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Dampfende Fumarolen im Solfatara-Krater bei Pozzuoli hinter Holzzäunen

Vulkane › Campi Flegrei

Phlegräische Felder aktuell

Kein Berg, der ausbricht – ein Boden, der sich hebt und bebt. Was die Behörden heute melden, und was das für Pozzuoli, Baia und Cuma heißt.

Foto: Norbert Nagel · CC BY-SA 3.0

Stand heuteWelche Warnstufe in den Campi Flegrei gilt

Für die Campi Flegrei – auf Deutsch Phlegräische Felder – gibt es genau eine amtliche Stufe: die des nationalen Zivilschutzes in Rom, festgelegt auf Rat der Commissione Grandi Rischi mit den Daten des INGV Osservatorio Vesuviano. Wir rufen sie jeden Morgen um sechs ab.

Gelb
Warnstufe Campi FlegreiWarnstufe Zivilschutz (grün/gelb/orange/rot) · abgerufen am 25.09.2026 · Dipartimento della Protezione Civile – Presidenza del Consiglio dei Ministri (CC BY 4.0)

Gelb seit 2012, Fase 2 seit 2023

Gelb heißt Attenzione: Die Caldera ist aus dem Gleichgewicht, die Überwachung ist verschärft, gesperrt ist deshalb nichts. Mit dem Notfallplan vom 30.10.2025 wurde Gelb unterteilt – Fase 1 für die Jahre 2012 bis 2023, Fase 2 für das mittlere Ungleichgewicht seither. Die Fase steht in keiner Schnittstelle; sie ändert sich nur durch einen Beschluss, den wir von Hand nachtragen.

Was Orange und Rot bedeuten würden

Orange wäre Voralarm: Die Behörden bereiten die Räumung vor, Schulen und Krankenhäuser in der Roten Zone werden vorsorglich verlegt. Rot ist Alarm: Die Rote Zone – Pozzuoli, Bacoli, Monte di Procida, Quarto und Teile Neapels, rund 500.000 Menschen – wird binnen 72 Stunden geräumt. Beides gilt nicht, und das INGV sieht kurzfristig keine Entwicklung dorthin.

Was die Stufe nicht sagt

Ob heute eine Ausgrabung offen ist. Das entscheiden nicht die Vulkanologen, sondern die Beben: Nach jedem stärkeren Schwarm schließt der Parco Archeologico seine Stätten für Sicherheitsprüfungen und öffnet sie nach Tagen wieder. Deshalb stehen die Beben der letzten Tage hier direkt darunter.

Quellen: Dipartimento della Protezione Civile, Seite „Campi Flegrei“ und Planungsdekret Nr. 3236 vom 30.10.2025 (Fasi, 72-Stunden-Räumung); INGV Osservatorio Vesuviano, Wochenbulletin vom 22.09.2026. Wie wir prüfen, steht auf So prüfen wir.

Erdbeben aktuellDie Erdbeben der letzten Tage

Der Boden bei Pozzuoli hebt sich derzeit um etwa einen Zentimeter im Monat, und die Spannung entlädt sich in Bebenschwärmen. Die Zahlen unten holen wir jeden Morgen aus dem Erdbebenkatalog des INGV, gezählt wird alles innerhalb der Caldera zwischen Agnano, Pozzuoli und Bacoli.

4

Beben in 7 Tagen

in den letzten 30 Tagen: 13. Gezählt wird alles, was das INGV in der Caldera ortet – die meisten Beben sind so schwach, dass niemand sie spürt.

Md 2,0

Stärkstes in 7 Tagen

am 19.09.2026 um 02:28 Uhr, Herd in 4,5 km Tiefe.

Md 3,0

Letztes Beben ab Md 3

am 10.08.2026 um 02:27 Uhr, 3,6 km tief. Ab dieser Stärke wird ein Beben in der Umgebung deutlich gespürt.

Md 4,7

Stärkstes 2026

am 31.07.2026 um 19:46 Uhr, 2,6 km tief.

Erdbebenkatalog des INGV, jeden Morgen automatisch abgerufen · Stand 25.09.2026 · Md = Dauermagnitude, wie das INGV sie meldet · INGV – Catalogo dei terremoti (FDSN-Webservice, CC BY 4.0)

Warum die Beben so stark wirken

Die Herde liegen meist nur ein bis vier Kilometer tief, direkt unter der Stadt. Ein Beben der Stärke 3, das anderswo kaum jemand bemerkt, rüttelt in Pozzuoli an Fenstern und Türen. Ab Stärke 4 gibt es Schäden an alten Fassaden – so am 31. Juli 2026.

