Vulkan-Ampel Cumbre Vieja
Stufe zwei von vier (Grün, Gelb, Orange, Rot). Gelb heißt: amtliche Mitteilungen verfolgen, Absperrungen respektieren. Erst Orange würde Räumungen bedeuten, Rot einen Ausbruch. Alle anderen Kanareninseln stehen auf Grün.
Herbst 2021: Der Kegel wächst um 200 Meter, die Aschesäule steht kilometerhoch über dem Aridane-Tal. 85 Tage lang hat La Palma keinen Tag Ruhe – und danach einen neuen Berg.
Foto: Mike Peel · CC BY-SA 4.0
Der Ausbruch ist seit dem 13. Dezember 2021 vorbei. Trotzdem steht die Vulkan-Ampel der Kanarischen Regierung für die Zone Cumbre Vieja auf Gelb, als einzige auf den Kanaren. Der Wissenschaftliche Ausschuss des PEVOLCA hat das am 30. Juni 2026 ausdrücklich bestätigt – nicht, weil ein neuer Ausbruch droht, sondern weil Kegel und Lavaströme noch heiß sind und an der Küste bei Puerto Naos und La Bombilla Kohlendioxid aus dem Boden kommt. Carmen López vom IGN sagte dazu: Kein Indikator deutet auf eine neue Eruption hin. Was du heute davon siehst, wo du hindarfst und was verboten ist, steht weiter unten unter Besichtigen.
Stufe zwei von vier (Grün, Gelb, Orange, Rot). Gelb heißt: amtliche Mitteilungen verfolgen, Absperrungen respektieren. Erst Orange würde Räumungen bedeuten, Rot einen Ausbruch. Alle anderen Kanareninseln stehen auf Grün.
Laut IGN-Monatsbericht zwischen 0,6 und 2,2 mbLg in 4 bis 18 km Tiefe, im Februar waren es 37. Epizentren unter den Lavaströmen von 2021 und in der Mitte der Cumbre Vieja. GNSS, InSAR und Neigungsmesser zeigen keine Bodenverformung, die mit Magma zu tun hätte.
Der IGN bestätigt im September 2026 weiter erhöhte CO₂-Emissionen an der Küste; in früheren Monatsberichten nannte er Spitzen im Freien von über 130.000 ppm in Puerto Naos bei nur 20,6 % Sauerstoff. Am Kegel hat das IGME im Frühjahr 2026 Fumarolen mit über 600 °C beprobt.
Acht Tage vorher fing es an. Ab dem 11. September 2021 registrierte das IGN unter der Cumbre Vieja einen Bebenschwarm, der binnen einer Woche auf über 22.000 Beben anwuchs; die Herde wanderten aus rund zehn Kilometern Tiefe nach oben und nach Westen, der Boden hob sich um Zentimeter. Am 13. September schaltete der PEVOLCA die Ampel für Fuencaliente, Los Llanos de Aridane, El Paso und Mazo auf Gelb, rund 35.000 Menschen. Am Sonntag, 19. September, um 15:11 Uhr riss bei Cabeza de Vaca im Ortsteil Las Manchas der Boden auf. Was folgte, war der längste Ausbruch, den La Palma seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt hat – und der zerstörerischste.
Um 15:11 Uhr bricht bei Cabeza de Vaca an der Westflanke der Cumbre Vieja eine Spalte auf, zunächst rund 200 Meter lang. Lavafontänen aus mehreren Schloten, erste Ströme laufen Richtung El Paraíso und Todoque. In den ersten Tagen werden etwa 5.000 Menschen evakuiert.
Die Lava erreicht Todoque in der Gemeinde Los Llanos de Aridane. Bis zum Abend zählt der Copernicus-Notfalldienst auf Satellitenbildern 185 zerstörte Gebäude.
Ein Teil der Kegelflanke stürzt ein, die explosive Phase verstärkt sich. Der Flughafen La Palma wird wegen Aschefalls geschlossen.
San Pío X stürzt unter der Lava ein – live im kanarischen Fernsehen. Todoque wird in den folgenden Wochen vollständig ausgelöscht, mit Gesundheitszentrum und Nachbarschaftsverein.
