstieg online auf servicos-sraa.azores.gov.pt/gamp reservieren, binnen 48 Stunden bezahlen – und trotzdem persönlich in der Casa da Montanha erscheinen, spätestens zwei Stunden nach der gebuchten Startzeit. Ab Madalena 15 bis 20 Minuten mit Taxi oder Mietwagen; einen Linienbus gibt es nicht.

Puffertage für das Wetter

Der Pico wird bei orangen und roten IPMA-Wetterwarnungen gesperrt, bei gelben wird abgeraten; die Gebühr wird dann voll erstattet, ein Datum lässt sich bis zwei Stunden vor Start kostenlos verschieben. Wer den Gipfel will, plant deshalb mindestens einen Reservetag auf Pico ein. Auf São Miguel ist der Gegner der Nebel: Sete Cidades vorher über die Webcam „Sete Cidades Cumeeiras“ prüfen, in Furnas den Pico do Ferro morgens ansteuern. Beste Monate: Mai bis September für den Pico, April bis Juni für klare Sicht auf Sete Cidades, Furnas ganzjährig.

Der Yachthafen von Horta auf Faial, dahinter über dem Kanal der Vulkankegel des Pico – die Fährverbindung zwischen den Azoren-Inseln
Von Horta nach Madalena: 25 bis 30 Minuten Fähre, 8,20 € – der klassische Blick auf den Pico ist der von der Nachbarinsel.

Foto: Franzfoto · CC BY-SA 3.0

Kurz gefragt

Die häufigsten Fragen zu den Vulkanen der Azoren

Welche Azoren-Insel ist die beste für Vulkane?

Das hängt davon ab, was du willst. Für den Gipfel: Pico, der höchste Berg Portugals (2.351 m), mit Registrierung und 320 Plätzen am Tag. Für heiße Quellen, Fumarolen und den Cozido aus dem Vulkanboden: Furnas auf São Miguel. Für Kraterseen ohne Anstrengung: Sete Cidades, ebenfalls auf São Miguel. Furnas und Sete Cidades erreicht man von Ponta Delgada in 45 bzw. 30 Minuten; der Pico ist eine eigene Insel, rund 55 Flugminuten entfernt.

Kann man den Pico ohne Führer besteigen?

Ja. Die Verordnung der Azoren-Regierung (Portaria 64/2023) erlaubt den selbstständigen Aufstieg mit Registrierung, Gebühr und GPS-Tracker, solange die Casa da Montanha besetzt ist – von Mai bis September rund um die Uhr. Ein anerkannter Bergführer ist nur Pflicht, wenn die Casa geschlossen ist (etwa nachts von Oktober bis April), und für jede kommerzielle Tour.

Sind die heißen Quellen in Furnas kostenlos?

Die Fumarolen am Largo das Caldeiras mitten im Ort sind frei und immer zugänglich. Baden kostet: Parque Terra Nostra 17 € (Kinder und Senioren 14,50 €), Poça da Dona Beija 12 € bis 17:30 Uhr und 16 € ab 18 Uhr, nur online, 90 Minuten. Die Kochgruben-Zone am See kostet 3 €, Kinder unter 12 und Azoren-Residenten frei.

Kostet Sete Cidades Eintritt?

Nein. Aussichtspunkte, Straßen, Wanderwege, Parkplätze und Seeufer sind frei, es gibt weder Ticket noch Öffnungszeiten. Geld ausgeben kann man nur für ein Kajak im Dorf (15 € je Zweierkajak und Stunde) und für Touren. Am Kurzparkplatz der Vista do Rei gilt ein Limit von 20 Minuten.

Was kostet die Besteigung des Pico?

Selbstständig 15 € bis zum Krater plus 10 € für den Piquinho, den eigentlichen Gipfel – 25 € bis ganz oben. Nur bis zur Furna Abrigo 5 €. Über einen zugelassenen Anbieter zahlt man an den Park 5 € + 5 €, dazu den Tourpreis. Azoren-Bewohner sind frei. Eine Rettung nach Regelverstoß, nach nicht empfohlenem Aufstieg oder ohne Grund kostet pauschal 1.200 €.

Sind die Vulkane der Azoren gefährlich?

Am 22. September 2026 steht keiner der drei auf der CIVISA-Alarmseite, alle gelten als V0. Im Alltag sind die Gefahren andere: am Pico Wetterumschwünge, Nebel und der steile Abstieg, in Furnas die kochenden Quellen mit bis zu 96 Grad hinter niedrigen Geländern, in Sete Cidades Absturzkanten am Kraterrand und die einsturzgefährdete Hotelruine Monte Palace.

Wann ist die beste Reisezeit für die Vulkane der Azoren?

Für den Pico Mai bis September: Die Casa da Montanha ist rund um die Uhr besetzt, die Tage sind lang, die Sicht ist am stabilsten – im Juli und August aber früh buchen, das Tageslimit kann erreicht werden. Von November bis März liegt am Gipfel häufig Schnee oder Eis, dann gilt Steigeisenpflicht. Sete Cidades ist von April bis Juni am verlässlichsten klar, immer vor 10 Uhr. Furnas geht ganzjährig.

Wie kommt man von São Miguel nach Pico?

Mit SATA Air Açores von Ponta Delgada in rund 55 Minuten, mehrmals täglich; der Flughafen Pico liegt 9 Kilometer von Madalena (Taxi 10–20 €). Wer auf Faial ist, nimmt die Fähre der Atlânticoline von Horta nach Madalena: 25 bis 30 Minuten, mehrmals täglich, 8,20 € einfach, 16,40 € hin und zurück.

Quellen · abgerufen am 22.09.2026