Was nach einem Schwarm passiert

Der Parco Archeologico schließt Castello und Terme di Baia, Cuma und das Anfiteatro Flavio zur Kontrolle und meldet die Wiedereröffnung auf seiner News-Seite, meist nach zwei bis fünf Tagen; gekaufte Tickets werden erstattet. Cumana und Metro halten an, bis die Strecke geprüft ist. Monte Nuovo und Averno bleiben in der Regel offen.

Wenn es während des Besuchs bebt

Im Freien bleiben, weg von Fassaden, Mauern und Steilhängen; in Gebäuden unter einen Türsturz oder Tisch. Danach dem Personal folgen. Der Zivilschutz warnt über IT-alert direkt aufs Handy, auch auf ausländische Handys, die im italienischen Netz eingebucht sind – das System eingeschaltet lassen.

Was gehtWas in den Campi Flegrei heute offen ist

Die Lage der Stätten prüfen wir von Hand; sie ändert sich nach Beben. Der Stand hier ist vom 22. September 2026 – ob seither ein stärkeres Beben war, zeigt die Zeile „Letztes Beben ab Md 3“ oben.

offen

Baia, Cuma, Anfiteatro Flavio

Castello di Baia mit Museum, Terme di Baia, Cuma und das Anfiteatro in Pozzuoli sind offen, das Anfiteatro mit eingeschränktem Rundgang. Tickets seit April 2026 nur online über Musei Italiani, 25 bis 50 Personen je halbe Stunde. Montag sind Castello und Terme zu, Dienstag Cuma und Anfiteatro.

offen

Monte Nuovo und Lago d'Averno

Der Rundweg auf den Krater von 1538 ist frei, 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Der Uferweg um den Averno ist immer offen. Beides ab Cumana-Halt Lucrino zu Fuß – und die Cumana fährt seit dem 11. September 2026 wieder durchgehend bis Torregaveta.

gesperrt

Solfatara

Seit dem 12. September 2017 geschlossen, nachdem drei Menschen im eingebrochenen Boden starben. Das Gelände ist seit Februar 2025 freigegeben, der Regionalpark plant Führungen mit CO₂-Messgeräten – einen Termin gibt es nicht. Keine Tour buchen, die die Solfatara verspricht.

gesperrt

Rione Terra

Der Tuffsporn der antiken Puteoli mit Dom und unterirdischem Rundgang ist seit dem Beben vom 31. Juli 2026 gesperrt. Palazzo Migliaresi und Sedile dei Nobili sind unbenutzbar, die für den Sommer geplante Eröffnung des sanierten Viertels fiel aus.

Geprüft am 22.09.2026: Parco Archeologico dei Campi Flegrei, Seiten „Info“ und „News“; EAV (Cumana ab 11.09.2026); Comune di Pozzuoli (Monte Nuovo); Presse zu Rione Terra und Solfatara. Alles Weitere – Preise, Anreise, Touren – steht auf der Hauptseite.

Das Jahr 2026Was in den Campi Flegrei 2026 passiert ist

Kein Ausbruch, aber das unruhigste Jahr seit den Achtzigern. Die Chronik der Beben ab Stärke 3 und ihrer Folgen, aus dem Katalog des INGV und den Meldungen von Park, Bahn und Zivilschutz.

  1. 28. Februar 2026Md 3,5

    Erstes Beben des Jahres ab Stärke 3, Herd knapp drei Kilometer tief.

  2. 7. und 8. AprilMd 3,3 und 3,4

    Ein Schwarm über zwei Nächte. Am 8. April stellt der Parco Archeologico zugleich den Kartenverkauf um: Tickets gibt es seither nur noch online.

  3. 21. MaiMd 4,4

    Das bis dahin stärkste Beben der Serie, drei Kilometer tief. Die Parkstätten bleiben einige Tage zu – das Anfiteatro als verletzlichste am längsten.

  4. 24. und 25. JuniMd 3,0 und 3,6

    Erneuter Schwarm, erneut Schließung der Stätten zur Kontrolle, Wiedereröffnung nach wenigen Tagen.

  5. 31. Juli, 19:46 UhrMd 4,7 – das stärkste seit Messbeginn

    Herd in rund drei Kilometern Tiefe zwischen Pozzuoli und Quarto, 169 Beben in der Nacht, 21 Verletzte, eine eingestürzte Fassade in der Via Pergolesi. Rione Terra, Hafen, Cumana-Tunnel am Monte Olibano und die Parkstätten werden gesperrt. Am 2. August erklärt das INGV den Schwarm für beendet.

  6. 10. AugustMd 3,0

    Sieben Beben, die Stätten schließen kurz. Danach öffnet das Anfiteatro Flavio mit eingeschränktem Rundgang wieder; der Rione Terra bleibt zu. Bis Anfang September zählt Pozzuoli 480 Räumungsverfügungen und 217 unbenutzbare Gebäude.