Um 23:02 Uhr trifft der Strom bei der Playa de Los Guirres (Tazacorte) auf den Atlantik. Es entsteht das erste Lavadelta, die Fajana, die binnen Tagen auf über 27 Hektar wächst.
Ein weiterer Schlot öffnet sich. Am Ende sind es sechs Hauptkrater auf einer rund 560 Meter langen Linie von Nordwest nach Südost.
Die Nordflanke des Kegels bricht ab, drei neue Lavaströme entstehen. In den folgenden Tagen rücken sie auf La Laguna vor, weitere Viertel werden geräumt.
Stärkste seismische Phase: mehrere Beben zwischen 4,8 und 5,0 mbLg in 35 bis 40 Kilometern Tiefe, spürbar auf Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Die Lavafläche überschreitet 900 Hektar; Copernicus zählt am 30. Oktober 994,6 Hektar und 2.595 zerstörte Gebäude.
Zwei weitere Ströme erreichen das Meer und bauen südlich das zweite, größere Delta an der Costa del Guirre.
Ein 72-jähriger Mann stirbt in Las Manchas in der Sperrzone; er wollte im Konvoi Asche vom Dach räumen und wird am 13. November tot in seiner Garage gefunden. Die Autopsie ergibt eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff. Offiziell galt der Ausbruch lange als opferfrei; erst im Januar 2023 stufte ein Gericht den Tod als Unfall ein und bestätigte ihn als einziges Todesopfer.
Um 01:08 UTC das stärkste Beben der ganzen Krise: 5,1 mbLg.
Südlich und nordöstlich des Hauptkegels öffnen sich weitere Schlote, die Explosivität nimmt zu. Das Global Volcanism Program stuft den Ausbruch am Ende mit VEI 3 ein.
Ein letzter Schub mit hohen Schwefeldioxidwerten zwingt 30.000 Menschen in Los Llanos, El Paso und Tazacorte für Stunden in die Häuser. Dann verstummt der Tremor. Nach 85 Tagen und 8 Stunden ist der Ausbruch vorbei.
Nach zehn Tagen ohne Tremor, Lava und Asche – das vorher festgelegte Kriterium – erklärt der PEVOLCA den Ausbruch am Weihnachtstag für beendet. Die Warnstufe bleibt wegen Gasen und Hitze zunächst auf Rot; die Regierung betont, das Ende des Ausbruchs sei nicht das Ende der Gefahren.
19.09.2021, 15:11 Uhr, bis 13.12.2021, 22:21 Uhr. Einen Tag länger als der bisherige Rekord der Insel, der Ausbruch von 1585 mit 84 Tagen.
Rund 12 Quadratkilometer, zu drei Vierteln in Los Llanos de Aridane, der Rest in El Paso und Tazacorte. Dazu 48 Hektar neues Land in zwei Deltas und über 21 Hektar unter Wasser.
Davon 1.345 Wohnhäuser, 180 landwirtschaftliche und 75 gewerbliche Bauten. Copernicus zählte auf Satellitenbildern 2.988 zerstörte Gebäude – beide Zahlen sind richtig, sie zählen verschieden.
In zehn Evakuierungswellen, dazu sechs Ausgangssperren wegen Gas. 73,8 Kilometer Straßen und 370 Hektar Anbaufläche, vor allem Bananen, verschwanden.

Foto: Benjamín Núñez González · CC BY-SA 4.0
Rund 37.000 Tonnen am Tag in den ersten zehn Tagen, danach im Mittel 20.000 (Taquet u. a. 2025). Die Aschesäule stand meist 1.000 bis 6.000 Meter über dem Meer, in Spitzen bis 8.500. Über 500 Flüge fielen aus.
So hoch wuchs der Kegel über das alte Gelände, mit einem Hauptkrater von 172 × 106 Metern. Seine Gipfelhöhe wird je nach Quelle mit 1.120 bis 1.131 Metern angegeben, und er setzt sich seit 2022 langsam. Unter dem Lavafeld liegt ein Röhrensystem auf drei Ebenen in 20 bis 60 Metern Tiefe.
Während des Ausbruchs sprach man vom Vulkan von Cumbre Vieja. Tajogaite ist ein alter Flurname der Ureinwohner für das Gelände bei Montaña Rajada, seit dem 18. Jahrhundert in Grundbüchern. Bei einer Bürgerbefragung im Juni 2022 gewann er mit 35,6 Prozent, am 9. Februar 2024 machte ihn das Cabildo offiziell. Die beliebte Übersetzung „gespaltener Berg“ ist nicht gesichert.
Cumbre Vieja ist kein einzelner Vulkan, sondern ein 21,5 Kilometer langer Rücken, der die Südhälfte der Insel bildet und Dutzende Kegel trägt. Jeder historische Ausbruch La Palmas fand dort statt, acht seit dem 15. Jahrhundert – damit ist die Cumbre Vieja der aktivste Vulkanrücken der Kanaren. Jeder Ausbruch bekam einen eigenen Namen; der Berg von 2021 ist nur der jüngste.
Am Nordende der Cumbre Vieja bei El Paso brach ein Kegel aus, dessen Lava nach Norden und Westen ins Aridane-Tal floss und auf etwa 270 Metern Höhe stehen blieb. Spätere Chroniken setzen das Ereignis um 1430/1440, Radiokarbondatierungen von 1982 ergaben 1470 bis 1492 – die Datierung ist bis heute umstritten. Die Benahoariten, die Ureinwohner, hinterließen keine schriftlichen Berichte.
Vom 19. Mai bis etwa 10. August 1585 brach es bei Jedey und Tajuya im Gemeindegebiet El Paso aus, vermutlich eine Spalteneruption mit strombolianischem Charakter. Es ist der erste Ausbruch nach der Eingliederung in die Krone Kastiliens und der Anfang der schriftlichen Vulkangeschichte der Insel. Weinberge und Felder wurden schwer beschädigt; Tote sind nicht überliefert. Bis 2021 hielt Tehuya den Dauerrekord.
82 Tage, vom 1./2. Oktober bis 21. Dezember 1646: Zwei Gruppen von Schloten zwischen Kamm und Küste bei Tigalate (Villa de Mazo), basaltische Ströme in mehreren Armen bis ins Meer. Ein Bericht darüber ging an König Philipp IV. Am 18. Dezember lag der zuvor glühende Gipfel schon unter Schnee.
Nach tagelangen Beben öffneten sich am 17. November 1677 bis zu 18 Schlote nahe dem älteren Kegel San Antonio, bis zum 21. Januar 1678. Die Lava bedeckte rund 6,5 Quadratkilometer und schuf die Küstenplattform zwischen Punta Larga und Punta de la Tormenta. Vier Menschen starben, der Glockengiebel der Kirche San Antonio Abad stürzte ein – und die Fuente Santa, eine heiße Heilquelle mit Besuchern aus ganz Europa, verschwand unter der Lava. Erst 2005 wurde sie wiedergefunden.
Nach Vorbeben ab dem 4. Oktober öffneten sich am 9. Oktober 1712 zwei Schlote südlich von Las Manchas, benannt nach der Hacienda del Charco. 56 Tage strombolianische Spaltentätigkeit bis zum 3. Dezember, Felder und Landgüter teilweise zerstört. Laut IGN der am schlechtesten dokumentierte historische Ausbruch der Insel.
Am 24. Juni 1949, dem Johannistag, endeten 237 Jahre Ruhe: erst der Duraznero auf dem Kamm, dann Llano del Banco an der Westflanke (8. bis 26. Juli) und der phreatomagmatische Hoyo Negro (12. bis 26. Juli). Rund 60 Millionen Kubikmeter Lava; der Strom vom Llano del Banco erreichte über Las Manchas die Küste bei Puerto Naos. Drei Verletzte, rund 700 Evakuierte, keine Toten. Entlang des Kamms entstand ein über drei Kilometer langes System von Verwerfungen mit Sprüngen bis vier Meter – die Struktur, auf der später die Megatsunami-These aufbaute.