  7. 11. SeptemberCumana wieder durchgehend

    EAV öffnet den Abschnitt Bagnoli–Torregaveta mit der neuen Station Pozzuoli Via Fasano. Baia und Cuma sind wieder ohne Umsteigen erreichbar.

  8. 22. SeptemberWochenbulletin: ruhige Woche

    Fünf Beben bis Md 2,0, Hebung 10 ± 3 mm im Monat, Fumarole Bocca Grande 173 °C. Das INGV sieht „keine Elemente, die eine signifikante Entwicklung nahelegen“. Was seither war, steht in den Kennzahlen oben.

Quellen: INGV, Erdbebenkatalog (Zeiten in Ortszeit) und Kommuniqué vom 01.08.2026 · INGV Osservatorio Vesuviano, Wochenbulletin vom 22.09.2026 und Monatsbulletin August 2026 · Parco Archeologico dei Campi Flegrei, News · EAV, Mitteilung vom 10.09.2026 · ANSA vom 01.08.2026 · Il Post vom 01.09.2026.

Das WortSupervulkan Neapel: was an dem Begriff dran ist

Das Wort stimmt und führt trotzdem in die Irre. Es beschreibt, was die Caldera vor 39.000 Jahren konnte – nicht, was sie heute tut.

Woher der Name kommt

Vor rund 39.000 Jahren warf die Caldera den Campanischen Ignimbrit aus, mehrere hundert Kubikkilometer Gestein, dessen Asche bis nach Russland flog. Vor 15.000 Jahren folgte der Neapolitanische Gelbe Tuff, aus dem Neapel gebaut ist. Solche Ausbrüche heißen Supereruptionen. Sie sind der Grund, warum hier 39 GNSS-Stationen und ein seismisches Netz laufen.

Was der letzte Ausbruch war

Ein kleiner. 1538 entstand in acht Tagen der Monte Nuovo, 130 Meter hoch, nach rund 3.000 Jahren Ruhe und nach Jahren von Hebung und Beben – dem, was heute wieder läuft. 24 Menschen starben, das Dorf Tripergole verschwand. Ein Ausbruch dieser Größe ist das Szenario, für das der Notfallplan gemacht ist.

Was die Forscher heute sehen

Hebung, Beben, mehr Gas aus den Fumarolen – ein Hydrothermalsystem unter Druck, kein aufsteigendes Magma nahe der Oberfläche. Der Bradyseismus 1982 bis 1984 endete ohne Ausbruch. Ob es diesmal genauso kommt, weiß niemand; deshalb die Stufe Gelb, die Übungen und der Räumungsplan. Für einen Tagesbesuch ist das Risiko das eines Erdbebens, nicht eines Ausbruchs.

Kurz gefragtDie häufigsten Fragen zu den Campi Flegrei heute

Kann man aktuell in die Phlegräischen Felder fahren?

Ja. Die Warnstufe Gelb sperrt nichts, die Ausgrabungen von Baia, Cuma und Pozzuoli sind geöffnet, Monte Nuovo und Averno frei zugänglich. Was fehlt, sind die Solfatara (seit 2017) und der Rione Terra (seit dem 31. Juli 2026). Nach einem stärkeren Beben schließen die Stätten für einige Tage – die Beben der letzten Tage stehen oben.

Gibt es gerade Erdbeben in Pozzuoli?

Fast immer, die Frage ist wie stark. Die Kennzahlen oben zeigen, wie viele Beben das INGV in den letzten sieben Tagen in der Caldera geortet hat und wann das letzte ab Stärke 3 war. Beben unter Stärke 2 spürt kaum jemand; ab 3 wird es in Pozzuoli laut, ab 4 gibt es Schäden.

Ist die Solfatara offen?

Nein, seit dem 12. September 2017 nicht. Die Justiz gab das Gelände im Februar 2025 frei, der Regionalpark plant geführte Besuche mit CO₂-Messgeräten, im Juli 2026 brannte es am Krater. Einen Eröffnungstermin gibt es nicht.

Steht ein Ausbruch bevor?

Nichts deutet darauf hin. Das INGV schreibt in jedem Wochenbulletin, ob es Anzeichen für eine kurzfristige Entwicklung sieht – zuletzt keine. Ein Ausbruch würde sich nach allem, was man aus 1538 und aus anderen Calderen weiß, über Wochen mit stark zunehmenden Beben und Hebung ankündigen; die Stufe würde vorher auf Orange gehen.

Wie aktuell ist diese Seite?

Warnstufe und Erdbeben rufen wir täglich um 6 Uhr ab, das Abrufdatum steht an jeder Zahl. Die Lage der Stätten prüfen wir von Hand, zuletzt am 22. September 2026; vor dem Besuch lohnt der Blick auf die News-Seite des Parco Archeologico.

Quellen · abgerufen am 25.09.2026