Vom 26. Oktober bis in den November 1971 brach an der Südspitze bei Fuencaliente der Teneguía aus, ein Schlackenkegel von heute 428 Metern, dessen Lava ins Meer floss. Der Ausbruch war gut zugänglich und zog Schaulustige an. Ein Besucher, der die Absperrung überschritt, starb an Gasvergiftung. Bis 2021 war es der letzte Ausbruch Spaniens an Land; heute führt ein frei begehbarer Weg durch das Naturmonument.
85 Tage und 8 Stunden, sechs Hauptkrater, 1.219 Hektar Lava, fast 3.000 Gebäude nach Satellitenzählung, 7.000 Evakuierte, ein Toter, Schäden von rund 900 Millionen Euro. Fünf Jahre später dauern Wiederaufbau, Gasüberwachung und gelbe Ampel an.

Foto: Gerda Arendt · CC0
Betroffenenverbände schätzen den Wiederaufbau im September 2026 auf rund 60 Prozent. Der Staat hat nach eigener Rechnung über 1,2 Milliarden Euro mobilisiert, darunter 200 Millionen Euro Entschädigung für rund 800 zerstörte Wohnhäuser; die Gesamtschäden stehen zuletzt bei 906,8 Millionen Euro. Über 400 Wohnungen sind neu gebaut oder genehmigt – und gleichzeitig leben noch rund 60 Familien in Holzmodulen und Containern. Die Wohnungspreise in Los Llanos haben sich seit dem Ausbruch fast verdoppelt. Auf der Lava selbst entstehen wieder Bananenplantagen: 60 bis 70 Zentimeter Boden werden aufgeschüttet, rund 550.000 Euro je Hektar.
3,9 Kilometer, davon 2.460 Meter über noch warme Lava, in viereinhalb Monaten für 38 Millionen Euro gebaut, Tempo 70. Nach Angaben des Verkehrsministeriums der weltweit erste Asphalt auf frischer, warmer Lava. Heute die normale Strecke zum Strand von Puerto Naos – und die Fahrt, bei der du mitten durch das Lavafeld kommst.
Die alte Hauptstraße war auf über 2,3 Kilometern verschüttet. Der Neubau über die Lava begann im Januar 2026 (24,1 Millionen Euro, 14 Monate), lag im August bei über 30 Prozent. Vorher wurden Lavaröhren geortet und Temperaturen gemessen; die Fahrbahn bekommt einen Spezialbelag gegen die Restwärme. Bis dahin ist die Fahrt von Los Llanos nach Las Manchas und Fuencaliente ein Umweg.
Der Tourismus ist zurück: Der Sommer 2026 lag 20 Prozent über dem Vorjahr. Betroffen vom Ausbruch waren rund 12 Quadratkilometer, etwa 1,7 Prozent der Insel; Osten, Norden, Caldera de Taburiente und Santa Cruz waren nie berührt.
Die beiden Küstenorte unterhalb des Lavafelds hat keine Lava erreicht. Unbewohnbar machte sie Kohlendioxid, das aus dem Untergrund aufsteigt und sich in Senken, Garagen und Erdgeschossen sammelt – geruchlos, schwerer als Luft. Über zwei Jahre blieben beide Orte gesperrt; ab September 2022 durften Anwohner mit QR-Codes stundenweise hinein, Ende 2023 wurden die ersten 139 Wohnungen freigegeben.
Rund 1.180 in Puerto Naos und 65 in La Bombilla, gebäudeweise nach CO₂-Messung durch den Beirat des Inselnotfallplans PEINPAL; jedes freigegebene Objekt behält Sensoren. Seit dem 3. Juni 2024 gibt es keine QR-Codes mehr, der Kontrollposten steht nur noch an der Grenze der sogenannten Zona Negra. Hauptstrand, Hotel, rund 20 Betriebe und 44 Lokale sind offen; seit dem 28. Juli 2026 darf auch an einem Teil der Playa Chica gebadet werden.
Nach Angaben der Betroffenenplattform fehlen 57 Freigaben in Puerto Naos und 99 in La Bombilla – La Bombilla ist erst zum Teil bewohnt. Überwacht wird mit rund 1.600 CO₂-Sensoren in Gebäuden, 220 Außenmessgeräten und 105 Radon-Detektoren; der IGN bohrt Entlastungssonden, um Gas kontrolliert abzuleiten. Für dich heißt das: Puerto Naos ist ein Badeort mit Warnschildern, keine Geisterstadt mehr. Gesperrte Gebäude, Garagen und die Zona Negra bleiben tabu.

Foto: Rolfcosar · CC BY-SA 4.0
Es gibt drei legale Wege zum Ausbruch: von den kostenlosen Aussichtspunkten, mit zugelassenem Guide über das Lavafeld bis in Sichtweite des Kegels, und vom Meer vor die Lavadeltas. Was es nicht gibt: ein Besucherzentrum am Vulkan, ein Ticket, eine Kasse – und keinen freien Zugang zum Kegel. Kegel, Krater, die mächtigsten Ströme und beide Deltas liegen in einer Sperrzone, die das Cabildo per Dekret festlegt, nach Presseangaben über 12,5 Quadratkilometer einschließlich Puerto Naos und La Bombilla.
Wer unerlaubt auf Lavaströme, Deltas oder den Kegel geht, riskiert nach dem Zivilschutzgesetz 30.001 bis 600.000 Euro; die Guardia Civil hat schon im Februar 2022 Leute angezeigt, die sich näher als 50 Meter an die Lava wagten. Grund: Lavaröhren mit mehreren hundert Grad, Hohlräume, Gase, instabiler Untergrund. Asche oder Gestein mitzunehmen ist ebenfalls verboten.
Vom Llano del Jable (El Paso, rund 1.200 m) führt der Camino de Cabeza de Vaca über Lapilli zu einem Aussichtspunkt in Sicherheitsabstand zum Kegel: gut zwei Stunden Gehzeit, etwa drei mit Transfer und Einweisung. Erlaubt nur mit vom Cabildo zugelassenen Aktivtourismus-Firmen, deren Guides eine Schulung mit dem IGME durchlaufen haben. Kleine Gruppen, Plätze pro Tag begrenzt, vorher buchen. In den Krater oder auf den Kraterrand geht keine Tour.
Vom Hafen von Tazacorte fahren Boote vor die beiden Lavadeltas – 48 Hektar neues Land, von der Seeseite die einzige Perspektive, aus der man die ganze Front sieht. Bei Sturm- oder Unwetterwarnung sperrt das Cabildo kurzfristig auch den geführten Weg, zuletzt am 27. Februar 2026; Wegestatus auf senderosdelapalma.es.
An der LP-3 in El Paso, bei der Kirche: der klassische Frontalblick auf den Kegel, von hier stammen die meisten Fernsehbilder von 2021. Nachmittags steht die Sonne günstig.
In Tacande (El Paso), über die LP-212 ab der LP-3 – genau dort, wo eine hohe Lavazunge die Straße abschnitt. Ein Balkon direkt auf den Kegel.
Auf der Montaña Tenisca in Los Llanos: Blick über die oberen und unteren Ströme. Ähnlich das Museo Benahoarita (Zugang über Camino de la Cruz Chica).
Der Hafen von Tazacorte für die Lavadeltas; der Mirador de El Time an der LP-1 oberhalb für das Panorama über Tal und Lavamündung. Alle Punkte kostenlos, mit Parkplatz.
Werbelinks zu GetYourGuide: Bei einer Buchung erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Preise und Bewertungen vom 21.09.2026.
Cabildo de La Palma: Beobachtungspunkte (05.04.2022), Routen mit zugelassenen Firmen (12.08.2022) · Visit La Palma (offizielle Inseltouristik) · Guardia Civil / eldiario.es 10.02.2022 zum Bußgeld · Sperrzonen-Dekret laut Presse vom 17.02.2026. Weitere Angebote, Anreise und beste Reisezeit: La Palma – Vulkan Tajogaite besuchen.
Foto: Carlos Teixidor Cadenas · CC BY-SA 4.0
Niemand kann es datieren. Die Abstände zwischen den acht Ausbrüchen der Cumbre Vieja schwanken enorm: 22 Jahre zwischen 1949 und 1971, 237 zwischen 1712 und 1949, 50 zwischen 1971 und 2021. Rechnet man die acht Ausbrüche auf rund 550 Jahre um, liegen im Mittel 70 bis 80 Jahre dazwischen – eine eigene Rechnung, kein Behördenwert und schon gar kein Vorhersagewert. Eine Gefahrenanalyse um Joan Martí (CSIC) hatte 2015 für die folgenden zwei Jahrzehnte eine Ausbruchswahrscheinlichkeit von 74 Prozent ermittelt und die südliche Inselhälfte als wahrscheinlichsten Ort genannt; der Ausbruch 2021 traf das modellierte Szenario zu 87 Prozent. INVOLCAN beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo auf den Kanaren binnen 50 Jahren zu einem Ausbruch kommt, mit 75 Prozent. Kurz: über Jahre gering und derzeit ohne Anzeichen, über Jahrzehnte hoch – Ort und Jahr kennt niemand.
IGN und INVOLCAN sehen im September 2026 keine Bodenverformung, nur schwache Seismik und die Abkühlung von Kegel und Strömen. Die Seismik ist von über 50 Beben am Tag während der Krise auf Wochen ohne ein einziges gesunken.
Zwischen dem ersten Bebenschwarm am 11. September und der Spaltenöffnung am 19. lagen acht Tage. Vorher ging der Bodenhebung und Bebenwanderung nichts an der Oberfläche voraus.
Seit 2021 ist das Überwachungsnetz deutlich dichter: über 100 IGN-Stationen und Messpunkte, 13 seismische Stationen, quartalsweise RTK-Kampagnen, InSAR-Zeitreihen und ein CO₂-Netz mit über 1.500 Sensoren. Ein nächster Ausbruch käme nicht unangekündigt.
Steven Ward und Simon Day schlugen 2001 vor, die Westflanke der Cumbre Vieja könne bei einem künftigen Ausbruch auf einmal abrutschen – 150 bis 500 Kubikkilometer Gestein – und eine Welle auslösen, die nach neun Stunden mit 10 bis 25 Metern die Ostküste der USA trifft. Grundlage war die 1949 entstandene Verwerfung von über drei Kilometern Länge und bis vier Metern Versatz, die sie als Beginn eines Flankenkollapses deuteten. Die Serie „La Palma“ auf Netflix (2024) erzählt genau dieses Szenario.
Die Fachwelt hat es seitdem Schritt für Schritt abgeräumt. Mader kam noch 2001 mit Reibung und Corioliskraft auf höchstens drei Meter an der US-Küste. Masson und Kollegen zeigten 2006, dass Kollapse auf den Kanaren in mehreren Phasen ablaufen, ein Ereignis dieser Größe etwa einmal in 100.000 Jahren vorkommt und das lineare Modell die Welle rund zehnfach überschätzt. Løvholt errechnete 2008 für Florida zwei- bis dreimal niedrigere Wellen, Abadie hielt 2012 realistisch 38 bis 130 Kubikkilometer für abrutschfähig, und Tehranirad kam 2015 für den plausibelsten schlimmsten Fall mit 80 Kubikkilometern auf null bis zwei Meter an der US-Küste und ein bis fünf Meter in Europa.
Carracedo wies 2009 die derzeitige Stabilität der Flanke nach. Das IGME wertet die Brüche von 1949 heute als lokale Setzungen ohne Grabenmorphologie, geodätisch ist seit 1949 kein Abdriften der Flanke messbar. Während des Ausbruchs 2021 erklärte INVOLCAN die Hypothese für „widerlegt und verworfen“: Nötig wären ein viel größerer Vulkan und eine ungleich stärkere Eruption – und 2021 bewegte sich die Flanke nicht. Ein Flankenkollaps ist geologisch möglich, aber auf Zeitskalen von Zehntausenden bis Hunderttausenden Jahren. Der Ausbruch 2021 hat das Risiko nicht erhöht.
Bei Cabeza de Vaca im Ortsteil Las Manchas, Gemeinde El Paso, an der Westflanke der Cumbre Vieja – dem Vulkanrücken in der Südhälfte der Insel. Die Lava floss von dort nach Westen durch das Aridane-Tal über Todoque und La Laguna bis ans Meer bei Tazacorte. Der Norden mit der Caldera de Taburiente und Santa Cruz im Osten waren nicht betroffen.
Je nach Quelle 1.120 bis 1.131 Meter über dem Meer; der Kegel wuchs rund 200 Meter über das alte Gelände und setzt sich seit 2022 langsam. Der Hauptkrater misst 172 × 106 Meter, insgesamt gibt es sechs Hauptkrater auf einer 560 Meter langen Linie.
Auf dem Markt 2026 rund 35 bis 40 Euro pro Person, eine amtliche Gebühr gibt es nicht. Enthalten sind Guide, Einweisung und meist der Transfer zum Llano del Jable; die Aussichtspunkte drumherum kosten nichts.
Nein. Cumbre Vieja ist der 21,5 Kilometer lange Vulkanrücken, auf dem alle historischen Ausbrüche La Palmas stattfanden. Der Tajogaite ist der Kegel, den der Ausbruch 2021 darauf aufgebaut hat – so wie San Juan (1949) und Teneguía (1971) andere Kegel auf demselben Rücken sind.
Nachmittags: Dann steht die Sonne von Westen auf dem Kegel, und von Tajuya oder Lomo del Piojo aus liegt er im Licht. Für die Lavadeltas vom Hafen von Tazacorte gilt dasselbe. Bei Passatwolken auf der Cumbre lohnt ein zweiter Versuch an einem anderen Tag.
Der Ausbruch endete am 13. Dezember 2021 und wurde am 25. Dezember für beendet erklärt. Der Tajogaite gilt als ruhend, aber nicht als kalt: Im Kegel treten Fumarolen mit mehreren hundert Grad aus, Lavaröhren sind heiß, und an der Küste entweicht CO2. Deshalb steht die Vulkan-Ampel weiter auf Gelb, obwohl IGN und INVOLCAN keine Anzeichen für neues Magma sehen (Stand September 2026).
Nicht in den Krater und nicht auf den Kraterrand. Erlaubt ist nur der geführte Weg vom Llano del Jable bis zu einem Aussichtspunkt in Sicherheitsabstand zum Kegel, mit vom Cabildo zugelassenen Firmen. Kegel, Krater und Lavaströme liegen in der Sperrzone.
Auf den ausgewiesenen Aussichtspunkten und dem geführten Weg nicht. Gefährlich sind die gesperrten Bereiche: Lavaröhren mit über 300 °C, Hohlräume, Fumarolen über 600 °C am Kegel und CO2 in Senken und Gebäuden von Puerto Naos und La Bombilla. Wer Absperrungen respektiert, hat kein besonderes Risiko.
Die Oberfläche ist erstarrt und meist kalt, darunter nicht: 2024 wurden in Lavaröhren über 300 °C gemessen, 2026 braucht die neue LP-2 einen Spezialbelag gegen die Restwärme. Betreten der Lavaströme ist verboten; Asche oder Gestein mitzunehmen ebenfalls.
Ja, weitgehend. Strand, Hotel, Restaurants und über 1.180 Wohnungen sind freigegeben, seit 28.07.2026 auch ein Teil der Playa Chica; QR-Kontrollen gibt es seit Juni 2024 nicht mehr. Gesperrt bleiben die Zona Negra und einzelne Gebäude mit hohen CO2-Werten. La Bombilla ist erst teilweise freigegeben.
Ja: Die LP-213 zwischen Tazacorte und Puerto Naos führt seit dem 25.05.2023 über 2,5 km Lava (Tempo 70). Die alte Hauptstraße LP-2 zwischen Tajuya und Las Manchas wird seit Januar 2026 über die Lava neu gebaut und soll Anfang 2027 fertig sein.
85 Tage und 8 Stunden – vom 19. September 2021, 15:11 Uhr, bis zum 13. Dezember 2021, 22:21 Uhr. Damit war er einen Tag länger als der Ausbruch von 1585 und der längste, den La Palma je aufgezeichnet hat.
Das hängt von der Zählweise ab: Copernicus zählte auf Satellitenbildern 2.988 zerstörte Gebäude, das Kataster 1.676 Bauwerke, davon 1.345 Wohnhäuser. Dazu kamen 73,8 km Straßen und 370 ha Anbaufläche.
Einen. Ein 72-jähriger Mann starb am 12. November 2021 in Las Manchas an Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff, als er in der Sperrzone Asche vom Dach räumte. Der Zusammenhang wurde im Januar 2023 gerichtlich festgestellt.
Nach dem Stand der Forschung nicht. Die These von 2001 (500 km³ Flankenkollaps, 25 m hohe Wellen in den USA) wurde durch spätere Studien auf realistische Volumen und Wellen von 0–2 m an der US-Küste korrigiert; ein solcher Kollaps tritt etwa einmal in 100.000 Jahren auf. INVOLCAN erklärte die Hypothese 2021 für widerlegt, die Flanke hat sich beim Ausbruch nicht bewegt.
Das kann niemand sagen. Die Cumbre Vieja brach seit 1470 achtmal aus, in Abständen zwischen 22 und 237 Jahren. Modelle geben über Jahrzehnte hohe Wahrscheinlichkeiten (INVOLCAN: 75 % für einen Kanaren-Ausbruch binnen 50 Jahren), aber aktuell gibt es keine Anzeichen. 2021 lagen acht Tage zwischen erstem Bebenschwarm und Ausbruch – das Überwachungsnetz ist heute dichter.
Für den Kegel: der Mirador von Tajuya (LP-3, El Paso) und der Mirador del Lomo del Piojo in Tacande. Für die Lavaströme: Castillo de la Virgen (Montaña Tenisca) und Museo Benahoarita in Los Llanos. Für die Lavadeltas: der Hafen von Tazacorte und der Mirador de El Time an der LP-1. Alle kostenlos, mit Parkplatz, am besten nachmittags.
Zum Sehen nicht – die Aussichtspunkte sind frei. Wer aufs Lavafeld und in die Nähe des Kegels will, muss eine geführte Wanderung bei einer zugelassenen Firma buchen: ab Llano del Jable, rund 5–6 km, etwa 3 Stunden, 2026 um 35 € pro Person, Plätze pro Tag begrenzt.
Nichts Konkretes. Gelb gilt seit 2021 durchgehend und beschreibt, dass Gas, Temperaturen und Untergrund noch nicht wieder normal sind. Erst Orange oder Rot würden Evakuierungen bedeuten; beides würde der PEVOLCA öffentlich bekanntgeben.
Es ist der alte benahoaritische Flurname des Geländes bei Montaña Rajada in El Paso, in Grundbüchern seit dem 18. Jahrhundert belegt. Bei einer Bürgerbefragung im Juni 2022 gewann er mit 35,6 %, am 9. Februar 2024 machte ihn das Cabildo offiziell. Die Übersetzung «gespaltener Berg» ist populär, aber nicht gesichert.
Kohlendioxid ist schwerer als Luft, geruchlos und sammelt sich in Garagen, Erdgeschossen und Senken. Der IGN maß in Puerto Naos im Freien Spitzen von über 130.000 ppm bei nur 20,6 % Sauerstoff. Deshalb werden Gebäude einzeln nach Messung freigegeben und behalten Sensoren; rund 1.600 sind installiert.
Sieben, alle auf der Cumbre Vieja: Tacande (1470–92, in Chroniken 1430/40), Tehuya 1585, Martín 1646, Fuencaliente/San Antonio 1677–78, El Charco 1712, San Juan 1949 und Teneguía 1971. Die letzten drei kann man heute frei besuchen – Teneguía am Südkap, San Antonio mit Besucherzentrum, San Juan an der Ruta de los Volcanes.
Quellen · abgerufen am 25.09.2026